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Empfingen Zeichnungen beruhen auf Erinnerungen von Seefahrern

Von

Empfin gen. Dem Empfinger Kaktee nsammler Holger Dopp gelang es, einen seltenen 420 Jahre alten Kupferstich zu erwerben, der einige kakteenähnliche sukkulente Pflanzen zeigt.

Dopp sagt: "Der um das Jahr 1600 produzierte Kupferstich war Bestandteil einer seinerzeit vielbeachteten Reiseberichtsammlung der frühen Neuzeit, die Theodor de Bry in dieser Zeit sammelte, zusammenstellte und in seinem in Frankfurt am Main gegründeten Kupferstecher- und Verlagsunternehmen produzierte." Die von Theodor de Bry in Frankfurt herausgegebenen beiden Reiseberichtssammlungen würden auch heute noch zu den bedeutendsten der frühen Neuzeit zählen, sagt Dopp. Unter anderem schuf er 1594 die Ankunft von Kolumbus in der neuen Welt und anschließend die West-Indischen und Ost-Indischen Reisen, ein monumentales 25-teiliges Werk. Und aus letzterem stammt der Kupferstich. Gedruckt wurde um 1600 in der Frankfurter Druckerei Wolff Richter. Erschienen ist der Kupferstich im vierten Teil dieser Reiseberichtssammlung über das orientalische Indien.

Da de Bry am 27. März 1598 in Frankfurt verstarb, wurde sein vermutlich sehr florierendes Unternehmen von seiner Witwe und seinen beiden Söhnen Johann Theodor und Johann Israel weitergeführt. "Es ist davon auszugehen, dass diese beiden wohl einen erheblichen Teil der in dem 25-teiligen Werk enthaltenen Kupferstiche selbst gefertigt haben oder durch vertraglich gebundene versierte Mitarbeiter haben fertigen lassen", sagt Dopp. Nach dem Ableben der beiden de Bry-Söhne setzte Johann Theodors Schwiegersohn, der berühmte Matthäus Merian das Werk bis 1634 fort, das zum Schluss mehr als 1500 Kupferstiche enthielt.

Aus Madagaskar

Unter dem Titel "Etliche andere Gewächs/so in der Insel S. Laurentii, und an anderen Oertern wachsen/mit A.B.C. angedeutet und bezeichnet" werden fantasievolle Pflanzen gezeigt, die so in der Realität nirgendwo existieren und auch niemals existiert haben. Trotz genauer Recherche konnte bislang nicht belegt werden, dass eine Person aus der Familie von Theodor de Bry jemals die Insel S. Laurentii besucht haben könnte, bei der es sich wahrscheinlich um Madagaskar handelt. Damals tauchte der Name S. Laurentii häufiger im Zusammenhang mit Madagaskar auf.

Wie gelangten nun die damaligen Kupferstecher an solche Informationen, wenn sie denn ein bestimmtes Gebiet niemals besucht haben? Dopp: "Man holt sich mehr oder weniger glaubhafte Berichte über das Erlebte und Gesehene von Jenen, die als Seeleute die Weltmeere befuhren, um Gewürze, Rohstoffe oder andere Handelsgüter auf dem Seeweg nach Europa zu schaffen. So wird es auch de Bry und seinen Söhnen ergangen sein." Man fertigte zuerst Zeichnungen nach den Aussagen von Seeleuten oder anderen Reisenden an und musste sich dabei weitgehend auf deren Erinnerungsvermögen oder deren Fantasie verlassen. Eine gezielte Kontrolle dieser Angaben oder Behauptungen war nur in den seltensten Fällen möglich.

"Die Pflanzenabbildungen auf diesem Kupferstich sind derart fantasievoll, dass es nur der wirklich landeskundige Experte anhand von einigen Merkmalen vermag, einige bestimmte sukkulente Pflanzen und ihre heimatlichen Standorte zu erahnen. So kann man aufgrund einiger weniger charakteristischer Darstellungen schließen, dass es sich hier überwiegend um Euphorbien, Flaschenbäume, Aloe-Arten und andere für den Handel interessante Pflanzen handelt", sagt Dopp. Heute kennt man auf Madagaskar eine enorme wissenschaftlich untersuchte und belegte Pflanzenvielfalt, wobei es sich oftmals aufgrund der Insellage um klassisch endemische Pflanzen handelt, das heißt Pflanzen, die nur auf Madagaskar anzutreffen sind. Auch heute werden auf Madagaskar aus wissenschaftlicher Sicht immer wieder neue Arten und Unterarten entdeckt.

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