Rund 60 Empfinger Bürger helfen dabei, den Ort sauber zu machen. Fotos: Baiker Foto: Schwarzwälder Bote

Wald- und Feldputzete: Einer der Schwerpunkte befindet sich beim Gelände von Lidl und Netto

Auf die Empfinger kann man sich verlassen, wenn man sie ruft. Denn bei der anberaumten Wald- und Feldputzete waren einige Einwohner zur Stelle.

Empfingen. Am Samstagmorgen um 9 Uhr trafen sich auf dem Parkplatz beim Tennisplatz rund 40 Empfinger Bürger, darunter Erwachsene und Kinder, 16 Pfadfinder mit Pfarrer Christoph Gruber, Vereinsvertreter, Gemeinderäte und auch Bürgermeister Ferdinand Truffner, der betonte, dass er, obwohl er in der Elternzeit ist, einfach als Empfinger Bürger dabei sei. Bei der Bushaltestelle in Wiesenstetten waren es weitere 18 Personen. Auch die Empfinger Jäger waren dabei, kennen doch diese die "besonderen" Müllplätze im Wald.

Alle Helfer waren ausgestattet mit wetterfester Kleidung und festem Schuhwerk, Handschuhe und auch Greifzangen. Die Gemeinde Empfingen stattete die Mülljäger mit gelben Warnwesten und weiteren Handschuhen aus. Bürgermeister Truffner erklärte, dass in Frankreich die Gelbwesten gefürchtet seien, in Empfingen sei man froh über die "Empfinger Gelbwesten".

Der Bauhof war mit an Bord und hatte seine Fahrzeuge mitgebracht. Auch von privater Seite gab es Fahrzeuge mit Anhänger. Bauhofleiter Werner Schäuble teilte die Gruppen ein.

Den Parkplatz dürfen eigentlich nur Kunden anfahren und Lastwagen, die Waren bringen

Die Helfer fuhren die Wald- und Feldwege ab, gingen dabei auch tief in den Wald, um den liegen gelassenen Müll aufzulesen. Einer der Schwerpunkte der verschiedenen "Lieblingsplätze für die Müllsünder" war das Gelände bei Lidl und Netto. Das Gelände bei Lidl hinter den Hecken des Kundenparkplatzes Richtung See "mauserte" sich zu einer echten Müllhalde. Diesen Parkplatz dürfen eigentlich nur Kunden anfahren und Lastwagen, die Waren bringen. Aber oft stehen dort bis zu acht Lastwagen, die alle nichts mit Lebensmitteln zu tun haben, die ihren Müll dort über die Hecke werfen. Die Lastwagen-Fahrer scheuen auch nicht davor zurück, ihre Notdurft auf dem Lidl-Parkplatz zu verrichten. Leere Plastikflaschen mit Urin gefüllt werden ebenfalls einfach weggeworfen. Kleidung, darunter auch weibliche Unterwäsche, ist zu finden.

Bereits um 11.30 Uhr waren die vielen Müllsammler fertig. Was wurde nicht alles zum Bauhof gebracht? Man kann nur staunen. Viele blaue Müllsäcke waren mit allerlei Müll gefüllt worden – Styropor, Plastikplanen und sonstige Plastikteile. Viele Pfandflaschen, Wodkaflaschen und Sektflaschen waren darunter. Zu sehen waren ein Plastikstuhl, Reifen, Felgen, ein Moped-Kennzeichen, Teppiche, Beleuchtungen, WC-Schüssel, Einrichtungsgegenstände für ein Bad, ein skelettierter Kopf von einem Rehbock. Nicht zu verstehen, da gibt es Menschen, die den Müll sauber in blaue Müllsäcke geben und diesen ordentlich zumachen und dann im Wald ablegen.

Nach der getanen Arbeit für die Sauberkeit von Empfingen und Wiesenstetten gab es im Bauhof das wohlverdiente Vesper. Bürgermeister Truffner hatte im Vorfeld Netto ins Gewissen geredet und festgestellt, dass es nicht sein könne, dass im Umfeld von dem Geschäft einfach der Müll weggeworfen wird und Empfinger Bürger wiederum diesen einsammeln. Netto zeigte sich darauf erkenntlich und spendierte für das Vesper alkoholfreie Getränke.

Der Müll selbst wird in der kommenden Woche der Verladestation auf der Deponie Rexingen zugeführt.