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Elektromobilität in Stuttgart und im Land Erstes Ladenetz auf der Autobahn geknüpft

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Die Zahl der Ladesäulen wächst, nun auch entlang der Autobahnen. Foto: dpa-Zentralbild

Stuttgart. - Von diesem Freitag an können erstmals auch an der Rastanlage Sindelfinger Wald Elektroautos ihre Batterien füllen. Das Land, die Energie-BadenWürttemberg (EnBW) und Tank und Rast nehmen an der A 8 zwei Schnellladesäulen mit je 50 Kilowatt Spitzenleistung in ­Betrieb. An den Autobahnen in Baden-Württemberg bilden bald 41 Raststätten ein erstes Ladenetz für E-Autos.

EnBW baut an 34 Rastanlagen ihre Säulen auf, der Tank-und-Rast-Partner Innogy an sieben. Insgesamt müssen noch sechs Standorte versorgt werden, zum Beispiel Neckarburg West bei Rottweil oder Hegau West bei Engen. Das soll in den nächsten Wochen geschehen.

In Stuttgart viele Ladepunkte

Ein Ausflug von Stuttgart zum Bodensee, nach Ulm, Freiburg oder Würzburg mit einem Elektroauto glich vor einem Jahr noch einer Wüstendurchquerung ohne genügend Wasservorrat. E-Tankstellen mit je 22 Kilowatt Leistung gibt es zwar in der Landeshauptstadt mit 200 Stück und 360 Steckmöglichkeiten zuhauf, in der Region finden sich 50 weitere mit 100 Anschlüssen, doch größere Strecken außerhalb ließen sich kaum bewältigen. Nur der E-Auto-Pionier Tesla aus Kaliforniern verfügte bereits über ein – allerdings exklusives – Netz.

Das ändert sich jetzt. Die Bundesregierung hat mit ihrem Projekt Slam (Schnellladenetz für Achsen und Metropolen) erste Oasen in die Wüste gesetzt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie förderte den Aufbau, der im August ausläuft, mit 16,4 Millionen Euro. Ab dem 1. März 2017 startet das nächste, viel größere Programm. Der Bund stellt 300 Millionen Euro zur Verfügung. 5000 Schnellladesäulen und 10 000 Normallader sollen das von Kanzlerin Angela Merkel postulierte Ziel befördern, in Deutschland bis 2020 eine Million E-Autos auf der Straße zu haben.

Noch sind die Stationen ein Zuschussgeschäft

Von der Million ist man noch weit entfernt. Die Zurückhaltung der Autofahrer spürt auch die EnBW in Stuttgart, wo nur rund 1000 E-Mobile zugelassen sind. Die meisten davon gehören Car2go. Der Aufbau der Säulen in Stuttgart und der Region kostete rund 5,1 Millionen Euro, das Land zahlte laut EnBW 2,4 Millionen.

Zwar wurden an den EnBW-Säulen 2016 rund eine Million Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Quellen getankt, die Auslastung sei aber sehr unterschiedlich, sagt der Konzernsprecher Sebastian Marx. In der Rheinschiene habe man sogar zehn ­wenig frequentierte Säulen abgebaut.

Verbraucher: E-Autos zu teuer

In den nächsten Jahren erwarte man, dass „zumindest eine Deckung der Betriebskosten möglich sein sollte“, so Marx. Noch sind die E-Tankstellen ein Zuschussgeschäft. „Die E-Mobilität ist ein Ansatz für die Energiewende in der Stadt. Die Infrastruktur ist ein interessantes Feld, wir ­sehen Marktchancen bei Flotten, Firmen, Carsharing und Privatkunden in großen Wohngebäuden oder -quartieren", umreißt Michael Isenberg, Sprecher der Stadtwerke Stuttgart, das Potenzial. An eigene Säulen sei vorerst nicht gedacht.

Ob die Verbraucher ab 2018, wenn mehr Fahrzeuge im Angebot sein sollen, in Richtung E-Auto schwenken, ist ungewiss. Die Prüforganisation Dekra stellte in einer Umfrage fest, dass zwar für ­jeden vierten Autofahrer der Kauf eines E-Autos jetzt schon in Frage komme, aber nur in der Theorie. „Die Vorbehalte wiegen schwer“, heißt es bei Dekra. Neun von zehn Autofahrern sind die Batterieautos schlicht zu teuer, 90 Prozent bemängeln „zu wenige Ladestationen“, 88 Prozent eine zu geringe Reichweite. 83 Prozent sehen aber die Entlastung der Umwelt, 76 die Verbesserung der Luft in den Städten. Kostenloses Parken wie in Stuttgart oder die Nutzung von Busspuren spielen nur für 25 Prozent der Befragten eine Rolle. Die EnBW will die Lade-Infrastruktur weiter ausbauen. So sollen Lücken in der Keppler- und Kronenstraße mit je zwei und in der Moskauer Straße im Europaviertel geschlossen werden. Auch am Flughafen soll das Angebot verbessert werden. Am Landtag, der EnBW-City (Fasanenhof) und drei weiteren Standorten sollen Säulen mit 50 Kilowatt den schnelleren Stromfluss ermöglichen.

Bald soll es ein größeres Angebot geben

Ein E-Auto verbraucht etwa 15 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Aus den Schnelladern kann je nach Steuerelektronik in 30 Minuten Strom für 150 oder mehr Kilometer fließen.

Die Säulen an der Autobahn, an denen mit Kredit- oder EC-Karte bezahlt werden kann, kosten pro Stück zwischen 100 000 und über 200 000 Euro, je nachdem, über welche Hindernisse eine neue Leitung gezogen werden muss. Die Stationen sind für bis zu 150 Kilowatt ausgelegt. Die Autos dafür soll es ab 2018 geben. „Uns war es wichtig, überhaupt erst mal Elektromobilität im Land möglich zu machen und eine Infrastruktur anzubieten“, sagt Marx.

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