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Empfingen 23 Prozent mehr Abwasser pro Tag

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Der Abwasserverband Empfingen hat in seiner Versammlung im Dorfgemeinschaftshaus in Wiesenstetten seinen Haushaltsplan für 2020 verabschiedet.

Empfingen/Sulz-Fischingen. Mit dem Abschnitt "Felshang-Neckarknie" steht der letzte, aber komplizierteste und teuerste Teil der Abwasserkanalsanierung vom Regenüberlaufbecken in Renfrizhausen bis zur Ortslage von Fischingen an. Bereits in der kommenden Woche möchte sich Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner mit der ausführenden Firma Schneider Bauunternehmung aus Haigerloch-Gruol vor Ort treffen, um die letzten Unklarheiten zu besprechen. Die Firma Schneider war mit 667 462 Euro der deutlich günstigste Bieter von insgesamt fünf Anbietern bei der Ausschreibung der Baumaßnahme. Mit diversen Vorarbeiten, Entschädigung des Wehrbetreibers und dem Posten Unvorhersehbares steigt das Sanierungsvolumen auf 775 000 Euro. Zusätzliche Anforderun gen der Behörden lassen die Kosten um rund 15 Prozent oder 119 000 Euro über die Kostenrechnung aus dem Februar 2019 steigen.

Im Finanzhaushalt des Abwasserverbands sind für den Finanzplanungszeitraum bis 2023 Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen in einem Umfang von rund 1,2 Millionen Euro geplant. Davon entfallen alleine 846 000 Euro auf das Jahr 2020. Möglichst schnell muss die Erneuerung der Rechenanlage am Zulauf zur Kläranlage in Fischingen vonstatten gehen. "Die Rechenanlage ist mittlerweile 15 Jahre alt, eine für diese Anlagen übliche Lebensdauer", erklärte Verbandsvorsitzender Truffner. Daher soll die Rechenanlage für rund 80 000 Euro erneuert werden. Eine Reparatur der Rechenanlage für die angebotenen rund 65 000 Euro sei nicht wirtschaftlich. Für das Jahr 2022 ist vorerst einmal eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Betriebsgebäude angedacht. Hierfür sollen aber erst die rechtlichen Rahmenbedingungen und der wirtschaftliche Betrieb überprüft werden.

Für einen Reaktor müssten rund 20 000 Euro eingeplant werden. Für betriebliche Verbesserungen sind für die Jahre 2021 bis 2023 20 000 Euro in der Planung. Zur Reduzierung der Klärschlamm-Menge ist für 2021 eine Kühlung des Klärschlamms für 40 000 Euro geplant. Für die Instandhaltung der Verbandssammler und der Kläranlage sind wie im Vorjahr 15 000 Euro eingeplant. Die Ergebnishaushalte der Jahre 2021 bis 2023 wurden als Orientierung am Haushaltserlass von 2020 hochgerechnet, erklärte Kämmerer Reinhard Dettling. So ergeben sich für die Jahre folgende Kosten: 2020: 533 000 Euro, 2021: 551 000 Euro, 2022: 565 000 Euro und 2023: 580 000 Euro.

Die reinen Betriebsaufwendungen für die Abwasserbeseitigung und -reinigung als Kernaufgabe des Zweckverbandes wurden mit 30 000 Euro um rund 5000 Euro höher als im Vorjahr angesetzt. Der Abwasserverband arbeitet auch weiterhin ohne Kreditaufnahmen und solche sind bis auf weiteres auch nicht vorgesehen.

Truffner gab bekannt, dass die Vergabe der mobilen Schlammentwässerung und thermischen Klärschlammverwertung an Manfred Oswald aus Sulz  mit einer Angebotssumme von 224 845 Euro für den Zeitraum April 2020 bis März 2023 mit optionaler Verlängerung bis März 2024 erfolgt sei.

Für das Geschäftsjahr 2019 konnte der Empfinger Kämmerer Reinhard Dettling noch keine Abrechnung und auch keine Zahlen vorlegen. Grund dafür sei die Umstellung der Buchführung auf die Doppik sowie das Buchführungssystem. Truffner stellte ein zusätzliche Verbandsversammlung im Herbst in Aussicht, wenn das Zahlenwerk fertig ist.

Wassermenge gestiegen

Weil der Verband keine Finanzmittel ansammelt und weil in den Jahren 2021 bis 2023 keine großen Investitionen vorgesehen sind, kommt es zu Rückzahlungen aus der Vermögensumlage, welche anteilmäßig an die Verbandsgemeinden ausbezahlt werden sollen. Zentrale Aufgabe des Zweckverbandes ist aktuell die Fortsetzung und Vollendung der Erneuerung des Verbandssammlers oberhalb der Ortslage Fischingen.

Der Klärwärter in der Fischinger Anlage, Edwin Bailer, gab einen Abriss der Werte für das Jahr 2019. Demnach ist die Rohwassermenge gegenüber 2018 um 18 Prozent auf jetzt 917 360 Kubikmeter gestiegen. Die mittlere Abwassermenge pro Tag ist um 23 Prozent auf 1086 Kubikmeter gestiegen. Die Reinigungsleistung der Kläranlage liegt schon seit Jahren konstant bei 95 Prozent.

Wegen den Bauarbeiten an der Abwasserkanalsanierung sei für Bailer im vergangenen Jahr erhebliche Mehrarbeit angefallen, wie er berichtete. Dafür bekam er vom Ferdinand Truffner ein "Empfinger Kästle" als Nervennahrung. Zusätzlich schwärmte das Verbandsoberhaupt von seinem Klärwärter. "Das Hineinknien Bailers erspart uns viele Ingenieurleistungen und damit auch Kosten", konstatierte Truffner.

Auf die Anfrage der Mühlheimer Ortsvorsteherin Barbara Klaussner versicherte Bailer, dass kein ungeklärtes Wasser von der Kläranlage in den Neckar laufe. Klaus Gaiselmann, Leiter des Umweltschutzamts im Landratsamt Rottweil, erklärte, dass Klaussner die Rückhaltebecken meine, welche tatsächlich durch hohe Wassermengen überlaufen könnten und nur zum Teil gereinigt, keinesfalls aber ungereinigt, ins Gewässer gelangen könne.

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