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Empfingen Früher gab es Suppe, heute Bratwurst

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Schüler der Werkrealschule verkaufen auf dem Empfinger Krämermarkt Weihnachtskarten und Punsch. Fotos: Begemann Foto: Schwarzwälder Bote

Der Empfinger Krämermarkt an einem sonnigen Dezembertag: Schüler verkaufen Punsch, im Vereinsheim gibt es Marktessen und auf der Straße bieten Händler ihre Waren an. Das war nicht immer so. Der Weiherplatz ist im Laufe der Jahrhunderte vielseitig genutzt worden.

Emp fingen. Besonders viel los ist am gestrigen kalten, aber sonnigen Donnerstag auf dem Krämermarkt rund um den Empfinger Weiherplatz nicht. Zahlreiche Händler bieten an ihren Ständen Spielzeug, Lederwaren, Kleidung, Besen und Haushaltsgegenstände an. Die Werkrealschule hat einen Stand aufgebaut, an dem sie Weihnachtskarten und Kinderpunsch verkauft. Mehr los ist im Vereinsheim. Der Musikverein bewirtet dort mit dem traditionellen Empfinger Marktessen. Sehr beliebt: ein paar weiße Würste mit Kartoffelsalat und Brötchen. Auch die Kutteln sind nicht vom Menü wegzudenken. Das Marktessen im Vereinsheim ist ein beliebter Treffpunkt für die Empfinger und ein guter Start in den Tag. Bereits gegen 11 Uhr genießen die Gäste Bratwürste und Bier.

Schon seit dem Jahr 1970 findet der Krämermarkt auf dem Weiherplatz statt – so geht es aus einer Hinweistafel der "Empfinger Spuren" hervor. Bis vor Kurzem noch viermal im Jahr, in Zukunft nur noch zweimal jährlich, da der MGV Liederkranz das Marktessen nicht mehr anbieten kann. Der MGV hatte sich mit dem Musikverein abgewechselt.

Der Weiherplatz war aber laut der "Empfinger Spuren" auch schon ein lebhafter und wichtiger Platz in der Ortsmitte lange bevor der Krämermarkt dort veranstaltet wurde. Hätte man den Platz etwa Mitte des 19. Jahrhunderts, um 1850, besucht, wäre ein anderes Bild geboten gewesen: Zwischen 1842 und 1953 befand sich dort nämlich der Empfinger Viehmarktplatz. Statt einem Paar Socken konnte man sich damals also möglicherweise noch ein Pferd, Schweine, Rinder oder Schafe kaufen, während gleich nebenan, wo heute die Bushaltestelle steht, die ärmere Bevölkerung in der Suppenküche ihr Mittagessen einnahm. Die Suppenanstalt gab es ab 1847. Ursprünglich wurde das Gebäude als herrschaftliches Gefängnishaus genutzt, später dann als Waschhaus und schließlich als Suppenküche. Auch ein Weiher befand sich früher auf dem Platz. Daher der Name Weiherplatz. 1392 wurde er als herrschaftlicher Weiher erstmals erwähnt. 1819 ging er in Gemeindebesitz über. 1841 wurde er teilweise, 1960 dann ganz aufgefüllt. Zwischen 1863 und 1945 wurde der Weiherplatz außerdem als Sportplatz genutzt.

Die heute zu sehenden Gebäude sind vergleichsweise jung. Das Sänger- und Musikerheim, 2002 eingeweiht, wurde 1951 als Schulhaus gebaut, 1962 erweitert und zum Vereinsheim der Empfinger Vereinsgemeindeschaft umgebaut. Derzeit entsteht am Weiherplatz das neue Ärztehaus. Die Geschichte des Weiherplatzes geht also weiter.

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