Viele Bürger verfolgten die Jahresbilanz des GVV Schönau im Schwarzwald mit großen Interesse. Foto: Christoph Schennen

Nach sieben Jahren hat der GVV Schönau wieder einen Neujahrsempfang ausgerichtet. Viele Bürger kamen am Donnerstag in die Halle in Utzenfeld, um sich zu informieren.

Verbandsbürgermeister Peter Schelshorn hat beim Neujahrsempfang des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) Schönau im Schwarzwald an die zahlreichen Baumaßnahmen der vergangenen Jahre erinnert. Zu ihnen zählen beispielsweise der Bau der Mehrzweckhalle und des MTB-Gebäudes, die Sanierung des Fußballplatzes, die Umgestaltung des Pausenhofs im Buchenbrandareal und die Heizung in sowie die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Friedhofskapelle. Zum Hallenneubau und der Sportplatzsanierung zeigte er jeweils einen kurzen Film.

 

Schelshorn gedachte auch zahlreicher, in den letzten Jahren verstorbener GVV-Einwohner wie Ulrich Schlageter, Egon Barbisch oder Richard Böhler, die sich für das Gemeinwohl eingesetzt haben. Und er hob die Bedeutung des Tourismus für den GVV hervor. Er mache einen Bruttoumsatz von 25,7 Millionen Euro aus. Rund 1600 Arbeitsplätze hätten einen Tourismusbezug.

In den zurückliegenden Jahren gab es im GVV-Gebiet viele positive Veränderungen, aber auch Rückschläge. Geärgert hat sich Schelshorn, dass der Wahlkreis Lörrach-Müllheim keinen Abgeordneten mehr im Wahlkreis hat. „Das Wahlsystem ist nicht durchdacht worden“, monierte Schelshorn. Er forderte eine Reform des Wahlsystems.

Die Katastrophe des Jahres 2025 auf GVV-Ebene war der Brand des „Hirtenbrunnens“ in Fröhnd.

Die Projekte der nächsten Jahre

Schelshorn stellte auch die Projekte für 2026 und der folgenden Jahre vor. Größtes Projekt ist die Umgestaltung des Buchenbrandareals. Sie soll laut Kostenschätzung 15,5 Millionen Euro kosten. Das entspricht in etwa den Kosten für einen Neubau. Die GVV-Verwaltung will auch die Digitalisierung vorantreiben und zukünftig unter anderem ein digitales Bezahlverfahren anbieten. In diesem Jahr werden die GVV-Mitarbeiter an einem Tag im Juni bis zu 1200 Radfahrer der „Schwarzwald-Super!“-Tour verpflegen. Am 12. Juli soll der neugestaltete Riesenregenwurmpfad eröffnet werden. In Schönenberg und in Wembach finden in diesem Jahr Bürgermeisterwahlen statt.

Der Empfang, der erstmals seit 2019 wieder stattfand, wurde von mehreren hundert Bürgern besucht. Die Halle in Utzenfeld war voll. Die Landfrauen bewirteten die Bürgern nach dem offiziellen Teil. Dass es in den vergangenen Jahren keinen Neujahrsempfang gab, ist im Gemeinderat Schönau immer wieder kritisiert worden. Peter Schelshorn hatte dann immer auf die hohen Kosten hingewiesen. Der Empfang, zu dem alle Bürger im GVV-Gebiet eingeladen sind, findet daher nur alle zwei Jahre statt. Der nächste Empfang ist Mitte Januar 2028 in Schönau und wird zusammen mit dem Landkreis Lörrach veranstaltet.

Interessant sind auch die Bevölkerungszahlen, die Schelshorn vorstellte. Der GVV Schönau ist seit seinem Amtsantritt (2012) um fünf Einwohner gewachsen. Die positive Entwicklung ergibt sich aus dem Zuwachs in Schönau (plus 188), Böllen (plus zwei) und Fröhnd (plus 13), während Tunau stagniert und die anderen fünf Gemeinden teilweise sehr rückläufige Einwohnerzahlen haben. In Aitern beispielsweise ist die Anzahl der Einwohner innerhalb von 13 Jahren von 562 auf 477 zurückgegangen, in Wembach im gleichen Zeitraum von 339 auf 307.

Tauziehen in Böllen und Wieden auf hohem Niveau

Beim Neujahresempfang wurden auch zahlreiche Mannschaften und Einzelpersonen ausgezeichnet. Schelshorn lobte das harte Training, die große Disziplin und den außergewöhnlichen Teamgeist der Tauziehfreunde Böllen, die deutsche Meistertitel, Vizemeisterschaften sowie Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften errungen haben. Gleiches gilt für den Tauziehclub Wieden, der mit starken Platzierungen in der Deutschen Tauziehliga, bei Deutschen Meisterschaften, in der Landesliga, bei Weltmeisterschaften und den World Games gezeigt hat, „auf welch hohem Niveau in Wieden Tauziehen betrieben wird.“

Die Tauziehfreunde Böllen gehören seit Jahren zur nationalen und internationalen Spitze im Tauziehen. Foto: Christoph Schennen

Der Sportschütze Stefan Tauschinger wurde 2024 und 2025 Deutscher Meister in zwei Disziplinen der Superseniorenklasse.

Peter Schelshorn dankte Bernhard Seger, Werner und Hennelore Steiger und Peter Knobel (v. l.) für ihr Engagement. Foto: Christoph Schennen

Geehrt wurde auch Altbürgermeister Bernhard Seger für seinen Einsatz für das Biosphärengebiet Schwarzwald sowie Werner und Hannelore Steiger, die mehr als 260 Kilometer Wegenetz mit hunderten Wegweisern und tausenden Schildern ausgestattet haben und unzählige Stunden im Gelände, in der Werkstatt sowie vor dem Computer verbracht haben. Peter Knobel bekam einen Präsentkorb für den Aufbau der Kleiderkammer, die ein Ort der Versorgung und der Begegnung geworden ist.