Raketen-Antriebe wie diese und die dazugehörigen Treibstoffe könnten schon bald in Empfingen entwickelt werden - insofern Regierungspräsidium Karlsruhe und der Gemeinderat Empfingen grünes Licht geben. Foto: Jens Junge/Pixabay

Pläne über mögliches Testzentrum stehen im Raum. Entscheidung liegt auch beim Gemeinderat.

Empfingen - Die in Heilbronn ansässige Firma Black Engine Aerosystems (BEA) ist mit einem Observatorium bereits auf dem Empfinger Innovations-Campus vertreten. Nun könnte mit einem Raketenantriebs-Testzentrum ein weiterer Ableger folgen. Doch das letzte Wort liegt bei Gemeinderat und Regierungspräsidium.

Testzentrum soll in alten Bunker einziehen

Der Innovations-Campus darf sich womöglich über Zuwachs freuen. Mit den seit Mai laufenden Bauarbeiten an einem Observatiorium zur Erkennung von Weltraumschrott steht der erste BEA-Ableger bereits in den Startlöchern. Doch damit nicht genug. Mit einem Testzentrum für Raketen-Antriebe plant das Unternehmen, sich alternativen Treibstoffen und Raketen-Antrieben zu widmen. Dazu soll ein Bunker des ehemaligen Militärgeländes bezogen werden. 

Da die Bunker, in die das Testzentrum eingerichtet werden würde, in etwa anderthalb Kilometern Entfernung zum Wohngebiet liegen, wird bereits über den Lärmschutz diskutiert. BEA argumentiert, man würde nur wenige Tests an vereinzelten Tagen in der Woche durchführen und diese gingen in der Regel nicht länger als drei Minuten. Der Geräuschpegel sei dabei mit dem eines vorbeifahrenden Lkw zu vergleichen, wird BEA-Chef Markus Ortelt in einem Bericht des SWR zitiert.

Auf Anfrage von schwarzwaelder-bote.de wollte sich das Unternehmen nicht äußern, sondern verwies stattdessen auf die Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, bei der man das Anliegen noch einmal genau erörtern und erklären wolle. "Noch ist nichts in trockenen Tüchern", so BEA-Chef Ortelt.

Auch Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner versichert, dass der Lärmschutz dem städtebaulichen Vertrag entsprechen würde. "Hierauf legt der Gemeinderat großen Wert" sagt Truffner.

"Es ist kein 'Cape Canaveral' vorgesehen"

Derzeit gebe es Irritationen bezüglich der Art des Vorhabens, heißt es in einer Antwort der Stadtverwaltung. Truffner betont: "Es ist kein Cape Canaveral vorgesehen. Es werden keine Raketen in die Umlaufbahn geschossen." Außerdem würde kein neuer Gebäudekomplex gebaut werden. Lediglich ein bereits vorhandener Bunker soll bezogen werden. Die Forschung sei außerdem der Raumfahrt gewidmet und nicht etwa Militär oder Rüstungsindustrie. Genauer werde sich der Bürgermeister auf der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag äußern.