Elias Huber feierte am Samstag gegen Dormagen sein Comeback nach langer Verletzungspause. Foto: Kara

Trotz aller Enttäuschung über die bittere Niederlage in Dormagen gab es für den HBW Balingen-Weilstetten eine gute Nachricht: Elias Huber ist nach Verletzungspause zurück.

Als HBW-Coach Matti Flohr in der 52. Minute zu seiner dritten und letzten Auszeit griff, schien das Spiel beim Stand von 27:23 für die Gastgeber schon fast entschieden. Seine Ansage an die Mannschaft – „Jungs, wir haben noch genügend Zeit! Glaubt daran! Wir holen uns das Ding noch! – wirkte schon fast wie Zweckoptimismus. Zu viel ging in den Minuten zuvor schief.

 

Alleine Sascha Pfattheicher, ansonsten „Mister Zuverlässig“ und Toptorjäger der zweiten Bundesliga, hatte binnen weniger Minuten gleich drei Bälle verworfen. Es lief also alles gegen die Balinger, die gegen den TSV Bayer Dormagen zur Pause noch mit zwei Toren geführt hatten. Nach dem Seitenwechsel jedoch übernahmen die Gastgeber das Heft des Handelns, während sich der HBW zahlreiche Ballverluste und Fehlwürfe leistete.

Zwei „Neulinge“ im Spiel

Und doch: Flohrs Auszeit inklusive mutmachender Ansage zeigte Wirkung. Denn die Balinger kamen tatsächlich noch mal ran. Entscheidend daran beteiligt waren gleich zwei Spieler, die in Dormagen zum ersten Mal in dieser Saison das Balinger Trikot anzogen: Keeper Daniel Rebmann, der erst in der Woche zuvor vom TVB Stuttgart zu den „Galliern“ gewechselt war, und Elias Huber.

Im Mai wurde Huber operiert

Der Mittelmann der Balinger feierte am Samstag gegen den TSV sein Comeback nach extrem langer Leidenszeit. Beim Final Four in Köln stand er noch auf der Platte, im Mai musste er sich dann einer Operation unterziehen und fehlte seinem Team bisher. Und wie wichtig der Mann mit der Nummer sieben ist, zeigte er nur Sekunden nach Flohrs Auszeit. Denn Huber war es, der mit dem 24. Treffer der Balinger die Aufholjagd eröffnete, wenig später brachte er seine Mannschaft mit einem zweiten Tor auf einen Treffer zum 27:28 ran. Auch dank dem wendigen Spielmacher war das Momentum nun plötzlich aufseiten der „Gallier“, bei denen Rebmann im Tor in dieser Phase wichtige Paraden zeigte.

Spätestens, als Tobias Heinzelmann eine Minute vor Schluss zum 29:28 aus HBW-Sicht traf, schien sich Flohrs Aussage in der Auszeit tatsächlich zu bewahrheiten. Die Dormagener konterten zwar postwendend, die Balinger hatten jedoch den letzten Angriff und damit die Chance auf den Sieg. Sekunden vor dem Ende versuchte dann Georg Pöhle ein riskantes Rückhandanspiel nach außen.

Das sagt Axel Kromer

Statt seinen Mitspieler zu finden, wurde der Ball abgefangen und direkt zum Konter nach vorne geworfen. Felix Elias Böckenholt stand richtig, überwand Rebmann und entriss den Balingern einen wohl schon sicher geglaubten Punkt. „Am Ende war es unglücklich, durch so einen Treffer zu verlieren, aber wir dürfen uns auch nicht beklagen, dass es so gekommen ist“, wird HBW-Geschäftsführer Axel Kromer auf der Vereinshomepage zitiert.

So sieht’s nun in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga aus

Und so blieben Hubers Comeback und Rebmanns Debüt die einzigen beiden positiven Aspekte des Wochenendes, an dem der HBW Balingen-Weilstetten nicht nur das Spiel, sondern auch die Tabellenführung verlor. Dort steht nun die SG BBM Bietigheim (vier Verlustpunkte), vor dem HC Elbflorenz (fünf Minuspunkte) aus Dresden.