Haben ihre Leidenschaft für Bücher zum Beruf gemacht: Felix Rau und Gabi Roth arbeiten als Buchhändler bei Osiander in Donaueschingen. Hier geben sie persönliche Buchtipps. Foto: Sabrina Morenz

Buchhändler stellen ihre Lieblingsschmöker vor. Auch junge Leser freuen sich über Buchgeschenke unterm Baum. Ein Überblick von Fantasy bis Ratgeberliteratur.

Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür. Zwischen gutem Essen und Familientreffen bleibt dann wieder Zeit für Entspannung – und ein gutes Buch. Wer noch auf der Suche nach dem passenden Lesestoff für sich oder seine Liebsten ist, muss nicht planlos in den Läden stöbern. Vier Donaueschinger Buchhändler verraten hier ihre persönlichen Lesetipps.

 

Sind Bücher überhaupt noch beliebte Geschenke unter dem Weihnachtsbaum? „Absolut“, ist sich Felix Rau sicher. Der Buchhändler ist seit seiner Kindheit vom Lesen begeistert. Nachdem die Verkäufe eine Zeit lang zurückgegangen seien, gebe es jetzt wieder ein massives Interesse an dem Medium. „Das ist eine total interessante Entwicklung in den letzten Jahren“, sagt Rau.

Insbesondere die Gruppe der jungen Leser habe stark zugenommen. Die kämen vor allem über die Sozialen Medien, wo manche Nutzer ihre Lieblingsbücher empfehlen. „Am meisten verkaufen wir dadurch Fantasy, Romance und Bücher für junge Erwachsene“, sagt der Buchverkäufer.

Fantasy-Bücher liest Felix Rau ebenfalls sehr gerne. Seine Kollegin Gabi Roth ist eher von Krimis begeistert, liest aber viele verschiedene Stilrichtungen. Die gebürtige Hüfingerin arbeitet seit sechs Jahren bei Osiander.

Gabi Roth und Felix Rau haben für die Weihnachtszeit Lesetipps zu verschiedenen Genres auf Lager. Auch Buchhändler Daniel Beurer von Morys Hofbuchhandlung und Gerhard Werb aus dem Laden Thedy haben Tipps parat.

Kinderbuch „Jims brillante Weihnachten“ von Emma Thompson und Axel Scheffler handelt von dem klugen Hund Jim, der in einem englischen Museum lebt, und die erste gedruckte Weihnachtspostkarte überbringt. „Das ist ein wunderschönes Buch“, sagt Gabi Roth. „Es beruht auf einer wahren Geschichte“, erklärt die Buchhändlerin. Die Geschichte sei sehr niedlich und habe ein schönes Ende. „Und passt super zu Weihnachten“, ergänzt Gabi Roth.

Leseanfänger „Haustiergeschichten“ von Ann-Katrin Heger und Alexander Bux findet Geschäftsführer Gerhard Werb in der Buchabteilung von Thedy empfehlenswert. Kinder, die gerade lesen lernen, können zum Beispiel in den Bildermaus-Büchern mithilfe der Symbole in den Sätzen selbst vorlesen. „Die Bücher sind sehr schön“, sagt Werb. Weiterer Tipp: die Leserabe-Geschichten.

Jugendbuch „Die goldene Schreibmaschine“ von Carsten Henn empfiehlt Buchhändler Felix Rau als Jugendbuch ab zehn Jahren, aber auch für Erwachsene. Die Schreibmaschine kann bereits existierende Bücher umschreiben – und so die Geschehnisse in der Welt verändern. „Das ist ein total cooles Szenario. Das Buch hat sehr spannende Szenen, ich habe es sehr gerne gelesen“, erklärt Buchhändler Rau.

Fantasy „Babel“ von Rebecca F. Kuang ist ein Fantasy-Tipp von Felix Rau: „Ich lese ‚Babel‘ gerade selbst. Das ist ein sehr intelligenter Fantasyroman.“ Die Geschichte spielt im Jahr 1836 in Oxford und handelt von der Magie der Sprache. Dabei enthält der Roman auch reale Begebenheiten, die mit Fantasy-Elementen kombiniert werden. „Das ist ein intelligenter Kommentar auf den Kolonialismus. Man lernt viel beim Lesen“, findet Felix Rau.

