Mit dem Gang zur Krippe weist Dekan Halter auf die Bedeutung der Menschwerdung Jesu für die Menschen hin. Foto: Baiker Foto: Schwarzwälder Bote

Christmette: Dekan Halter predigt mit einem Schuss Ironie

Empfingen (jb). Eine gut gefüllte St.-Georgs-Kirche feierte an Heiligabend die Christmette mit Dekan Alexander Halter, musikalisch begleitet an der Orgel von Helene Reich und Martina Baiker mit der Querflöte.

In seiner Predigt und den Fürbitten ließ es sich Dekan Halter nicht nehmen, aktuelle Ereignisse der Natur und das Versagen in der Politik klar zu benennen. So griff er das Datenschutzgesetz auf. Eigentlich sei es ein Glück, dass es nicht schon vor 2000 Jahren gegolten habe. Ob sich Weihnachten dann so, wie es uns von Evangelist Lukas berichtet wurde, ereignet hätte, so Halter fragend. Er wage, es zu bezweifeln. Denn dann unterläge ja auch die Geburt des Jesuskindes den Regeln des Datenschutzes.

Keine Daten für die Hirten

Der Engel dürfte somit keine personenbezogenen Daten an die Hirten auf dem Feld weitergeben – von wegen geboren in der Stadt Davids, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Die Hirten hätten somit den Ort der Geburt nicht gewusst, wären nicht nach Bethlehem gegangen, hätten nicht anderen weitererzählt, was sie gesehen und erlebt haben.

Wie sieht es heute aus? "Bieten wir Gott noch genug Privatsphäre oder sollten auch wir in unseren Kirchen manches auf den Prüfstand stellen, reformieren – und zwar Datenschutzkonform – beispielsweise das Vaterunser im Himmel." Müssten wir es in unseren Gottesdiensten im kommenden Jahr nicht offiziell ohne ›im Himmel‹ beten?", so der Dekan.

Dekan Halter wolle seine Überlegungen ironisch verstanden wissen.

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