Große Teile Wessingens bleiben erstmal im Funkloch: Der Funkmast sendet noch immer keine Signale aus – und das mehr als zwei Jahre, nachdem er aufgestellt wurde. Inzwischen steht jedoch ein Zeitraum für die Inbetriebnahme fest.
Es war Mitte 2022 als eine Spezialfirma beim Wasserhochbehälter den neuen Funkmast mit schwerem Gerät aufgestellt hatte. Seither steht der Mast zwar in der Landschaft, funkt aber immer noch nicht. Das berichtet die Telekom auf Nachfrage der Redaktion.
Ursprünglich sollte der Funkmast per Erdkabel ans Internet angeschlossen werden. Dieses Vorhaben schlug fehl, weil ein privater Eigentümer keine solche Leitung über seinem Grundstück haben wollte. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Betreiber den Funkmast aufgestellt hat und zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig nicht wusste, woher er das Signal dafür nimmt. Verstehen muss man das nicht.
Auch die vom Ortschaftsrat vorgeschlagene Alternative kann nicht realisiert werden
Wie Ortsvorsteher Joachim Breimesser auf Anfrage berichtet, habe der Ortschaftsrat der Telekom nun eine alternative Route für das Kabel vorgeschlagen. Allerdings herrschte dann offenbar Funkstille: Das Gremium erhielt keine Rückmeldung mehr. Breimesser: „Da passiert nix.“ Der Funkmast steht dort oben ohne Funktion: „Das ist ein Ärgernis hoch drei.“
Die Redaktion hat bei der Telekom nachgehakt. Wie aus der Antwort hervorgeht, ist die vom Ortschaftsrat vorgeschlagene neue Route für die Zuleitung dort durchaus angekommen, aber: „Leider hat die alternative Zuleitung kein besseres Ergebnis geliefert.“ Die Pressestelle der Telekom konkretisierte diese Aussage auf unsere Nachfrage hin nicht weiter.
Der Mast soll per Richtfunk angebunden werden
Von der Telekom heißt es dazu: „Wir hätten hier gerne selbst schon lange eine Lösung gefunden, denn wir investieren nicht gerne in einen Masten ohne Nutzen.“ Gegenüber der Kommune verhalte sich die Telekom „jederzeit transparent“. Wie es auf Anfrage weiter heißt, wird derzeit ein Plan für die Richtfunkanbindung des Masts erarbeitet.
Das bedeutet, dass der Funkmast beim Wasserhochbehälter drahtlos ans Netz angeschlossen wird. In der Praxis wird ein Richtfunk eingerichtet, indem der Funkmast drahtlos ein Signal erhält und dieses seinerseits nach Wessingen verbreitet. Bis es so weit ist, soll es nicht mehr allzu lange dauern. Die Telekom schreibt dazu: „Wir gehen von einer Inbetriebnahme in der zweiten Jahreshälfte 2025 aus.“
Telekom hat großes Interesse, dass der Mast funktioniert
Das Unternehmen stellt derweil klar: „Wir haben selber ein hohes Interesse daran, den Standort so schnell wie möglich in Betrieb nehmen zu können und damit als einziger Netzbetreiber das Funkloch vor Ort zu schließen.“
Das Thema Funkloch ist in Wessingen bereits seit dem Jahr 2018 Thema. Begonnen hat es mit Bürgerinfo-Veranstaltungen, bevor im Juni 2022 der Funkmast mit viel Aufwand aufgestellt wurde. Für die Bauarbeiten wurde die Zufahrt eigens temporär verbreitert, sodass die schweren Maschinen Platz haben. Die Konstruktion besteht aus Stahl und Beton, ist 22 Meter hoch und wiegt 16 Tonnen.