Erwartungsfrohe Besucher in der Empfinger Täleseehalle warteten auf ihre Idole der Band Alpin KG: Mit 650 Besucher in der gut gefüllten Halle zeigte sich der Veranstalter zufrieden. Foto: Schwind

Als wäre er nie weg gewesen. 650 begeisterte Konzertbesucher begrüßten ihren "verlorenen Sohn" Markus Wohlfahrth mit seiner Sympathie-Band Alpin Klostertaler Generation, oder kurz Alpin KG.

Empfingen - In der Täleseehalle gab es viel Jubel und ein "Happy Birthday" zum tags zuvor gefeierten 62. Geburtstag des Bandleaders. Die sieben Österreichischen Vollblutmusiker von Alpin KG brannten in der Täleseehalle ein Feuerwerk der Musik ab. Viele stilvoll in Tracht gekleidete Besucher tanzten, sangen, klatschten und schunkelten ausgelassen von Beginn an.

Empfingen, ein Highlight

"Empfingen ist immer schon ein Highlight, wie das Nashville der Countrymusik", lobte Wohlfahrth. Früher kannte man Empfingen nur von der Autobahnausfahrt oder den Verkehrsmeldungen wegen der Autobahn 81 im Radio. Doch über 20 Jahre Beatparade, Mekka aller Techno- und Elektrofans in Süddeutschland, das Hitradio-Antenne-1-Geburtstagsfest mit über 12 000 Gästen, das Jubiläumsfest 1250 Jahre Empfingen und 175 Jahre Musikverein Empfingen und jetzt die Alpin KG: das alles erhebt Empfingen mit seinen breitgefächerten musikalischen Angeboten zu einer Konzert- und Festmeile im ländlichen Raum.

Der Bandleader der Alpin KG, Markus Wohlfahrth, ist kein Unbekannter in Empfingen. Elf Konzerte gab es mit seinen ehemaligen Klostertalern in der Täleseehalle. Der letzte Auftritt war im Jahr der Auflösung der Band, bei der Abschiedstournee im Jahr 2010. Einen Neustart wagte Wohlfarth mit seiner neuen Band Alpin KG 2019 in Empfingen, aber dann legte Corona, wie sollte es anders sein, das öffentliche Leben lahm.

Kontakt brach nie ab

In all der Zeit ist aber der private Kontakt des in Bregenz geborenen und in Klösterle aufgewachsenen Vollblutmusikers zu Empfingen und zur Sportgemeinschaft (SG) Empfingen, vor allem aber zu dem früheren Vorsitzenden Uwe Gfrörer, in dessen Fußspuren jetzt sein Sohn Tim Gfrörer getreten ist, nie abgebrochen. "Vor 20 Jahren auf den Tag genau am 2. Oktober war ich mit den Klostertalern das erste Mal in Empfingen, und vor fünf Jahren war der Neustart mit der Klostertaler Generation."

Markus Wohlfahrth war 34 Jahre lang Sänger und Identifikationsfigur der Klostertaler. Nach der Bandauflösung startete der ausgebildete Trompeter und Flügelhorn-Spieler eine durchaus erfolgreiche Solokarriere mit zwei Soloalben. Trotzdem schien der Vollblutmusiker aus Österreich nicht so recht zufrieden zu sein. Ihm schwebte nämlich schon seit seinen ersten Anfangsjahren in der Volksmusik eine Band im Blechblasstil vor, was er mit Alpin KG letztendlich umgesetzt hat. Außerdem lag ihm neben dem Gesang das Spielen seines Flügelhorns am Herzen.

Betonung auf Blasmusik

Das ist ihm jetzt auch vorzüglich gelungen, mit sechs Musikern an seiner Seite. Sie haben allesamt ihr Handwerk an österreichischen Musik-Hochschulen gelernt und beherrschen entsprechend alles, was ein Bläser können muss: Einsatz, Rhythmus, Spielfreude und solistische Einzelleistungen. Die 26 bis 39 Jahre alten Bandmitglieder sind: Markus Kuen (Trompete, Posaune), Lenz Ganahl (Tuba, Bariton), Stefan Hörtnagl (Saxofon, Steirische), Manuel Stix (Schlagzeug), Thomas Tolloy (Gitarren) und Sebastian Hödl (E-Bass, Posaune).

Das neue, siebenköpfige Ensemble Alpin KG möchte aber auch bewusst das Vermächtnis der Klostertaler am Leben erhalten, was sich im Bandnamen KG, Klostertaler Generation, widerspiegelt. "Ich bin Klostertaler und bleibe das auch, das ist ein großes Stück in meinem Leben", unterstreicht Wohlfahrth. "Der Markus ohne Bühne, das geht nicht", erklärte seine langjährige aus Unterfranken angereiste Pressefotografin der ehemaligen Klostertaler, die früher jährlich rund 30 000 Kilometer für die Klostertaler gefahren sei.

Herzliche Begrüßung

Schon beim Betreten der Bühne wurden die sieben Musiker lautstark, aber vor allen Dingen herzlich begrüßt. Die Band honorierte den freudigen Empfang und legte gleich fulminant los. "Hab di so vermisst" packten die sieben Musiker am Sonntagabend ihren Trennungsschmerz in Liedform. Ob bei partytauglichen Nummern oder bei herzlichen Balladen, die sieben Österreicher feierten mit ihren lebensbejahenden Texten die Stücke ihres Albums. Mit traditioneller alpenländischer Volksmusik, Schlagern aber auch Popmusik brachten sie die Täleseehalle zum Beben. Schnell ließen sich die Konzert-Besucher von der puren Lebensfreude und der Leidenschaft der Künstler für ihre Musik anstecken. Wie gut sie ihre Instrumente beherrschen, zeigten Solis der Vollblutmusiker im Knien oder im Stehen. Natürlich durfte auch das Symbol der alpinen Kultur, das Alphorn, im Reisegepäck nicht fehlen.

Bis zum "Ciao d’amore"

Mitgebracht hatten sie zudem jede Menge neuer Titel, aber auch die Hits alter Klostertaler-Zeiten durften nicht fehlen. Mit einer Reihe von Liedern begrüßte Wohlfahrth seine vier eigens angereisten Brüder recht emotional. Mit einem Hit-Medley der Klostertaler aus den 80er Jahren stieg die Stimmung schnell bis zum Siedepunkt. So hallten "Die längste Nacht der Welt", "Der liebe Gott sieht alles" oder das "O-HO-E-YO" durch die Halle. Der Musik-Mix aus Schlager, Volksmusik, Pop und Brass dürfte jedenfalls am Samstagabend viele neue Fans gefunden haben. Nach einer dreistündigen Power-Veranstaltung verabschiedeten sich Alpin KG nach einigen Zugabestücken mit dem großen Klostertaler-Hit "Ciao d’amore". "Ich fand gute Freunde, die ich nie vergessen kann, Ciao d’amore, es tut so weh", heißt es im Lied.