Bürgermeister Ferdinand Truffner im Video-Interview mit unserer ZeitungFoto: Gemeinde Foto: Schwarzwälder Bote

Projekte: Sternwarte kommt aus Stuttgart / Truffner plant weiteres Pflegeheim / Urbanes Wohnen in Reichenhalden / Teil eins

"Auch in Corona-Zeiten geht es in Empfingen mit großen Schritten voran. Bei uns herrscht kein Stillstand", betont Bürgermeister Ferdinand Truffner. So wird sich eine Sternwarte ansiedeln. Außerdem soll ein weiteres Pflegeheim in der Gemeinde entstehen.

Empfingen. Der Bürgermeister gab in einem Pressegespräch einen Einblick in den Stand verschiedener Projekte:

Sternwarte

Vo n Empfingen aus soll künftig Weltraumschrott geortet und beobachtet werden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will sein "Weltraumschrott-Forschungsobservatorium" im Innovations-Campus ansiedeln. Denn der bisherige Standort in Stuttgart hat ein großes Problem: Diesmal ist es nicht die Luftverschmutzung, sondern die Lichtverschmutzung, wie Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner (CDU) berichtet. Das heißt: Stuttgart wird am Abend und in der Nacht nicht dunkel genug. Am kommenden Dienstag soll im Gemeinderat grünes Licht für das Baurecht gegeben werden. "Für unsere Gemeinde und für den Landkreis ist das ein großer Gewinn. Auch der Landrat freut sich sehr darüber. Ich erhoffe mir einen weiteren Magneten in der Gemeinde. Denn das könnte auch weitere Ansiedlungen von Firmen nach sich ziehen – vor allem auch im IKG." Kleiner Wermutstropfen: Die Sternwarte ist nicht für die Öffentlichkeit, sondern für die Forschung gedacht.

Neues Pflegeheim

Truffner plant für Empfingen ein weiteres Pflegeheim. Arbeitstitel: "Haus am Tälesee". Die Fläche liegt unterhalb des Gewerbegebiets Alte Kaserne mit Blick zum Tälesee. Bisher sind dort Kleingärten angesiedelt.

"Es han delt sich hier um eine Gemeindefläche. Wir wollen auf die Pächter zu gegebener Zeit zugehen. Für mich hat aber ein Pflegeheim Vorrang vor einer anderen Nutzung."

Das Pflegeheim soll circa 80 bis 90 Plätze haben. Einen interessierten Investor gibt es bereits, der das Projekt umsetzen möchte. "Wenn ein Investor bei uns anklopft, lassen wir ihn immer rein", sagt Truffner schmunzelnd. Der Standort sei ideal: "Barrierefrei können die Bewohner auch zum See. Es sind ausreichend Parkplätze in der Nähe vorhanden. Die Nähe zur Autobahn macht das Pflegeheim auch für Menschen aus der Umgebung interessant."

Der Bedarf sei auf jeden Fall vorhanden. "Die beiden Pflegeheime in der Gemeinde sind bereits am Limit." Auch finanziell würde sich ein weiteres Pflegeheim für die Gemeinde lohnen. "Man nimmt zwar keine Gewerbesteuer ein, aber für viele Menschen ist dann der Erstwohnsitz die Gemeinde Empfingen", berichtet der Bürgermeister.

Der Jugendclub und der Festplatz werden vom Investor nicht als Hindernis gesehen, betont Truffner, sondern positiv für Senioren gewertet wird. "Da ist Leben und da hat man auch Spaß, besser geht es auch für den Lebensabend ja nicht."

Reichenhalden

G roße Pläne hat Truffner auch mit dem Gebiet Reichenhalden. "Wir sind im Gespräch mit Investoren. Es ist möglich dass die Gemeinde oder ein Investor das Gebiet kaufen könnte." Allerdings ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BiMA) nicht unbedingt als einfacher Verhandlungspartner bekannt. Deswegen schmiedet Truffner hier etwas langfristigere Pläne: "Ich bin ein ungeduldiger Mensch und will so etwas am liebsten sofort umsetzen, aber ich denke, dass wir hier die kommenden zehn Jahre ins Auge fassen sollten. Das ist ein realistischer Zeitrahmen"

Der Bürgermeister stellt sich hier ein "urbanes Wohnen" vor, mit der Nähe zur Autobahn als großen Trumpf. In Videokonferenzen sei man schon mit Investoren im Gespräch. Parallel möchte Truffner die Hochschule Nürtingen mit ins Boot holen, um ein Studentenprojekt zu kreieren. "An diesem Standort spielt die Zukunftsmusik von Empfingen. Das sind insgesamt sechs Hektar, hier muss alles komplett neu entstehen, gemeinsam mit der Bürgerschaft."

Hat Truffner Sorge, dass bisherige Anwohner Probleme machen? Immerhin sind die Wohnungen aktuell sehr günstig zu haben. "Viele, vor allem Ältere, haben signalisiert, dass sie sich vorstellen können, eine neue Wohnung, am besten noch barrierefrei, dort zu kaufen. Außerdem kann man beispielsweise auch einen gewissen Prozentsatz an Sozialbau einplanen."