Die Anlage der Empfinger Kleintierzüchter ist ideal für das anspruchsvolle Hobby der Vereinsmitglieder. Foto: Herold Schwind

Die erfolgreiche Tierschau mit ihren vielen Besuchern zeigt, dass der Empfinger Verein vieles richtig macht.

Die Tälesee-Halle in Empfingen ist wieder leer, die letzten Federn sind weggewischt, die Ausstellungskäfige aufgeräumt. Nichts deutet mehr auf die große Ausstellung mit 500 Tieren hin, die am Wochenende hier stattgefunden hat.

 

Die Empfinger Mitglieder hatten mit Lokalschau, Kreisschau und Jugendkreisschau ein Mammutprogramm zu absolvieren. Wie der Vorsitzende Arthur Hellstern mit einem Lachen erzählt, ist er mit dem Besuch und der Kleintierschau rundum zufrieden. Hellstern hat einen festen Stamm von 25 bis 30 Mitgliedern, die zur Stange halten und auf die Verlass ist.

Guter Altersdurchschnitt

In dem Empfinger Verein findet man auch nicht das angegraute Image der Kleintierzüchter, sondern einen gesunden, eher jüngeren Altersdurchschnitt. Der Verein zählt über 100 Mitglieder, ist schon über 100 Jahre alt und auch im Kreisverband der Kleintierzüchter von Tübingen-Horb eine feste Größe. Da ist es nicht verwunderlich, dass mit Norbert Ganion seit März der Kreisvorsitzendende aus Empfingen kommt. Es ist sicher nicht falsch, wenn man das letzte Jahrzehnt nimmt, in dem der Kleintierzüchterverein nicht zuletzt durch seinen Vorsitzenden Arthur Hellstern mit seinem Team einen Push bekommen hat.

Erfolgreiche Empfinger Kleintierzüchter, hier bei einer Prämierung im vergangenen Jahr, von links: Jonas Hill, Norbert Ganion, Patrick Hellstern, Denni Helmich und Arthur Hellstern Foto: Herold Schwind

Bundesweit unterwegs

Die Empfinger haben auffällig viele Züchter in den Sonderclubs und sind bei Ausstellungen in ganz Deutschland unterwegs. Hellstern verrät aber auch ein kleines Geheimnis für den Erfolg im Verein: „Die Zuchtanlage ist unsere Lebensversicherung“, sagte er und setzt gleich noch einen drauf: „Bei uns gibt es ein paar Hardcorezüchter und die ziehen die anderen im Sog mit.“ Aber auch, weil im Umland Vereine aufgelöst werden, bekommt Empfingen immer mehr neue auswärtige Züchter hinzu.

Ein Europameister

So zog es auch Vater Ralf Weigand mit Sohn Lukas und Patenkind Detlef Sieber aus Fischingen zu den Kleintierzüchtern nach Empfingen, wo sie sich pudelwohl fühlen. Weigand ist schon seit seiner Jungzüchterzeit in Fischingen dabei und war langjähriger Vorsitzender des Vereins. Er ist regelmäßig als Aussteller auf überregionalen Schauen mit dabei und durfte sich schon mit dem Titel Europameister schmücken.

Als Hohenzollerngemeinden hatten Empfingen und Fischingen schon immer Sympathien füreinander und hatten auch schon gemeinsame Schauen. Dass in Empfingen aufgrund des tollen Tiermaterials die Früchte sehr hoch hängen, um Preise zu ergattern, stört die drei nicht, im Gegenteil, es spornt sie sogar an. Auch wenn es in diesem Jahr nicht für den ganz großen Titel in Empfingen gereicht hat, erklärte Ralf Weigand mit einem verschmitzten Lächeln: „Ich bin zufrieden.“

Blick auf die großen Titel

Um in Herbergers Sprache zu sprechen: Nach der Kleintierausstellung ist vor der Kleintierausstellung. Und so wird es Weigand mit vielen weiteren Empfinger Kaninchenzüchtern zur Bundesschau der Rassenkaninchenzüchter auf die Messe Karlsruhe ziehen, wo die ganz großen Titel vergeben werden. Die Empfinger Geflügelzüchter freuen sich auf ihren Höhepunkt, die Bundesschau für Rassegeflügelzüchter vom 5. bis zum 7. Dezember in der Messe Leipzig.

Blick in die Geschichte

Der Kleintierzuchtverein Empfingen besitzt ein eigenes Vereinsheim mit Zuchtanlage. Er ist ein Verein, dem Aktivität innerhalb der Gemeinde und darüber hinaus wichtig ist. Weit über die Grenzen hinaus sind die züchterischen Leistungen einiger Züchter des Vereins bekannt. Empfingen ist ein Beispiel, wie Kleintierzucht vorbildlich funktionieren kann. Meilenstein in der Vereinsgeschichte sind die Einweihung der Zuchtanlage vom 30. Juni bis 2. Juli 1989 und die Einweihung des Züchterheims vom 12. bis 14. Juli 2002.