Brigadegeneral François-Xavier Elias und sein Stellvertreter Oberst Heiko Bohnsack (links) informierten über die Aufgaben der Deutsch-Französischen Brigade in diesem Jahr. Foto: Volker Münch

Brigadegeneral François-Xavier Elias wies beim Neujahrsempfang der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim auf große Herausforderungen mit Blick auf die Weltlage hin.

Viele Gäste folgten der Einladung des französischen Kommandeurs, Brigadegeneral François-Xavier Elias, und seines Stellvertreters Oberst Heiko Bohnsack zu dem traditionellen Empfang am Dienstagabend im Circle Mixte.

 

Hochrangige Militärs, Repräsentanten der Blaulichtfamilie – Polizei, Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz –, Müllheims Bürgermeister Martin Löffler und Amtskollegen sowie der deutsche Generalkonsul Thomas Kern aus Straßburg waren gekommen. Die Amicale, das ist der Freundeskreis der Brigade, war ebenfalls mit vielen Mitgliedern, darunter die pensionierten Generäle Helmut Neugebauer, Gert-Johannes Hagemann, Franz Pfrengle und Eckart Klink, vertreten.

Mit einer frischen, komprimierten und informativen Rede gelang es dem Kommandeur und seinem Stellvertreter, einen tiefen Einblick in die Arbeit der Brigade zu geben. Um die künftigen Aufgaben der Brigade im oft internationalen Zusammenhang besser verstehen zu können, beschrieb Elias die Ausgangslage. Er sprach von der „Rückkehr der Großmächte, vom Wiederaufkeimen eines hemmungslosen Imperialismus und dem Einsatz von Gewalt und Krieg, anstatt die bisher üblichen Instrumente der Außenpolitik wie die Diplomatie zu nutzen“.

Er zitierte auch den früheren Bundeskanzler Olaf Scholz, der schon zu Beginn des Ukraine-Kriegs von einer Zeitwende gesprochen habe. Heute forderten französische und deutsche Inspekteure der Armeen ihre Einheiten auf, aufgrund der Entwicklungen ernsthaft bei der Ausbildung zu sein und sich auch innovativ aufzustellen.

Zahlreiche Einsätze

Entsprechend verwies der Brigadekommandeur auf die vielen Aufgaben und Einsätze wie auch auf Ausbildungsmissionen, die die Deutsch-Französische Brigade im vergangenen Jahr absolviert habe. Elias nannte als Beispiele unter anderem die Ausbildung ukrainischer Soldaten, die Einsätze im Kosovo, Estland oder in der Karibik. Ein weiteres Thema war der Beschluss im Rahmen der Verteidigungspläne im Osten der Europäischen Union und mit Blick auf das Nato-Bündnis, eine Allianz mit dem multinationalen Korps Nord-Ost in Stettin einzugehen.

Für das neue Jahr kündigte Elias ein ähnlich intensives Arbeitsprogramm an. Es werde wieder zahlreiche Einsätze in Europa und an anderer Stelle in der Welt, neue Großübungen und verstärkt die Ausbildung von neuen Rekruten geben, sagte der französische General. „Mit der Rückkehr zum Wehrdienst, und das geschieht in unseren beiden Ländern, soll die Personalsituation optimieren und die Reserven stärken“, erklärt Elias weiter und verwies auf die immer zentraler werdende Bedeutung der Personalgewinnung.

Dabei blickt der Brigadegeneral auch auf strategische Projekte wie die deutsche Brigade Litauen und auf die Umstrukturierung des französischen Heeres. Für die Deutsch-Französische Brigade bedeute dies eine neue Herausforderung, weitere Rekruten auszubilden und auch in den Kasernen unterzubringen.

Zusammenhalt nötig

Diese Aufgaben können nach Überzeugung von François-Xavier Elias nur mit einem starken Zusammenhalt in der Truppe umgesetzt werden. „Dieser Zusammenhalt ist der Zement, der die Truppe widerstandsfähiger mache“, betonte er.

Ein weiteres Thema war für Elias die Integration der Brigade und ihre Soldatenfamilien in der Zivilgesellschaft an den Standorten wie Müllheim. Er freue sich, dass die Soldaten, die sich verpflichtet hätten, die Menschen vor Ort zu verteidigen, von der Bevölkerung unterstützt werden. „Dafür danke ich Ihnen“, sagte Elias an die Adresse der Bürgermeister.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von einem Bläserquintett des Heeresmusikkorps Veitshöchheim.