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Empfingen Gebrauchte Mobiltelefone finanzieren Ausbildungen

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In diesen Boxen können alte Mobiltelefone abgegeben werden. Die daraus gewonnnen Rohstoffe finanzieren Ausbildungen in Äthiopien.Foto: Kirchengemeinde Foto: Schwarzwälder Bote

Empfin gen. "Viele haben noch ein altes Handy in einer ihrer Schubladen liegen, das Sie nicht mehr benötigen", da sind sich die Konfirmanden aus Empfingen, Mühlheim und Renfrizhausen sicher.

Sie laden deshalb ein: "Machen Sie mit bei der Handy-Sammelaktion unserer Konfi-Gruppe und werfen Sie es in die bereitstehende Sammelbox in den beiden Gemeindehäusern in Renfrizhausen und Empfingen oder in den Briefkasten beim evangelischen Gemeindehaus."

Die Konfirmanden der Gesamtkirchengemeinde Mühlheim-Empfingen-Renfrizhausen beteiligen sich an der Konfi-Schubladen-Challenge. Gebrauchte Mobiltelefone sollen so dem geordneten Recycling zugeführt werden. Die Landesbischöfe der beiden Evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg haben nämlich alle Konfis im Land bei der Konfi-Schubladen-Challenge herausgefordert, bis Ende November insgesamt 38 000 alte Handys zu sammeln. Mit dem Erlös der Aktion werden Bildungs- und Gesundheitsprojekte in Äthiopien, Uganda und dem Kongo gefördert.

Die "Handy-Aktion Baden-Württemberg" ist eine Aktion verschiedener Organisationen der Kirchen und der Zivilgesellschaft, zu der auch die Evangelische Landeskirche in Württemberg gehört. Sie ist Kooperationspartner der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg und wird vom Umweltministerium unterstützt. Schirmherr ist Umweltminister Franz Untersteller.

Globale Zusammenhänge

In nicht mehr benutzten Handys schlummern wahre Schätze an Rohstoffen wie Gold, Kupfer, Zinn und Kobalt, die nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen und unter anderem im Kongo unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut werden.

Das haben die Jugendlichen bei einem Treffen der Konfirmandengruppe erfahren. Ziel der "Handy-Aktion Baden-Württemberg" ist es, diese Schätze zu heben, wieder in den Kreislauf zurückzuführen und gleichzeitig auf die globalen Zusammenhänge aufmerksam zu machen.

Noch sind vielen Handynutzern diese Zusammenhänge und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt wenig bewusst.

Die Jugendlichen waren selbst überrascht, woher die Rohstoffe für ihr Handy kommen, unter welchen Bedingungen sie teilweise auch von Kindern abgebaut werden.

Aber auch die weiten Wege, die so ein Mobiltelefon zurücklegt, und vor allem wie viele alte Geräte ausgemustert in vielen Haushalten herumliegen, führten zum Entschluss: "Wir machen bei der Handy-Challenge mit."

Damit das Sammeln leicht ist, haben die Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg, die Diakonie Württemberg mit Brot für die Welt, das Deutsche Institut für Ärztliche Mission (Difäm), das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW), die Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart, der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) und das Entwicklungspädagogische Informationszentrum Reutlingen (EpiZ) die Handy-Aktion ins Leben gerufen.

Die Sammlungen werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom durchgeführt.

Perspektive für Zukunft

Mit dem Verkaufserlös dieser Wertstoffe wird zum Beispiel auch ein Projekt unterstützt, bei dem junge Menschen aus benachteiligten Familien in Äthiopien eine Perspektive für ihre Zukunft bekommen sollen.

Mit einer qualifizierten Ausbildung legen sie die Grundlage dafür, später auch einen Arbeitsplatz zu bekommen oder sich selbstständig machen zu können.

Der YMCA (CVJM) Äthiopien kümmert sich vorbildlich um diese jungen Leute und unterstützt sie beim Schritt in die Selbstständigkeit.

In einem Ausbildungszentrum in Addis Abeba werden junge Frauen und Männer in unterschiedlichen Bereichen qualifiziert: Es gibt Ausbildungsgänge im Schneiderhandwerk, für Friseurinnen und Friseure, für Köchinnen und Köche und im Bereich Buchhaltung oder Grafikdesign.

Die Jugendlichen werden bei der Aktion außerdem von den Schülern der sechsten Klasse des evangelischen Religionsunterrichts an der Außenstelle der Werkrealschule in Empfingen unterstützt.

Dort geht im Unterricht darum, was jeder tun kann, um die Schöpfung zu bewahren. "Da liegt es nahe, das mit einer Aktion zu verbinden, bei der die Schüler selbst aktiv werden können", sagt Pfarrer und Religionslehrer Christoph Gruber und hofft zusammen mit den Jugendlichen auf große Unterstützung der Bevölkerung, denn irgendwo liegt sicher noch ein altes Gerät herum.

Weitere Informationen: Vor der Abgabe sollte Sim- und SD-Karten aus den Geräten entfernt und die Handys wenn möglich auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Jedes Handy wird jedoch in einem sicheren Verfahren gelöscht. Akkus sollten sich im Gerät befinden, nicht separat eingeworfen werden Die Handy-Challenge läuft noch bis Ende November www.handy-aktion.de

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