Wer in Empfingen direkt an der Durchgangsstraße wohnt, der hat, was Lärm angeht, nicht viel zu lachen. Foto: Hopp

Bis zu 75 Prozent gibt es seitens des Regierungspräsidiums für Anwohner der Ortsdurchfahrt.

Empfingen - 75 Prozent Zuschuss beim Einbau von Schallschutzfenstern: Das hört sich doch nicht schlecht an. In Empfingen können Anwohner der Ortsdurchfahrt diese Kostenbeteiligung seitens des Regierungspräsidiums erhalten – vorausgesetzt sie erfüllen bestimmte Kriterien.

Diese beinhaltet beispielsweise die Überschreitung der Immisionsgrenzwerte der Lärmsanierung von 72 dB(A) oder in der Nacht von 60 dB(A). Außerdem muss das »zu untersuchende« Gebäude vor dem 1. April 1974 errichtet worden sein, so die Vorschriften seitens des Regierungspräsidiums weiter.

Neu ist der Zuschuss nicht. Bereits vor gut zehn Jahren hätten Anwohner an der Durchfahrtsstraße diesen in Anspruch nehmen können. Und das hätten auch einige getan, meint Empfingens Bürgermeister Albert Schindler auf Nachfrage unserer Zeitung. Diese hätten sich auf den Bereich zwischen Rathaus und der Einmündung Gartenstraße beschränkt.

Im Herbst 2012 habe er nun beim Regierungspräsidium nachgefragt, ob die Fördermöglichkeit eigentlich weiter besteht. Ergebnis: Sie tut es. Und zwar nun noch in einem größeren Bereich als bisher. Nämlich schon bereits ab der Einmündung Friedhofstraße bis zur Einmündung Gartenstraße. An diesen beiden Stellen hat das Regierungspräsidium schalltechnische Untersuchungen vorgenommen, die ergaben, dass hier jeweils die Immissionsgrenze in diesem Bereich überschritten wird. Die Beurteilung stützt sich auf die Fahrzeugdichte und insbesondere den Lkw-Anteil auf der Durchfahrtsstraße. Diese Zahlen ermittelt das Straßenbauamt in alle paar Jahre stattfindenden Erhebungen.

Schindler weist darauf hin, dass das Regierungspräsidium nicht überall entlang der gesamten L 410 (also Horber und Haigerlocher Straße) schalltechnische Untersuchungen vornehmen kann, schlichtweg weil das Personal fehle. Generell hätten alle Eigentümer, deren Gebäude entlang der L 410 liege aber die Möglichkeit, einen Antrag auf Erstattung von Kosten für Lärmschutzmaßnahmen zu bekommen. Deshalb empfiehlt Schindler auch, den Antrag zu stellen, auch wenn sich das Gebäude außerhalb des oben genannten Bereichs befindet. Für Gebäude in der zweiten Reihe sieht Schindler allerdings keine großen Hoffnungen. Lärmmessungen hätten ergeben, dass bereits bei einem Abstand von zehn Metern zu der L 410 die Immissionsgrenzwerte nicht mehr überschritten werden.

Der Empfinger Bürgermeister weist des Weiteren noch auf eine Besonderheit hin: Das Sanierungsgebiet Ortskern überlappt sich an einigen Stellen mit der Ortsdurchfahrt. Im Zuge des Sanierungsgebietes gewährt die Gemeinde hier 25 Prozent Zuschuss auf Schallschutzmaßnahmen. Sollten Hauseigentümer die 75 Prozent Zuschuss der notwendigen Lärmschutzmaßnahmen seitens des Regierungspräsidiums bekommen, so erhalten sie aber nicht auch noch den 25-prozentigen Zuschuss. Wie das Regierungspräsidium hinweist, handelt es sich bei dem 75-Prozent-Zuschuss um eine freiwillige Leistung, auf die kein Rechtsanspruch besteht.

Nähere Informationen sowie Antragsformulare sind erhältlich beim Bürgermeisteramt Empfingen. Ansprechpartner ist Hauptamtsleiter Theo Walz, Telefon 07485/ 99 88 15 oder E-Mail Theo.Walz@empfingen.de.