Es ist der bereist 25. Neujahrsempfang in Dornhan, zu dem Stadt und Gewerbeverein einladen. Das Thema ist aktuell: Sind Energiewende und bezahlbarer Strom vereinbar?
Die Stadt Dornhan richtet zusammen mit der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG) 2026 den 25. Neujahrsempfang aus. „Es ist ein echtes Jubiläum“, wie Bürgermeister Markus Huber anmerkte. Die Veranstaltung sei trotzdem nicht in die Jahre gekommen, sondern immer noch aktuell. Und das gilt jedenfalls auch wieder für das Thema. Es geht beim Empfang am 6. Februar 2026 in der Stadthalle um die Energiewende und eine sichere, bezahlbare Stromversorgung.
Wie und ob das gelingen kann, darüber spricht Dirk Güsewell, Vorstandsmitglied der EnBW Energie Baden-Württemberg AG.
Jeder ist betroffen
Für Huber sowie IHG-Vorsitzende Christina Braun und Lothar Reinhardt verspricht der Abend mit dem Referenten spannend zu werden. Das Thema gehe alle etwas an, den Bürger, der auf seine Stromrechnung im Haushalt schaut, die Stadt ohnehin, vor allem aber die Unternehmen, die günstigen Strom brauchen, um wettbewerbsfähig zu sein.
Zumindest in Dornhan gibt es bei der Energiewende Fortschritte, wie aus dem Energiebericht hervorging, den die EnBW vor kurzem dem Gemeinderat vorlegte. Was erneuerbare Energieträger betrifft, ist die Stadt mit Photovoltaik, bald mit Windkraft, Biomasse und Wasser breit aufgestellt. Huber betont beim Pressegespräch zum Neujahrsempfang: „Es geht uns aber nicht nur darum, etwas zu tun, sondern auch um Wertschöpfung.“
Deshalb stellt die Stadt eigene Waldflächen für zwei Windenergieanlagen zur Verfügung – zwei weitere auf der Gemarkung sollen im Staatsforst gebaut werden. Ein Windrad werfe rund 100 000 Euro für die Pacht ab: Das seien fixe Einnahmen für den Haushalt, die Planungssicherheit ermöglichten. Diese hätte die Stadt nicht, wenn die Anlagen auf privatem Grund errichtet würden.
Energiewende über den ländlichen Bereich
Die erneuerbare Form der Energiegewinnung könne nur auf dem Land stattfinden. „Wir profitieren davon, dass die Städte Strom brauchen. Wir sind die Dienstleister“, erklärt Huber. Er verweist dabei auf die zahlreichen Windräder an der Nord- und Ostsee: Dort störe sich niemand daran.
Für Lothar Reinhardt wird es angesichts der Weltlage immer wichtiger, die energetische Unabhängigkeit zu forcieren. Dabei spielt besonders die Speicherung von erneuerbaren Energien eine Rolle. „Wir haben es versäumt, in Zusammenhängen zu denken“, kritisiert er.
Die Organisatoren erhoffen sich von Dirk Güsewell jedoch auch Aussagen zur Bezahlbarkeit der Energiewende. Wind und Sonne liefern zwar umsonst Energie, doch die Transformation kostet Geld. Ist dann nicht Atomstrom letzten Endes kostengünstiger? Auch dazu soll der Redner Aussagen machen. „Wir haben keine politischen Tabus“, versichert Huber.
Weil die Landtagswahl im kommenden Jahr ansteht, wollten Stadt und IHG keinen Referenten aus der Politik einladen. Güsewell ist bei der EnBW Energie Baden-Württemberg seit 2021 Mitglied des Vorstands, zuvor leitete er die Geschäftseinheit Erzeugung und Portfolioentwicklung.
300 Gäste erwartet
Der Neujahrsempfang am 6. Februar 2026 beginnt um 19.30 Uhr. Bereits um 18.30 Uhr ist die Stadthalle zum Sektempfang geöffnet. Neu ist, dass man sich über einen QR-Code anmelden kann. Bei ihren Ansprachen werden IHG-Vorsitzende Christina Braun und Bürgermeister Markus Huber ihre Sicht auf die Energiewende darlegen. Zwischen den Programmpunkte gibt es Musik. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 300 Besuchern aus der ganzen Region.