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Empfingen Heimatliebe geht auch digital

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Am digitalen Fortschritt der Gemeinde sind die Empfinger laut einer Umfrage sehr interessiert. Das wurde im Gemeinderat bekannt. Foto: Ganswind Foto: Schwarzwälder Bote

Die Empfinger fühlen sich mit ihrer Heimat sehr verbunden und sind sehr engagiert. Außerdem sind sie am digitalem Fortschritt ihrer Gemeinde interessiert. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage.

Empfingen. Diese Ergebnisse sollen die Grundlage für das Projekt "Digitalisierung und Heimat" sein (wir berichteten). Die Gemeinde nimmt an einem Förderprogramm des Gemeindetags Baden-Württemberg teil. Dadurch sollen beispielsweise eine Gemeinde-App und andere digitale Ideen umgesetzt werden.

Die Umfrage, an der Empfinger Bürger überwiegend online teilnahmen, gibt vor allem interessante Einblicke, wie die Empfinger ihre eigene Gemeinde bewerten und wie wohl sie sich vor Ort fühlen. Anni Schlumberger von Human IT Service GmbH, die die Umfrage umsetzten, machte bei der Vorstellung im Gemeinderat am Dienstagabend klar, dass die Ergebnisse keinen repräsentativen Charakter haben. Denn es nahmen nur 8,3 Prozent der Gesamtbevölkerung teil. "Wenn man nur die über 16-Jährigen nimmt, dann liegen wir bei zehn Prozent", erklärte sie. Dennoch erhalte man durch die Umfrage interessante Tendenzen.

Was beachtlich ist: "Der Anteil des Altersbereichs 21 bis 35 Jahre ist im Vergleich zu anderen Gemeinden überraschend hoch." 33,5 Prozent aller Teilnehmer sind in diesem Spektrum. Den größten Anteil machen die 36- bis 55-Jährigen aus (38,9 Prozent). "Interessant ist auch, dass die Jüngeren die Gemeinde eher als digital und modern bezeichnen und die Älteren eher nicht." Ein Ergebnis, das man eher umgekehrt erwartet hätte. Die Mehrheit der Beteiligten wohnt bereits seit mehr als 20 Jahren in Empfingen – und die meisten wollen am liebsten auch in Empfingen bleiben. Über 60 Prozent können sich nicht vorstellen, aus der Gemeinde wegzuziehen. Allerdings: Bei den wenigen Teilnehmern, die weniger als zehn Jahre in Empfingen leben, können sich das knapp über 60 Prozent durchaus vorstellen. Vielleicht ein Indiz, dass die Empfinger Gemeinde gut daran tut, sich noch moderner aufzustellen.

Die Teilnehmer sind mit fast allem in Empfingen zufrieden. Das einzige richtige Manko – unabhängig vom Alter – ist wenig überraschend: die Verkehrsanbindung. Der größte Pluspunkt: das Vereinsleben und die Sportangebote.

Was die Empfinger am meisten mit dem Begriff Heimat verbinden? Das sind vor allem eher übliche Gefühls-Gründe: Menschen, die man mag, "mein Zuhause" und Geborgenheit und Vertrautheit. Bei allen Punkten, die in diesem Bereich abgefragt wurden, schneidet "Glaube/Religion" am schlechtesten ab. Fast alle Teilnehmer – außer einer – empfinden "Heimat" als sehr wichtig oder wichtig.

Auch das ehrenamtliche Engagement wird in Empfingen groß geschrieben. Denn über die Hälfte aller Teilnehmer gaben an, dass sie sich vorrangig oder zumindest zum Teil in Empfingen ehrenamtlich engagieren.

Eine interessante Bestätigung für die Gemeinde, dass vieles richtig läuft in Empfingen. Allerdings sollte die Umfrage ja auch Erkenntnisse liefern, was mit den maximal 150 000 Euro (die Hälfte investiert die Gemeinde, die andere der Gemeindetag) passieren soll. Und die teilnehmenden Bürger, die laut Umfrage ihre Informationen am meisten aus der lokalen Presse ziehen, wollen am ehesten und mit deutlichem Abstand zu anderen Ideen eine Bürger-App. Es folgen in der Auswertung ein Imagefilm und virtuelle Rundgänge durch die Gemeinde. Ein virtuelles Heimatmuseum erhält die geringste Zustimmung, wird aber immer noch positiv bewertet. Eine große Mehrheit – circa zwei Drittel – ist der Meinung, dass Digitalisierung einen wichtigen Beitrag leisten kann, das Heimatgefühl zu stärken. Fast 70 Prozent sehen die Digitalisierung als Chance, nur zwei Prozent sehen eher Risiken. "Das sind beeindruckende und auch überraschende Ergebnisse", so Schlumberger.

Bürgermeister Ferdinand Truffner kann diese Ergebnisse zufrieden zur Kenntnis nehmen. Ein klares Ziel hat er aber bereits vor Augen und auch schon angestoßen: "Eine Gemeinde-App lässt sich beim Betreiber unserer Homepage problemlos auf den Weg bringen." Die Software biete bereits diese Möglichkeit. Und was in der App alles stehen könnte? Von einem Meldeservice an den Bauhof, wenn eine Straßenlaterne nicht funktioniert, über eine Suche-Biete-Börse bis zur digitalen Komponente der bisher eher wenig angenommen Mitfahrbänkle ist vieles denkbar. "Wir werden die Ergebnisse nun aufarbeiten", so Truffner. Schlumberger von Human IT Service GmbH empfahl für die zweite Projektphase der Umsetzung, einzelne Bürger in einem Workshop mit ins Boot zu holen.

Ein wenig Kritik wurde übrigens am allgemeinen Vorgehen bei der Pflichtumfrage laut. "Ein großer Kritikpunkt ist, dass jede Gemeinde die Umfrage so gestalten konnte, wie sie wollte", so Truffner. Der Bürgermeister verwies dabei auf die wissenschaftliche Begleitung durch Klaus Koziol, Professor für Social Marketing an der katholischen Hochschule Freiburg und Urheber des Projekts. Was die Analyse der Umfragen in den teilnehmenden Gemeinden angeht, sei er der richtige Ansprechpartner. Augenzwinkernd meinte Truffner im Rat: "Das ist Aufgabe des Professors, das auszuwerten. Dafür ist er ja Professor."

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