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Empfingen Der Wald hat eine wichtige Erholungsfunktion

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Zu einer Waldbegehung mit dem Gemeinderat lud Bürgermeister Ferdinand Truffner ein. Während der 2,5 Stunden langen Begehung wurden dann verschiedene Orte besucht.

Empfingen. Treffpunkt der Räte und vieler Empfinger Bürger war am Parkplatz Hungerbühl (nach der BAB-Auffahrt A 81 Richtung Haigerloch, am Waldtrauf rechts).

Bürgermeister Truffner erklärte, dass man auf der Markung man verschiedene Stellen in den Blick nehmen und dabei folgende Fragen in den Fokus rücken möchte: Wie sieht der Wald aus? Wo gibt es Probleme – Stichwort Trockenheit? Truffner wies noch darauf hin, dass man wegen des Coronavirus Abstand halten soll.

Revierförster Achim Walter, ein exzellenter Kenner des Empfinger Waldes, erläuterte an den einzelnen "Stationen" die Situation.

Vom Hungerbühl aus ging es zum Ameisenloch (Am Eisen Loch), zur Breitebene (auch Breitbank genannt), dann zum Geretsee (vom Landratsamt Freudenstadt mit Datum 15. Januar 1992 zum Flächenhaften Naturdenkmal erklärt), zum Seewald (Saiwald) und zum Bodenlosen See.

Für Achim Walter war es wichtig die Problematik Borkenkäferbefall, dies vor allem in trockenen Jahren, zu zeigen, aber auch die Problematik Sturmholz, mit der man zusätzlich leben muss. Der Wald sei teilweise in einem desolaten Zustand, so Walter. Die Aufforstung kostet viel Geld, erklärte der Revierförster. Aber Aufforstung müsse sein, wenn es keine Naturverjüngung gibt. Bei der Aufforstung vertrocknen wegen des trockenen Wetters 50 bis 80 Prozent der Pflanzen. Für Walter ist es deshalb wichtig zu zeigen, wo das Geld hingeht und was Geld bringt. Denn nur starkes Holz bringt etwas.

Im Geretsee habe die Gemeinde vor 14 Jahren Wald gekauft. Dieser stand noch zwei Jahre, dann kam der Sturm.

Weiter ging es zum Seewald. Dort gibt es einen über 100-jährigen Bestand.

Allgemein ließ Walter immer wieder nachdenkliche Informationen einfließen. Der Wald brauche mehr Aufmerksamkeit, dies politisch und finanziell. Denn die Borkenkäfer machen keine Pause, sie schaffen sozusagen jeden Tag 24 Stunden. Man dürfe auch mit Kultursicherungsmaßnahmen nicht zu schnell aufhören. "Wir brauchen die Jagd. Wenn man Rehe und Wildschweine nicht schießt sucht die Natur eine andere eigene Lösung", erklärte Walter. Diese könnte dann in der Schweinepest liegen.

Die Zukunft des Waldes liege laut dem Revierförster im Mischwald. Denn nicht zuletzt sei es heute schwierig Leute zu finden, die Brennholz brauchen. Walter ist sich auch sicher, dass das Holz teurer wird. Waldbesitzer seien somit "die Ölscheichs von morgen".

Japangras ist eine unerwünschte Begleitvegetation bei der Verjüngung, da das Japangras schnell wächst, erläuterte der Revierförster. Bei der Verjüngung können außerdem Zäune aus Maschendraht helfen Wild von der Verjüngung fernzuhalten, sind aber sehr arbeitsintensiv und kosten viel Geld. Ein Problem stellt dann auch die Entsorgung dar.

Walter stellte fest, dass der Wald in Empfingen eine wichtige Funktion habe als Erholungsgebiet, wie auch die Radwege Hohenzollernweg und Neckartalweg zeigen, sowie Wandergruppen, die durch den Empfinger Wald marschieren. Auch Autofahrer, die ein verschwiegenes Plätzchen suchen, sind zu finden, wohl wissend, dass die Waldwege, auch wenn sie befestigt sind, nicht für Autofahrer da sind. Wenn die Waldwege kaputt sind und nicht repariert werden, was wiederum Geld kostet, dann holt niemand mehr Holz, ist sich Walter sicher.

Ein Highlight am Ende der Waldbegehung war der Bodenlose See, der einen Radius von 70 Metern hat. Viele Teilnehmer an dieser Waldbegehung haben den Bodenlosen See schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Er gehört dem Fürsten von Hohenzollern. Man sollte etwas machen, dies vor allem im Blick auf die kommende 1250-Jahr-Feier. Der bodenlose See, um den sich viele Sagen ranken, ist an seiner tiefsten Stelle neun Meter tief. Er wächst immer weiter zu, wenn man nichts macht.

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