Die Eislaufsaison in der Helios Arena ist in vollem Gange. Was ist in diesem Jahr alles neu? Foto: Marc Eich

Die Eislaufsaison in der Helios Arena läuft auf Hochtouren – mit neuen Öffnungszeiten, technischen Verbesserungen und spannenden Zukunftsplänen. Der technische Leiter der Kunsteisbahn Villingen-Schwenningen gibt einen Einblick.

Die Eislaufsaison in der Helios Arena ist in vollem Gange – Zeit für eine Zwischenbilanz. Gibt es Veränderungen? Wie wird das Angebot angenommen, und was steht in der Zukunft bei der Kunsteisbahn Villingen-Schwenningen (KEB) auf dem Plan? Unsere Redaktion hat mit Marco Müllhäuser, dem technischen Leiter der KEB, darüber gesprochen.

 

Während die allgemeinen Eislaufzeiten unter der Woche unverändert geblieben sind (täglich von 14 bis 16 Uhr und von 19 bis 21 Uhr), wurden die Öffnungszeiten am Wochenende angepasst. Grund dafür war der große Andrang, der oft zu langen Warteschlangen führte.

„Am Wochenende war es immer sehr voll, aber da wir dieselben Öffnungszeiten wie unter der Woche hatten, konnten wir den Besucherandrang nicht optimal steuern“, erklärt Müllhäuser. „Vor allem vor der Kasse bildeten sich lange Schlangen, und da wir nur eine Kasse haben, konnten viele erst mit deutlicher Verzögerung aufs Eis – manchmal blieb ihnen nur eine halbe Stunde.“

Die neuen Öffnungszeiten (15 bis 20 Uhr) sollen dieses Problem lösen. „Jetzt haben die Gäste fünf Stunden Eiszeit, die sich besser verteilen“, so Müllhäuser. Das sorgt für ein entspannteres Eislauf-Erlebnis ohne lange Wartezeiten.

Lüftungstechnik mit Glykol statt Ammoniak

Ein weiteres großes Thema in dieser Saison ist die Umstellung der Kühltechnik. Die Lüftungsanlage auf Bahn zwei und der Curlingbahn wird nun mit Glykol statt Ammoniak gekühlt. „Das ist nicht nur effizienter in Bezug auf die Energiekosten, sondern auch sicherer“, erklärt Müllhäuser. Ammoniak sei ein Gefahrengut, Glykol hingegen nicht. Für die große Arena ist eine Umstellung auf Glykol allerdings erst frühestens 2030 möglich. „Der Boden der Arena hat sich über die Jahre verschoben, weil die Halle auf einem Moorgebiet steht. Dadurch gibt es Stellen mit unterschiedlich dicker Eisschicht – an manchen sind es zehn Zentimeter, an anderen nur drei. Das verursacht hohe Energiekosten“, erläutert Müllhäuser. Ob eine Sanierung des Bodens oder eine vollständige Umstellung erfolgen wird, ist noch nicht entschieden.

Neben der Kühltechnik stehen weitere Umbauten an: Über der Curlingbahn und dem Eisbär soll ein neues Dach entstehen. Zudem plant die KEB eine Photovoltaikanlage, um den Betrieb nachhaltiger zu gestalten.Auch die Digitalisierung schreitet voran: In naher Zukunft soll ein neuer Videowürfel in der Helios Arena installiert werden. Wann genau das geschehen wird, steht jedoch noch nicht fest.

Müllhäuser zeigt sich zufrieden mit der bisherigen Resonanz auf die Änderungen. „Wir sind sehr zufrieden. Es sind ein bisschen weniger Gäste da als gewöhnlich, aber durch die neuen Eislaufzeiten lässt sich das nicht pauschal sagen“, erklärt er. Viele Besucher würden nun durch die ausgedehnte Eiszeit nur noch ein mal kommen und nicht wie bisher, mittags und abends. Zudem berichtet Müllhäuser von einer höheren Zufriedenheit der Gäste: „Die Kunden sind viel, viel zufriedener. Wegen der längeren Zeiten und der besseren Verteilung gibt es weniger Warteschleifen, das ist einfach besser.“

Auch im Sommer wird es wieder Eisflächen geben – und das an sieben Tagen die Woche. Eine weitere Neuerung ist die Rückkehr der autonomen Eismaschine, die nach einer Reparatur bald wieder in Betrieb geht. „Ab der nächsten Saison wird sie wieder ab und zu autonom fahren“, kündigt Müllhäuser an. Während der Liga-Spiele der Wild Wings wird sie jedoch weiterhin manuell gesteuert, da der Prozess zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Besonders ist, dass in Schwenningen die einzige autonomfahrende Eismaschine in Deutschland im Betrieb ist.

Für den Sommer ist ein neues Highlight geplant

Für die Zukunft ist es ein weiteres spannendes Projekt in Planung: das sogenannte „Drop-In Hockey“. Dieses Konzept, das in den USA und Kanada populär ist, soll nun auch in Villingen-Schwenningen umgesetzt werden.

„Die Idee ist, dass freie Eiszeiten besser genutzt werden. Beim ‚Drop-In Hockey‘ gibt es eine offene Eislaufzeit speziell für Eishockeyspieler“, erklärt Müllhäuser. Hobbymannschaften und Einzelspieler können dann für eine geringe Gebühr von etwa 10 bis 15 Euro für 1,5 Stunden aufs Eis – vorausgesetzt, sie bringen eine komplette Schutzausrüstung mit. Die Teilnehmerzahl wird auf 22 Spieler begrenzt. Details zur Umsetzung sind noch in Planung.

Mit diesen Neuerungen und Anpassungen blickt die KEB optimistisch in die Zukunft – sowohl für die aktuelle Wintersaison als auch für den Sommerbetrieb.