Vor drei Jahren stand der Sportfischereiclub Schönwald vor dem möglichen Aus. Quasi in letzter Minute fand sich 2021 ein neuer, stark verjüngter Vorstand. Und der leistete ganze Arbeit und förderte sogar eine kleine Sensation zu Tage.
Der neue Vorsitzende Jürgen Fehrenbach, Kassier Maximilian Heim und Gewässerwart Johannes Fattler nahmen ihre neuen Ämter sehr ernst. Es gab wieder Gewässer-Putzete, zugleich aber wurde dem Hobby Angeln aber auch Raum gegeben.
Wo man praktisch nicht fischte, waren die Fließgewässer Gutach, vor allem der Teil vor dem Mühleberg, Schwarzenbach oder dem Dorfbach – weil es dort kaum Fische gebe.
Wie man weiß, wo der große Fang wartet
Dass es im Dorfbach reichlich etwas zu holen gab, wusste man spätestens nach einem Fischsterben vor einiger Zeit. Mit Hilfe des Landesfischereiverbands schaffte man den Nachweis auch für Gutach und Schwarzenbach. Rund vier Stunden dauerte die Arbeit, die der Diplombiologe Ingo Kramer vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden, dem Gewässerwart und dem Kassier durchführte – in Form von Elektrofischen.
Doch warum eine Bestandsaufnahme durch Elektrofischen? Die Antwort dazu gab der Vorsitzende: „Durch diese Methode kann ein Abschnitt eines Fließgewässers komplett auf den Bestand geprüft werden, ohne die Fische zu verletzen. Anhand der Daten kann die Fischereibehörde die Menge und die Reproduktion für den ganzen Bach berechnen“, so Fehrenbach.
Aus den gewonnenen Daten könne der zukünftig notwendige Besatz bestimmt werden, und je nach Ergebnis und Zustand des Gewässers könnten gegebenenfalls entsprechende Verbesserungen vorgenommen werden.
Überraschung: Diese geschützte Art lebt hier
Das Ergebnis wirkt sich auch auf die Vereinsarbeit aus, denn so könne die weitere Vorgehensweise mit der Fischereibehörde nach aktuellen Tatsachen abgestimmt werden.
An Fischen fand man in Gutach und Schwarzenbach vor allem Groppen und Bachforellen, dazu auch etwas Spezielles, das unter strengstem Schutz steht: das Bachneunauge.
So funktioniert es
Wie es die Bezeichnung verrät, verwendet man bei dieser Art des Fischfangs Strom. Das Grundprinzip sei relativ einfach. Im Wasser wird zwischen einer Anode (Pluspol) und einer Kathode (Minuspol) ein elektrisches Feld erzeugt. Der E-Fischer hält die Anode in Form eines Keschers in der Hand, die Kathode liegt hinter ihm im Wasser. Sobald der E-Fischer am Griff des Keschers auf einen Schalter drückt, entsteht im Wasser ein elektrisches Feld, das alle Fische, die sich darin befinden, so stark betäubt, dass sie sich nicht mehr bewegen können und dann wie von einem Magneten an die Anode gezogen werden. Dort lassen sie sich dann leicht mit dem Kescher einsammeln.
Sobald man den Stromkreislauf unterbricht, dauert es nur wenige Sekunden, bis sich die Fische erholt haben und wieder ganz normal schwimmen können. Solche Befischungen können sowohl vom Boot aus als auch beim Waten durchgeführt werden. Wichtig sei dabei immer eine gute Stromisolierung.
Beim Waten müssen alle Beteiligten eine (dichte) Wathose und dicke Gummihandschuhe tragen, im Boot sind isolierende Handschuhe erforderlich. Am Ufer stehende Zuschauer müssen während des E-Fischens immer einen Sicherheitsabstand zum Wasser halten. „Neben der Bestimmung des Bestands haben wir auch so genannte Temperaturlogger in den Gewässern ausgebracht, um die Gewässertemperatur im Jahresverlauf dokumentieren und dem LfVBW zur Verfügung stellen zu können“, betonte Fehrenbach abschließend.