Nicht nur als Darsteller, sondern auch als Musikerinnen und Sänger waren die Kinder und Jugendlichen beim Krippenspiel in der Ebinger Emmauskirche aktiv. Foto: Nicole Capobianco

In einem besonderen Krippenspiel haben die jungen Akteure in der Emmauskirche traditionelle und moderne Elemente verbunden und dem eitlen König Herodes ein Schnippchen geschlagen.

„Der Stern führt zum Tatort Bethlehem“ – so lautete der Titel des Krippenspiels, das extra für die Emmauskirche dieses Jahr kreiert worden ist.

 

Die Weisen aus dem Morgenland entdecken einen neuen hellen Stern unter den Gottesdienstbesuchern in den hinteren Reihen der Emmauskirche, den diese nach vorne zur Krippe durchreichten, und folgen ihm bis nach Jerusalem, wo sie den – sehr von sich überzeugten – König Herodes treffen. Trotz der Volkszählung, die viel Bewegung in sein Land bringt, erwartet er keinen hohen Besuch.

Herodes schickt seine Soldaten aus

Herodes erschreckt sich, dass es einen neuen König geben soll, der sein Königreich überstrahlen soll. Sein Diener weiß Bescheid, dass ein Königskind, das Frieden bringen soll und das Wohl aller Menschen im Blick haben wird, nicht in Jerusalem, sondern in Bethlehem auf die Welt kommen werde, wie es in der Prophezeiung heißt. Dorthin werden deshalb auch die Soldaten geschickt, begleitet von Marschmusik.

In der Nähe von Bethlehem kommt ein Engel zu den Hirten, die sich wie arme Schlucker fühlen – kein Geld, kaum Schlaf, immer auf den Beinen, und dann schauen die Leute auch noch auf sie herab, als ob sie weniger wert seien. Die Hirten hören die Botschaft der Engel und fragen sich, wie sie den neugeborenen Heiland als das Kind in Windeln und in einer Krippe liegend finden sollen?

Die Hirten sollen nicht knien

Krippe ist das Stichwort, denn Babys in Windeln gibt es viele auf dieser Welt. Und damit den Schafen nichts passiert, werden die Engel mit dem Hüten der Herde beauftragt.

Im Stall finden die Hirten das neugeborene Kind mit seinen Eltern Maria und Josef. Als die Hirten hinknien, sagt Josef: „Steht auf! Gott will nicht, dass wir uns vor ihm klein machen, sondern er macht uns mit diesem Kind groß.“ Und bald haben die drei Weisen aus dem Morgenland auch den Weg zum himmlischen Königskind in der Krippe gefunden.

Auf Schleichwegen heraus aus Bethlehem

Als die Weisen sich überlegen, wie sie von den Soldaten des Herodes unbemerkt Bethlehem verlassen können, melden sich die Hirten, kennen sie doch viele Schleichwege aus dem Ort hinaus. So gehen sie am Ende – und die Weisen kehren zurück in ihr Land, während Maria und Josef auf Geheiß des Engels mit dem Neugeborenen nach Ägypten fliehen.

Alle gehen mit Hoffnung ihren Weg, auch wenn die Sehnsucht nach Licht und Frieden immer noch da ist. Seit dieer besonderen Nacht wissen die Menschen: Gott ist ihnen nahe und begleitet sie. Bethlehem ist also der Tatort Gottes, erfuhren die begeisterten Gottesdienstbesucher. „Gott kommt zu uns.“

Die am Krippenspiel beteiligten Kinder waren nicht nur Schauspieler, sondern auch Musizierende. Sie begleiteten zwei Lieder – „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Feliz Navidad“, das zum ersten Mal am Heiligabend in der Emmauskirche erklang.

„Feliz Navidad“ feiert Premiere

Dort war es ein besonderer Gottesdienst, an dessen Vorbereitung viele beteiligt waren. Ein Gottesdienst, in dem das Traditionelle und das Moderne auf gelungene Weise miteinander verbunden waren.

Darin war die Weihnachtsversion von „Halleluja“ zu hören und ein mexikanisches Weihnachtslied, zu dem wohl mancher gerne getanzt hätte. Wer wollte, konnte das Licht von Bethlehem nach Hause nehmen, das wegen des anhaltenden Krieges im Nahen Osten diesmal allerdings nicht in Bethlehem entzündet wurde. Trotzdem war es da – entzündet an der Flamme, die seit 2023 in Österreich gehütet worden war, damit Pfadfinder es in die Welt tragen konnten.