Vorsitzender Arthur Hellstern (von links) Bürgermeister Ferdinand Truffner im Mini-Bagger und Schriftführer Norbert Ganion beim symbolischen Spatenstich. Fotos: Schwind Foto: Schwarzwälder Bote

Vereine: Symbolischer Spatenstich des Kleintierzuchtvereins Empfingen / Unterkunft für seltene Hühnerrasse "Brakel gold"

Ein Mitglied des Empfinger Kleintierzuchtvereins möchte die seltene Hühnerrasse "Brakel gold" züchten allerdings sind alle Zuchthäusle von Züchtern belegt. Deshalb erfolgte nun der symbolische Spatenstich für eine neue Stallung.

Empfingen. Wie kaum ein anderer Verein lebt der Empfinger Kleintierzuchtverein die Faszination Kleintierzucht. Während viele Nachbarvereine ums Überleben kämpfen expandiert der Empfinger Kleintierzuchtverein (KTZV). Gestärkt durch diesen Rückenwind geht der kleinste Empfinger Verein seinem 100 Jährigen Bestehen in diesem Jahr entgegen.

Treffpunkt und Zentrum der Empfinger Kleintierzucht ist die Kleintierzuchtanlage beim Tälesee. Hier spielen sich große Teile des Züchterlebens ab. Hier trifft man sich zum Füttern, Fachsimpeln und gerne auch einmal auf eine Flasche Bier. Zwar gibt es noch viele Züchter, welche ihre Tiere zuhause am Haus haben, aber die Zukunft dürfte schon der Zuchtanlage gehören, da man in Neubausiedlungen keine Kleintierzucht betreiben darf.

Um die seltene Hühnerrasse "Brakel gold" zu züchten, hat nun ein Mitglied den Bedarf einer Stallung in der vereinseigenen Kleintierzuchtanlage angemeldet, doch leider sind alle Zuchthäusle von Züchtern belegt.

Artgerechte Haltung und Tierwohl haben oberste Priorität

Beim Empfinger Kleintierzuchtverein hat das Tierwohl und die artgerechte Haltung mit viel Auslauf im Freien oberste Priorität, darum hat die Vereinsleitung entschieden, dem Bauwunsch gerne nachzukommen. Der Neubau wäre auch ein Garant, die Anzahl der gezüchteten Rassen im Kleintierzuchtverein Empfingen zu erhöhen und auch weiterhin eine hochwertige und nachhaltige Kleintierzucht betreiben zu können, erklärte Vorsitzender Arthur Hellstern.

Da dem Verein wegen der Corona-Pandemie die Einnahmen weggebrochen sind, war er nun auf Spenden angewiesen. Das Projekt wird zwar mit einem Zuschuss des Landesverbandes der Rassegeflügelzüchter und der Gemeinde Empfingen mitfinanziert, zudem werden alle möglichen Arbeiten in Eigenleistung erledigt. Trotzdem fehlten noch weitere finanzielle Ressourcen, und so sind die Kleintierzüchter auf die Crowdfunding-Plattform der Volksbank EG Horb-Freudenstadt gestoßen (wir berichteten). Mit seinem Projekt meldete sich der Kleintierzuchtverein bei dem "Viele schaffen mehr"-Crowdfunding Portal der Volksbank (VB) Horb-Freudenstadt an und startete ein neues Projekt.

Bürgermeister Ferdinand Truffner zeigt seine "analogen" Fähigkeiten

Zur Finanzierung des Neubauprojektes fehlte am Ende noch ein Betrag von 4500 Euro, und 5450 Euro sind es aus dem Crowdfunding geworden.

Nach der erfolgreichen Finanzierung kann der Kleintierzuchtverein Empfingen nun die Baukosten der Stallung stemmen und die Spenden für das Wohl der Kleintierzucht nutzen. "Sollte es zu einer Überfinanzierung des Projektbudgets kommen, soll das Geld der Renovierung des Züchterheims und der Unterstützung der Jugendgruppe zugute kommen", plant der Vorsitzende Arthur Hellstern.

Am Donnerstagabend war es nun soweit mit einem Spatenstich die Arbeiten zu beginnen. Sichtlich erfreut zeigten sich die Mitglieder und auch die Vorstandschaft, dass der Empfinger Bürgermeister Ferdinand Truffner seiner Einladung nachkam und damit die Kleintierzüchter wertschätzte. Wenn die Empfinger Kleintierzüchter etwas machen, dann auch richtig. Man konnte ja schließlich dem Gemeindeoberhaupt keinen Spaten in die Hände drücken, und so durfte Truffner standesgemäß den Minibagger bedienen. Dass der Bürgermeister digital kann ist keine Frage, beim Spatenstich zeigte er aber seine "analogen" FähigMkeiten.

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