Seit die Bundeswehr das Gelände 1994 verlassen hat, lag es die meiste Zeit brach. Foto: Hopp

Gemeinderat gibt Bebauungsplan in Auftrag. Satz mit x: Anderes Projekt bei diesem Verfahrensstand geplatzt.

Empfingen - Die Pläne für den Innovationscampus werden konkret: Das Büro Gfrörer soll einen Bebauungsplan für das Alte Munitionsdepot entwickeln, hat der Gemeinderat entschieden. Auf 10,3 Hektar soll der Campus für Energiespar- und speichertechnologie entstehen. Es ist nicht der erste Versuch, das Gelände zu beleben.

Das Luftbild vom ehemaligen Munitionsdepot zeigt viel Wald und wenig Gebäude. Das Gelände liegt im Wald nördlich von der Bundesstraße 463 Richtung Bittelbronn. Die Ansicht wird sich ändern, wenn der Bebauungsplan steht und der Innovationscampus Form annimmt. Hier sollen Neubauten und einige Arbeitsplätze in der Forschung entstehen, betonte Hauptamtsleiter Theo Walz in seinem Vortrag im Gemeinderat. Auf fünf Hektar soll gebaut und später geforscht werden. Die restlichen fünf Hektar sind Randbereich. Dennoch müsse man damit rechnen, dass einige Bäume gefällt werden, sagt Walz.

Vielfältige Ideen vom Bioenergiezentrum bis zur Shiitake-Pilzzucht

Ob die Nutzung naturverträglich ist, ob Tiere gefährdet sind, welche Ausgleichsmaßnahmen für die Naturvernichtung geschaffen werden müssen –­ all das müsse noch geprüft werden, sagt Bürgermeister Albert Schindler. Er warnt die Gemeinderäte vor: "Sie können sich sicher sein, da kommen noch seitenlange Stellungnahmen."

Schindler muss es wissen. Schließlich war man schon einmal auf dieser Verfahrensstufe, nachdem ein Investor Interesse gezeigt hatte. Ob es dieses Mal weiter geht und nicht wieder zum Abbruch der Verhandlungen kommt?

Hubert Grosser, der die Investorenseite vertritt, verfolgte am Dienstag die gesamte Gemeinderatssitzung und verlässt sie nach eigenen Angaben zufrieden. Zwei WIR-Räte hatten gegen die Aufstellung des Bebauungsplans hatten gestimmt: Uwe Gfrörer und Rudolf Walter. Grosser sagt: "Die WIR-Liste ist kritisch eingestellt, das kann ich akzeptieren. Für mich ist es Ansporn zu beweisen, dass das Projekt funktioniert."

1963 wurde das Munitionsdepot gebaut. 1994 hat der Bund die militärische Nutzung aufgegeben. Seither hat die Gemeinde immer wieder mit Investoren verhandelt. Manche Ideen für das Munitionsdepot wurden schon nach ersten Gemeinderatsberatungen abgelehnt, etwa ein ADAC-Übungsplatz (Wald- und Umweltverträglichkeit problematisch). Ein Juwelier aus Stuttgart wollte in den Bunkern Schmuck einlagern. Mehrfach wurde über eine Shiitake-Pilzzucht diskutiert. Ein Bioenergiezentrum der Firma KUS (Kompost und Substrate) wurde bis zum Aufstellungsbeschluss gebracht – wie nun der Innovationscampus. Doch der Investor zog sich zurück, weil er Zweifel an der Wirtschaftlichkeit bekommen hatte. Eine Klärschlammtrocknungsanlage scheiterte am Widerstand der Bürger aus Empfingen und Bittelbronn, die Gestank befürchteten.

Für das jetzige Projekt erfordert die bürokratische Vorgehensweise, dass der Flächennutzungsplan geändert wird, der bislang Klärschlammtrocknung und Holzhackschnitzelaufbereitung erlaubt. Dann soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Gemeinderat beschloss, dass das Ingenieur-Büro Gfrörer damit beauftragt wird. Die Kosten dafür müssen die Investorengruppe hinter Grosser tragen. Hauptamtsleiter Walz rechnet mit einem mittleren fünfstelligen Betrag, sprich: circa 50 000 Euro.