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Empfingen Ein halbes Jahrhundert Schaffenskraft

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Hubert Deuringer, eine musikalische Ausnahmeerscheinung. Mit dem Akkordeon konnte er sein musikalisches Talent entfalten.Archiv-Foto: Baiker Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Jürgen Baiker

Empfingen. Nach kurzer schwerer Krankheit starb Kapellmeister Hubert Deuringer wenige Monate nach seinem 90. Geburtstag am vergangenen Montag.

Der Kapellmeister Hubert Deuringer wurde am 18. Januar 1924 in Empfingen geboren, seine Eltern waren Josef und Jule Deuringer. Er besuchte die Volksschule in Empfingen. Bereits in seinem Entlassungszeugnis wird sein musikalisches Talent dokumentiert: "Gesang sehr gut".

Seine Musikalität wird auch in einem lyrischen Dacapo zu seinem 80. Geburtstag hervorgehoben. Dort ist zu lesen: "Im Singen aber und Musik war er ne ganze Klass’ für sich: mit sechs Klavier, mit sieben Bläser, mit Geig war’s nix, er kratzt drauf rum, doch gut lag ihm’s Akkordeon." Dieses Instrument war Zeit seines Lebens sein Talisman.

Als junger Mann spielte Deuringer von Samstag bis Montagfrüh mit einem Tanz-Trio bei Hochzeitsfeiern. Sein Lehrer erkennt seine Begabung und rät seinem Vater, dass Hubert an der Musikhochschule in Stuttgart studieren soll. Das Vorspiel dort gelingt, der Professor sagt zu, aber wer soll die Kosten dafür tragen? Die Mutter hätte gern, dass Deuringer Pfarrer wird. "Ein Pfarrer, der musizieren und richtig in der Kirche singen kann wäre etwas Neues im Zollerland", sagt sie zu ihm. Der Vater nimmt ihn schließlich in die Lehre als Flaschner.

Doch das Blatt wendet sich: Die Firma Hohner sucht junge Leute im Land mit Sinn und Freude an Musik. Das Studium ist kostenlos, somit ist auch der Vater damit einverstanden. So studierte Hubert Deuringer in Trossingen.

Nach dem Studium begann er sein umfangreiches musikalisches Schaffen, bei dem sich sein musikalisches Talent voll entfalten konnte. Dieses Talent trug mit dazu bei, dass Deuringer zwei Semester überspringen konnte und mit 16 Jahren der jüngste Musiklehrer wurde.

Dann zog es ihn hinaus in die Welt: 1945 begann Hubert Deuringer als Akkordeonist bei Radio Stuttgart. 1947 wechselte er zum neu gegründeten Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden und leitete ein Jahr später das Tanzstreichorchester des SWF. In zahlreichen Fernsehsendungen war Hubert Deuringer in den 1950er und 1960er Jahren als Solist und Orchesterleiter zu sehen. Danach dirigierte er das Rundfunkorchester des SWF (heute SWR) und war Dozent für Akkordeon-Stilistik und Improvisation am Hohner-Konservatorium in Trossingen.

1964 erhielt er für seine Verdienste um die Volksmusik die Hermann-Schittenhelm-Medaille (Schittenhelm war der Gründer des ersten Harmonikaorchesters im Jahr 1927).

Die Schaffenskraft von Hubert Deuringer umfasste über ein halbes Jahrhundert. Er spielte über 80 CDs ein – eine hat den Titel "Mister Akkordeon". Dieser Titel verdeutlicht am besten seine Schaffenskraft und sein Ausnahmetalent.

Gemeinde Empfingen hat sein Lebenswerk für Nachwelt erhalten

Die Gemeinde Empfingen hat Deuringer im Heimatmuseum einen eigenen Raum gewidmet. In diesem ist sein Lebenswerk untergebracht und archiviert. Seine Frau Ursula Deuringer ist eine profunde Kennerin seines beruflichen Schaffens. Sie erinnert sich an so manche Anekdote in Deuringers Leben, wie zum Beispiel, als Hubert Deuringer beim Bundespresseball, damals unter Bundespräsident Heinrich Lüdke, aufspielen durfte und ein gern gehörter Musiker war.

Neben seiner Ehefrau Ursula, den Kindern Tobias, Tilmann, Maria mit Familien, darunter die Enkel Julia, Benedikt, Theresia, Florian, trauern auch viele musikalische Weggefährten um eine außergewöhnliche Persönlichkeit, um den "Mister Akkordeon", der in der Familie und in seinem musikalischen Schaffen außergewöhnliche Akzente setzte.

Der Trauergottesdienst zur Feuerbestattung findet heute, Freitag, 20. Juni, um 14 Uhr in der St.-Georgs-Kirche in Empfingen statt.

 
 

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Florian Ganswind

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