Die Eislaufhalle in Baiersbronn ist so gut besucht wie noch nie. Nachdem die vergangene Saison wegen drohender Gasmangellage ausgefallen war, ist die Eislaufhalle in der laufenden Saison ein wahrer Besuchermagnet – weit über die Gemeinde hinaus
Josef Dettling vom Bauamt, zugleich technischer Leiter der Eislaufhalle und der Freibäder, freut sich über die gute Auslastung der vor einigen Jahren modernisierten Halle. „Nach den Coronajahren und der drohenden Gasmangellage in der letzten Saison, in der wir gar nicht öffnen konnten, sind wir alle sehr froh, dass dieses Freizeitangebot so gut angenommen wird“, sagt Dettling.
Nun läuft der Betrieb in der Halle das erste Jahr wieder unter regulären Bedingungen und ohne Probleme. Tanja Bierig, Christian Günther und ihre Kollegen arbeiten im Sommer im Freibad und sind im Winter in der Eislaufhalle beschäftigt. „Es war richtig heftig in den Ferien. Wir konnten uns vor Besuchern kaum retten. Viele haben ein bis zwei Stunden Anfahrtszeit in Kauf genommen, um die Eisbahn hier in Baiersbronn nutzen zu können“, sagt Christian Günther.
Gründe für den außerordentlich guten Besuch seien wohl auch der fehlende Schnee und die Tatsache, dass es im Umkreis keine vergleichbare Bahn mehr gebe. Nach ihren Informationen sei auch die Eishalle in Offenburg nicht in Betrieb.
Josef Dettling nennt als weitere Gründe die gelungene Modernisierung und das Lichtkonzept, das zwar Mehrkosten bei der Sanierung verursacht habe, aber eine angenehme und moderne Atmosphäre in der Halle schaffe. Das komme sehr gut bei den Gästen an. „Wir haben auch viele Rollstuhlfahrer, die den eigens gebauten Lift nutzen, um dann mit ihren Rollstühlen auf das Eis zu gelangen und dort dann geschoben zu werden“, sagt Tanja Bierig. Das sei schon schön mit anzusehen, dass auch Rollstuhlfahrer mit dabei sind.
Beeindruckende Technik
Um das Eis auch entsprechend auf die Fläche zu bringen und dauerhaft zu kühlen, ist eine Technik notwendig, die beeindruckt. Unterhalb des Nichtschwimmerbeckens im Baiersbronner Freibad stehen zwei moderne Blockheizkraftwerke, die Energie produzieren, um die Eisbahn zu kühlen. „Das Ganze funktioniert durch eine sogenannte Absorptionskühlung und über Verdunstung“, erklärt Christian Günther.
Ein Blockheizkraftwerk ist für die Kälteerzeugung auf der Eisbahn zuständig, das andere versorgt das Fernwärmenetz und heizt damit die Schwarzwaldhalle, die Grundschule und das Gebäude auf dem Rosenplatz, in dem die Baiersbronn Touristik ihren Sitz hat.
Nicht nur die Wärme- und Kältetechnik der Eishalle ist auf dem neuesten Stand, auch die Eismaschine, die elektrisch betrieben wird, ist eines der modernsten Eisaufbereitungsgeräte. „Sie wurde erst 2020 neu angeschafft, und unser Eis wird damit alle zwei Stunden perfekt aufbereitet, so dass der Eislaufspaß immer wieder auf frischem Eis weitergehen kann“, sagt Tanja Bierig.
Schlangestehen für Disco
Knapp 500 Paar Leihschlittschuhe stehen zur Verfügung. An einigen Tagen werden sie auch alle gebraucht. „Bei der Eisdisco standen die Besucher bis zum Rosenplatz Schlange, um Einlass zu bekommen, das gab es noch nie“, freut sich Bierig. Neben dem beliebten Eisstockschießen finden Kunsteislaufkurse in der Eishalle statt, die Eishockeymannschaft trainiert regelmäßig, und sogar Eisfreestyle-Kurse seien geplant.
„Wir freuen uns, dass wir wieder eine gute Eislaufsaison haben, auch wenn wir an unsere Kapazitätsgrenzen kommen“, sagt Dettling. Wegen der guten Resonanz werde in diesem Jahr der Abmangel der Eishalle deutlich geringer ausfallen. „Sogar der Kiosk läuft wie noch nie. Die Gäste fühlen sich von Gudrun Schulz-Züfle sehr gut betreut“, sagt Dettling. Insgesamt ziehen die Verantwortlichen nun zur Halbzeit der Saison bereits ein durchweg positives Fazit.
Öffnungszeiten der Eislaufhalle: Montag 14 bis 19 Uhr, Dienstag bis Freitag 14 bis 21 Uhr, Samstag 10 bis 21 Uhr, Sonntag und Feiertag 10 bis 19 Uhr. Die Saison läuft bis zum 17. März.