Senja Dewes (links) feiert mit ihrer Doppelpartnerin Kerstin Wagner den Titel in Mülheim. Nun geht es für die Lahrer Amtsleiterin zur Europameisterschaft nach Belgien. Foto: privat

Senja Dewes, Amtsleiterin für Soziales, Bildung und Sport bei der Stadt Lahr, hat ihren bislang größten sportlichen Erfolg gefeiert. Bei der deutschen Meisterschaft im Badminton triumphierte sie in der Altersklasse Ü 35. Nun steht die Europameisterschaft an.

Der Spätherbst der sportlichen Badminton-Laufbahn trägt für Senja Dewes goldene Früchte. „Eigentlich wollte ich aufhören“, sagte die Amtsleiterin für Soziales, Bildung und Sport bei der Stadt Lahr nach ihrer Zeit beim BC Offenburg schon 2023 gegenüber unserer Redaktion. Doch sie machte beim BSV Eggenstein-Leopoldshafen weiter und steht nun ganz oben: Zusammen mit ihrer Doppelpartnerin Kerstin Wagner feierte sie am Wochenende den deutschen Meistertitel in der Ü 35.

 

Der Coup – es ist der erste deutsche Meistertitel für die 39-Jährige – ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. „Der Turniersieg beinhaltet auch die Qualifikation zur Europameisterschaft. Und da werde ich im August in Belgien auch antreten“, kündigt Dewes im Gespräch mit unserer Redaktion an. In das dann größte Turnier ihrer Laufbahn geht sie ohne große Erwartungen: „Dabei sein ist da wirklich erst einmal alles.“

Beim Wettbewerb in Mülheim musste sich Dewes mit ihrer Doppelpartnerin Kerstin Wagner in einigen engen Spielen behaupten. Das Achtel- und Viertelfinale gewann das Duo gegen Sabrina Rodrigues Da Silva und Nadine Schermer und anschließend gegen Laura Baljak und Katharina Uhtenwoldt noch jeweils in zwei Sätzen.

Rückstände in Semifinale und Endspiel bringen das Duo nicht aus der Ruhe

Dann wurde es jedoch eng. Im Halbfinale ging der erste Satz noch an die an Position eins gesetzte Nicole Bartsch mit ihrer Doppelpartnerin Nicole Schnurrer.

Doch Dewes/Wagner kamen zurück und siegten im zweiten wie auch im entscheidenden dritten Satz jeweils mit 21:17. Im Endspiel waren die an Position zwei gesetzte Stefanie Bannenberg mit ihrer Doppelpartnerin Britta Hogrefe die Gegnerinnen. Wieder war im ersten Satz der Wurm drin. Dewes und Wagner hielten dem Druck nach dem 14:21 im ersten Durchgang jedoch stand, glichen mit einem 21:15 im zweiten Satz aus und holten sich den Cup schließlich mit einem 21:16-Sieg im dritten Satz. Die Freude darüber, dass ist der Amtsleiterin auch zwei Tage später noch deutlich am Telefon anzumerken, war und ist riesengroß.

Einzel-Wettbewerb für die Amtsleiterin „wie eine andere Sportart“

Für Dewes ist der Titel bei der deutschen Meisterschaft der bisherige Höhepunkt des Jahres, nachdem sie sich zunächst mit Titeln bei der Landesmeisterschaft und der südostdeutschen Meisterschaft für den Wettbewerb in Mülheim qualifizieren musste.

Alle Wettbewerbe bestritt sie im Doppel. „Ich habe zwar auch mal für das Einzel gemeldet, habe da aber kein Spiel bestritten. Ich bin Doppelspezialistin. Das Einzel im Badminton ist wie eine andere Sportart für mich“, hält die Frau des Ruster Trainers Oliver Dewes fest.

Halbfinale im Mixed
Senja Dewes trat in Mülheim auch im Mixed-Wettbewerb der Ü 35 an. Zusammen mit Gregory Schneider gelang im Achtelfinale ein klarer 2:0-Satzsieg gegen Max Schichta und Jana Anders. Im Viertelfinale wurden Marc Bartel und Nadine Schermer ebenfalls deutlich in zwei Sätzen bezwungen. Das Halbfinale war dann nichts für schwache Nerven. Gegen Markus Müller und Katja Kirn setzte es zunächst eine 19:21-Niederlage und im zweiten Satz dann einen 21:15-Sieg. Den dritten Durchgang mussten Schneider/Dewes denkbar knapp mit 19:21 abgeben.