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Empfingen Geplante Trasse ist 700 Meter zu lang

Von
Foto: sb-redaktion

Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk brachte Landesverkehrsminister Winfried Hermann gestern bei seinem Besuch in Empfingen nicht mit. Doch Bürgermeister Albert Schindler weiß nun zumindest, woran er ist, wenn es um eine Umgehungsstraße geht.

Empfingen. Es war der erste Besuch von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) im Empfinger Rathaus. Bürgermeister Albert Schindler und einige Gemeinderäte setzten sich mit Hermann an einen Tisch, um mit ihm über die Pläne zu einer Umgehungsstraße zu sprechen. Ein Weihnachtsgeschenk für den Ende des Monats in den Ruhestand gehenden Bürgermeister, wie etwa die Zusage des Landes zu einer Nordumgehung, gab es allerdings nicht. Hermanns Aussagen brachten eher Ernüchterung. Voller Elan führte Schindler die Notwendigkeit einer Ortsumfahrung aus. Verkehrszählung aus den Jahren 2003 und 2010 haben ergeben, dass täglich rund 10 000 Fahrzeuge durch Empfingen fahren. Die Ortsdurchfahrt ist zudem dicht bebaut, so dass die Staub- und Lärmbelastung besonders hoch ist. Schon 2014 wurde das Projekt Nordumgehung in den Generalverkehrsplan des Landes mit Vollzug zwischen 2015 und 2024 aufgenommen. In der ersten Runde zur Planungsfreigabe war die Nordumgehung dann aber nicht dabei.

Hermann lobte das Engagement von Schindler: "Sie haben Feuer bis kurz vor der Pensionierung", sagte Hermann. Zum Thema Straßenbau sagte er: "Wir müssen über das ganze Land reden. Ich habe schon Projekte aus den 50er- und 60er-Jahren eingeweiht." Das Land habe in letzter Zeit einen Sanierungsstau abgebaut. Nun würden 130 Ausbaumaßnahmen anstehen, die vom Land alle gleich behandelt werden müssten. Sprich: Objektive Kriterien zählen. Hermann führte aus, welche Prinzipien das Land anwende, um über Straßenbauprojekte zu entscheiden: "Es sollte möglichst flächensparend gebaut werden. Außerdem sind ökologische Untersuchungen notwendig." Zum Plan der Empfinger Verwaltung, östlich der Autobahn eine Nordumgehung zu bauen, legte ein Mitarbeiter Hermanns die Fakten auf den Tisch: "Die geplante Trasse ist 700 Meter länger als vom Land vorgesehen." Die Gemeinde würde mehr Fläche versiegeln als notwendig, dadurch seien auch die Kosten höher.

Das Land nimmt ökologische Einwände sehr ernst

Auch die Brücke, die unter der Autobahn hindurch führen müsste, treibe die Kosten nach oben. Hermann betonte mehrfach, wie wichtig ökologische Einwände seien. Oft würden gerade an Autobahnen Biotope und Lebensräume für Tiere entstehen, die man dort gar nicht erwarten würde, meinte der Minister.

Schindler blieb trotz der ernüchternden Aussagen hartnäckig in seiner Verhandlung mit dem Minister: "Wir wünschen uns seitens der Verkehrsministeriums, sich der Trassenvariante zu öffnen." Immerhin legte sich Hermann darauf fest, wann das Land mit der Planung beginnen könne: "Vor 2019 kommen wir nicht dazu, aber dann ist es realistisch."

Gemeinderat Uwe Gfrörer, der ebenfalls mit am Tisch saß, fragte Hermann nach der Möglichkeit einer Vorfinanzierung. Da eine Umgehungsstraße gemeinsam mit dem Interkommunalen Gewerbegebiet (IKG) geplant werden müsse, sollte die Gemeinde doch immerhin Voruntersuchungen veranlassen können, um zu wissen, auf welcher Seite des IKGs die Straße verlaufen könnte. Dazu sagte Hermann: "Es gibt viele Kommunen, die ihre Landesstraßen zur Hälfte bezahlen, aber es gibt dafür Regeln. Ich würde Ihnen raten, dabei mit den Behörden und dem Ministerium zusammenzuarbeiten, um die Kriterien zu erfüllen."

Der Besuch Hermanns auf dem Rathaus endete mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde Empfingen.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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