Historisch „Tausend Meilen Weites Land. Ein früherer Western“ von Meinrad Braun, Völkerkundler und Psychotherapeut, ist der Tipp für einen historischen Roman, den Daniel Beurer von Morys Hofbuchhandlung parat hat. „‚Tausend Meilen weites Land‘ ist ein richtiger Western, aber realistisch dargestellt“, fasst Beurer zusammen. Der Protagonist verlässt im 19. Jahrhundert seine Heimat im Schwarzwald und sucht wie viele andere Menschen in dieser Zeit sein Glück in der Neuen Welt. „Das Buch ist toll geschrieben und hat eindrucksvolle Schilderungen.“

Romane „Täuschend echt“ von Charles Lewinsky empfiehlt Daniel Beurer für Freunde von witzigen Romanen. „‚Täuschend echt‘ ist eine sehr witzige Gesellschaftssatire.“ Die Hauptfigur, ein Werbetexter, verliert auf einen Schlag alles. Dank Künstlicher Intelligenz schreibt er ein Buch und kommt wieder auf die Beine. Doch seine ehemalige Geliebte kennt das Geheimnis hinter seinem neuen Buch und hat den Protagonisten schon einmal zu Fall gebracht. „Es ist sehr gut geschrieben und sehr aktuell“, sagt Beurer.

„Monas Augen“ von Thomas Schlesser kann Gabi Roth sehr empfehlen. Nachdem Mona plötzlich für einen kurzen Moment erblindet, möchte ihr Großvater, dass sie sich an der Schönheit der Welt sattsieht. Deshalb geht er mit seiner Enkelin ins Museum und zeigt ihr dort die Kunstwerke. „Das Buch ist total schön. Der Opa erklärt die Kunst sehr anschaulich“, sagt Gabi Roth zu dem Roman. „Man lernt auch viel über die Künstler.“

„Caledonian Road“ von Andrew O'Hagan ist ein weiterer Tipp für einen Gesellschaftsroman von Felix Rau. „‚Caledonian Road‘ ist ein dicker Schmöker für mehrere Tage.“ Der Protagonist erlebt seinen eigenen Niedergang und wird dabei mehrfach in seinem Selbstbild herausgefordert. „Sehr flüssig geschrieben und es gibt einen lustigen allwissenden Erzähler“, erklärt Rau.

Krimi „Lückenbüßer“ von Klüpfel Korbr hat Gabi Roth für Krimifans herausgesucht. In „Lückenbüßer“ leitet Interims-Polizeipräsident Kluftinger einen chaotischen Einsatz, bei dem ein Polizist ums Leben kommt. Dabei kann er schlechte Schlagzeilen gerade gar nicht gebrauchen – denn er kandidiert für den Gemeinderat. „Ein Krimi mit Humor“, fasst Roth zusammen.

„Black Forest“ von Wolfgang Schorlau handelt davon, dass Eindringlinge nachts über einen Schwarzwaldhof schleichen und ein Mordanschlag verübt wird. Der geplante Bau eines Windrads scheint eng mit den Ereignissen verknüpft zu sein. „Das Buch ist sehr gut recherchiert und sehr spannend“, sagt Daniel Beurer.

Thriller „Thin Air“ von Kellie M. Parker sorgt für Spannung, ist sich Felix Rau sicher. Um bei einem Wettbewerb für ein Uni-Stipendium mitzumachen, sind zwölf Teilnehmer in einem Privatflugzeug unterwegs. Plötzlich wird jemand aus der Gruppe ermordet. „Auf dem Flug ist jede Menge Zeit, um ums Leben zu kommen“, sagt Rau. „Bei dem Thriller handelt es sich um ein sehr spannendes Katz- und Mausspiel.“

Ratgeber „Can't hurt me“ von David Goggins ist für alle, die noch auf der Suche nach einem inspirierenden Selbsthilferatgeber sind, sagt Felix Rau. „Das Buch ist enorm aufbauend und inspirierend. Ich habe immer wieder reingelesen.“

David Goggins beschreibt in seinem Buch, wie er sich aus Armut und Perspektivlosigkeit herausgekämpft hat und zu einem der weltbesten Ausdauersportler und einer Ikone in der US-Armee wurde.

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