Um die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule ging es im Gemeinderat in Mönchweiler. Dabei waren auch Elternbeiträge ein Thema.
Laut Hauptamtsleiter Sebastian Duffner startet die Gemeinde im Schuljahr 2026/2027 mit Klasse eins, in den Folgejahren kommen schrittweise die übrigen Klassen hinzu. Der Anspruch bestehe für fünf Werktage mit jeweils acht Stunden.
Mönchweiler verfüge bereits über Betreuung vor dem Unterricht von 7 bis 8.25 Uhr mit einem Kostenanteil für Eltern von 36 Euro monatlich sowie eine offene Ganztagsschule für die Klassen eins bis vier von Montag bis Donnerstag bis 16 Uhr. Dazu können Schüler für jeweils 4,50 Euro ein Mittagessen buchen.
Zur Umsetzung des Rechtsanspruch soll zusätzlich die Betreuung freitags bis 15 Uhr sowie die Erweiterung des Angebots auf Ferienzeiten kommen.
Berechnung der Elternbeiträge
Eine besondere Herausforderung stelle die Berechnung der Elternbeiträge dar. Das Gesetz verfolge zentrale gesellschaftspolitische Ziele wie die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Chancengleichheit und die Stärkung von Bildung, Teilhabe und Prävention.
Allerdings seien Kommunen für die praktische Umsetzung verantwortlich, ohne dass die Betriebskosten voll von Land und Bund gedeckt seien. Deshalb bestehe das Spannungsfeld zwischen sozial verträglichen Beiträgen und der finanziellen Leistungsfähigkeit der Kommune. Vorgeschlagen sei eine moderate, transparente Beitragsstruktur mit jeweils monatlich 65 Euro während der Schulzeiten, 180 Euro für Ferienzeiten.
Bei Betreuung an bis zu zehn Tagen pro Monat ist wöchentliche Abrechnung mit 16,25 Euro beziehungsweise 45 Euro geplant. Ab elf Tagen gelte der volle Monatsbetrag.
Eine taggenaue Berechnung sei rechnerisch exakt, aber weder praktikabel noch erforderlich. Erlaubt seien maximal 20 Schließtage pro Jahr, vorgeschlagen seien vor allem die Weihnachtsferien, Rosenmontag und Pfingsten.
Kooperation mit St. Georgen
Im Haushalt 2026 sind 5000 Euro für Ausstattung und 11 000 Euro für Mitarbeiterqualifizierung eingestellt, wobei St. Georgen dank einer Kooperation 4500 Euro erstattet. Eingerechnet sind auch 55 000 Euro an Personalkosten. Laut Jugendkoordinatorin Samira Bensmail ist vom Land frühestens 2027 mit Geld zu rechnen, selbst bei voller Ausbaustufe werden maximal 68 Prozent der Kosten übernommen.
Man wisse noch nicht, wie viele Kinder das Angebot in annehmen und wie viel Personal man brauche, da die diesbezügliche Umfrage sehr schleppend verlaufe, so Duffner auf Nachfrage von Thorsten Fitzon.
Beeindruckend sei, wie große Politik eine Lösung fordere und sich irgendwann mal um die Finanzierung kümmere, so Andreas Staiger. Ganz stark erwartet werde die Inanspruchnahme in der Sommerzeit, so Duffner auf seine Nachfrage. Auch müssten sich Eltern bis Ende März für die genauen Betreuungstage fürs Folgejahr entscheiden. Sabine Roth nannte die Erläuterungen relativ schwer verständlich, Wolfgang Eich hielt sie aber für nachvollziehbar.
Der Gemeinderat stimmte für den Umsetzungsvorschlag der Verwaltung.