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Empfingen Kakteen lockern die künstlichen Steinwüsten auf

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Kakteen sind pflegeleicht und bringen nicht nur Farbe, sondern auch Leben zurück in Schottergärten.Foto: Dopp Foto: Schwarzwälder Bote

Empfingen/Horb. In den vergangenen Jahren galten sie als schick, seit 1. August sind sie nicht nur in vielen Kommunen, sondern in ganz Baden-Württemberg verboten: Schottergärten. Kakteen-Experte Holger Dopp ist absolut kein Fan von solchen Steinwüsten im Vorgarten. Trotzdem hatte er in den vergangenen Wochen immer wieder mit ihnen zu tun.

Dopp berichtet, dass ihn immer mehrfach Schottergartenbesitzer angerufen oder angeschrieben hätten. Sie wollten von ihm wissen, ob er eine Idee habe, "wie man eine solche sterile Steinwüste entschärfen könne". Der Empfinger wertet dies als Zeichen, dass ein Umdenken eingesetzt hat. Denn die Schottergärten seien zwar pflegeleicht, aber für die Umwelt und die Klimaentwicklung "nicht nur sinnlos, sondern auch in erheblichem Maße kontraproduktiv". "Ich konnte schon erleben, dass herrlich bepflanzte Vorgärten gerodet und aufwendig zu toten Schotterwüsten umgestaltet wurden", erläutert Holger Dopp und gibt offen zu, ein großer Gegner "dieser nutz- und sinnlosen Steinwüsten" zu sein.

Offenbar setzt ein Nachdenken ein

Ob es den Schottergartenbesitzern genauso geht? Ihre Nachfragen könnten freilich auch damit zu tun haben, dass noch nicht abschließend geklärt ist, was mit bereits bestehenden Gärten, die nach 1995 angelegt wurden, passiert. Ob sie bleiben dürfen oder entfernt werden müssen, darüber gehen die Meinungen des Wirtschafts- und des Umweltministeriums noch auseinander (wir berichteten). Dopp freut sich auf jeden Fall, dass die Gartenbesitzer offenbar ins Nachdenken kommen – obwohl sie einst viel Geld bezahlt haben, um ihre Beete mit Steinen aufzufüllen.

Er empfiehlt ihnen, beispielsweise mit winterharten Kakteen und anderen frostbeständigen Sukkulenten anzufangen und damit die Schottergärten aufzulockern. Wichtig sei, dass die Wurzeln in die Erde reichen. Bis sie richtig angewachsen sind, müssen die Pflanzen ein wenig gegossen worden – und dann nie wieder.

Holger Dopp verweist auf seinen Horber Kakteengarten. Auf diesen knallt die Sonne, alle anderen Pflanzen würden dort eingehen. Nachdem er ihn 2011 angelegt hatte und alles angewachsen war, musste der Experte trotzdem nie mehr gießen. "Ich hab einen Mitarbeiter, der heißt Petrus", scherzt Dopp. Und wenn Petrus mal eine Weile keinen Regen schickt, dann können die Kakteen mit der Trockenheit gut umgehen. Dasselbe gilt für die Hitze, die von den Schottergärten im Hochsommer ausgeht.

Auch Insekten freuen sich über die pflegeleichten Pflanzen: 800 bis 1000 Blüten gleichzeitig können sie im Kakteengarten Ende Mai bis Juli ansteuern. "Es ist unglaublich, was da Bienen und Hummeln herumfliegen." Dazu kommt, dass außer Nacktschnecken keine Schädlinge an winterharte Kakteen gingen. Die sind in der Sommerhitze ohnehin kein Problem.

Holger Dopps Hoffnung ist: Wenn die Schottergärten-Besitzer mit Kakteen bei wenig Aufwand einen Erfolg sehen, dann pflanzen sie im kommenden Jahr vielleicht noch mehr an. Und dann verschwinden die Schottergärten nach und nach wieder aus den Wohngebieten.

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