Joselu hält die EM-Trophäe hoch. Die Qualität des Öschberghofs hat seinem Team zweifellos beim Triumph mitgeholfen. Foto: Tom Weller/dpa

Wieso der „rote Stier“ wohl nach Madrid umzieht. Für Spaniens Coach Luis de la Fuente und sein Team war es nach den EM-Spielen immer wieder ein „Heimkommen“.

Gratulation an den Öschberghof. Seit Sonntagabend ist es ein EM-Champions-Hotel. Die Qualität und der Wohlfühl-Faktor sind oft mitauschlaggebend für den Erfolg einer Mannschaft bei großen Turnieren. Für das deutsche Team war es beim WM-Sieg 1954 in der Schweiz der „Geist von Spiez“ und beim Weltmeistertitel 2014 in Brasilien das „Campo Bahia“ – für die Spanier nun der Öschberghof.

 

Liebe auf den ersten Blick

Vier Wochen lang war das Luxushotel auf der Baar für das Team um Coach Luis de la Fuente das EM-Quartier. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sofort fühlte sich der Europameister nach seiner Ankunft am 9. Juni wohl im Öschberghof. Das Hotel-Personal schloss die Weltklassefußballer von der iberischen Halbinsel schnell ins Herz.

Zur Tradition wurde es zum Beispiel, dass die Hotel-Angestellten für die Mannschaft bei der Rückkehr von den Spielen – und wenn es nachts um zwei Uhr war – bei den Klängen der spanischen Nationalhymne Spalier standen und den Heimkehrern applaudierten.

Die spanischen Spieler betonten in den vier Wochen immer wieder, wie wohl sie sich in ihrem EM-Quartier fühlen und vor allem die Ruhe und Abgeschiedenheit schätzen. „Es ist immer wieder für uns nach den Spielen ein nach Hause kommen“, lobte Weltstar Dani Olmo.

Auch vom Bezirksligisten SV Aasen, bei dem der Europameister trainierte, folgte öfters ein großes Lob: „Das sind tolle Jungs, bescheiden und sehr nahbar. Die Mannschaft wirkt wie eine große Familie. Das ist fantastisch mitanzusehen. Wir sind stolz, dass sie bei uns trainieren“, beschrieb es der geschäftsführende Vorstand des SV Aasen, Matthias Reddemann.

„Die spanische Mannschaft hat hier bei uns ein noch einmal ein ganz neues Miteinander geschaffen. Es war uns eine große Ehre, Gastgeber zu sein“, wird Michael Artner, General Manager des Öschberghofs, zitiert.

Geht es für den berühmten Öschberhof-Stier nun nach Spanien? Foto: Jens Fröhlich

Zieht der Stier nach Madrid um?

Vom ersten Tag an stand ein spanischer, roter Stier (drei Meter lang – zwei Meter hoch) symbolisch am Eingang der Hoteleinfahrt. Inzwischen wurde der Stier mit allen Unterschriften des spanischen Teams ins Hotel gebracht und sollte für einen guten Zweck versteigert werden.

Doch nun hat der Spanische Fußball-Verband den Plan, nach dem Titelgewinn das Kunststoff-Tier als ein Stück Zeitgeschichte mit in die Verbandszentrale nach Madrid zu nehmen und dort auszustellen.

Bayer Leverkusen kommt bald

Das Personal im Öschberghof hat nur wenig Zeit zum Durchatmen. Am Sonntag, 28. Juli, reist der deutsche Meister Bayer Leverkusen um Trainer Xabi Alonso für ein fünftägiges Trainingslager an. Die Rheinländer werden kein Testspiel in der Region absolvieren, machen auf der Rückfahrt einen Schlenker über Frankreich (3. August) und absolvieren dort ein Vorbereitungsspiel beim RC Lens.

In Aasen soll es auf jeden Fall einige öffentliche Trainingseinheiten geben.