Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Eltern pflegen Vor der Pflegesituation belastende Erfahrungen ansprechen

Von

Wie ist so etwas möglich, zumal in einer Generation, die einen Krieg erlebt hat und Gefühle den materiellen Bedürfnissen nachordnen musste? Trautwein rät, möglichst vor der Pflegesituation belastende Erfahrungen anzusprechen, alte Rechnungen und unerfüllte Hoffnungen zu benennen. „In der Regel erleben Kinder und Eltern­ dann, dass die Beziehungen tiefer, offener und ehrlicher werden“, weiß er. „Ebenso verwandeln sich gegenseitige Vorwürfe tendenziell in eine stille, ehrliche Dankbarkeit, die über den Tod hinaus lebendig bleibt.“

Diese Versöhnung sei für jeden Beteiligten wichtig und könne Einklang mit dem eigenen Leben herstellen. „Dieser Einklang mit sich selbst ist auch deshalb wichtig, damit das frühere Kind in der Betreuungssituation die eigenen Grenzen wahren kann. Andernfalls läuft es Gefahr, dass es – etwa aufgrund alter Verpflichtungen und Schuldgefühle – über die Grenzen der Belastbarkeit geht und immer wieder neue Irritationen riskiert.“

„Das Herz wird nicht dement“

Ein erster Schritt könnte eine Selbsthilfegruppe sein, wie sie beispielsweise SOFA im Landkreis Esslingen anbietet. Die Mitarbeiter helfen Angehörigen, den pflegerischen und sozialen Zustand der Betagten einzuschätzen, sie bieten Einzelberatung an und betreuen Angehörigengruppen. „Wichtig ist es, den pflegenden Töchtern Mut zu machen, damit sie Hilfe holen und reflektieren, was passiert“, rät Hartwig von Kutzschenbach. „Je früher, umso besser.“

Eva hat sich schon als junge Frau mit dem Verhältnis zu Irene auseinandergesetzt. „Das Kind Eva ist erwachsen und muss nicht mehr aufrechnen, was mit der Mutter schief gelaufen ist oder nicht“, sagt sie. „Ich kann mich auf sie – die heute eine ganz andere ist als früher – ohne Wenn und Aber einstellen.“

Seit einigen Wochen lebt Irene in einem Pflegeheim. Die Tochter ist in den Beruf zurückgekehrt. Sie besucht ihre Mutter häufig und freut sich, wenn Irene auf sie reagiert. Manchmal ist sie unsicher, ob ihre Mutter sie erkennt. Emotional, da ist sich Sylvia Kern sicher, wird sie Irene ziemlich sicher erreichen: „Das Herz wird nicht dement.“

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.