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Eishockey Wild Wings: Saison der Enttäuschungen

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Die Fans nehmen beim traditionellen Saisonabschluss am Freitag Abschied. Foto: Sigwart

A wie Auswärtsbilanz. Die Wild Wings holten insgesamt 21 Punkte (49:87 Tore) in den 26 Auswärtsspielen. Acht Siege, vier davon nach Verlängerung oder Penaltyschießen, sprangen für die Schwenninger heraus. Damit waren in der Fremde nur die beiden Teams aus Wolfsburg (20 Punkte) und Iserlohn (16) schlechter. Zum Vergleich: Mannheim brachte 56 Punkte von Auswärtsspielen mit in die Quadratestadt.

B wie Bullystatistik. »Wir müssen uns in Sachen Bully deutlich steigern«, hatte schon der damalige Coach Pat Cortina vor dem Saisonstart betont. Das Gegenteil war der Fall: Schwenningen, auch später unter Paul Thompson, war bei den Face-offs gerne von den Gegenspielern gesehen. Nur 1444 Anspiele wurden gewonnen, 1842 verloren. Mit einer Erfolgsquote von 43,94 Prozent bildeten die Wild Wings auch in dieser Statistik das DEL-Schlusslicht. Bremerhaven (54,42 Prozent) war dagegen die Nummer 1 bei den Bullys. 

C wie Cortina. Ende Oktober wurde Pat Cortina mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Cheftrainer entbunden. Ganze sieben Punkte fuhren die Wild Wings unter seiner Leitung in den ersten 15 Saisonspielen ein. »Wir hatten viele Gespräche mit dem Mannschaftsrat und Manager Jürgen Rumrich. Nach diesen Gesprächen sind wir zu dem Entschluss gelangt, einen Impuls setzen zu müssen«, so damals der geschäftsführende Gesellschafter Michael Werner. In der Vorsaison hatte Cortina die Wild Wings erstmals seit der DEL-Rückkehr noch in die Pre-Playoffs geführt.

D wie Danner. Simon Danner bestritt alle 52 Saisonspiele, viele davon als Verteidiger. "Ich helfe gerne aus, aber natürlich bin ich ein Stürmer", stellte der Spielführer immer wieder klar. Am Ende kam der 32-Jährige auf 23 Scorerpunkte (7 Tore, 16 Assists). Zum Vergleich: Danner hatte in der Runde 2017/18 in 48 Partien 13 Scorerpunkte (6/7) erzielt.

E wie Einsätze. Neben Danner bestritt nur Mirko Höfflin alle 52 Hauptrundenspiele. 50 Mal war Benedikt Brückner dabei, auf jeweils 49 Spiele kamen Marc El-Sayed und Kyle Sonnenburg. Im Schnitt pro Partie am längsten auf dem Eis stand mit Mirko Sacher (22:02 Minuten pro Spiel) ein Verteidiger. Dahinter folgten mit Kalle Kaijomaa (21:16), Jussi Timonen (20:12) ) und Dominik Bittner (19:59) ebenfalls Defensivspieler. Im Sturm waren vor allem Mirko Höfflin (17:54), Ville Korhonen (17:50) und Simon Danner (16:35) gefragte Akteure.

F wie Fairness-Tabelle. Im Vorjahr hatten die Wild Wings diese DEL-Wertung noch »gewonnen«, nun stellten die Schwenninger mit im Schnitt 11,23 Strafminuten das fünffairste Team der höchsten Eishockey-Klasse Deutschlands. Düsseldorf (9,35) kassierte die wenigsten Strafminuten, dagegen verzeichneten Spieler aus Iserlohn im Schnitt 16,92 Strafminuten pro Partie.

G wie Gegentore. 169 Mal mussten Dustin Strahlmeier und Marco Wölfl, die beiden Schwenninger Goalies, hinter sich greifen. Die Torhüter aus Wolfsburg (182), Iserlohn (189) und Krefeld (170) kassierten aber noch mehr Treffer. Dagegen waren die Keeper aus Mannheim (117) und München (118) kaum zu bezwingen.

H wie Heimbilanz. Eigentlich wollten die Wild Wings über die Heimstärke die Liga aufmischen, das Gegenteil war der Fall. Schwenningen stellte das schwächste Heimteam der DEL, fuhr in der Helios-Arena nur 28 Punkte ein. Dagegen waren die Adler aus Mannheim (60) eine echte Heimmacht.

I wie international. Mit Dustin Strahlmeier und Mirko Höfflin dürfen zwei Schwenninger auf Einsätze bei der kommenden Eishockey-WM hoffen. Zudem werden Istvan Bartalis (Ungarn), Anthony Rech (Frankreich) und Rihards Bukarts (Lettland) wohl noch auf internationalem Parkett ihr Können zeigen.

J wie Jahresetat. Rund 5,7 Millionen Euro – dies war der Etat der Wild Wings für die vergangene Runde. Laut Fachmagazin »Eishockey News« hatte nur Bremerhaven (4,6 Millionen Euro) weniger Geld zur Verfügung. Krefeld (5,7), Straubing (5,8), Augsburg (5,9) und Iserlohn (6,2) bewegten sich in ähnlichen Sphären. München (13,5), Mannheim (13,0), Berlin (11,5), Köln (11,5), Nürnberg (11,0), Düsseldorf (10,5) und Ingolstadt (10,1) kamen auf zweistellige Millionenbeträge.

K wie Kaijomaa. "Er ist einer unserer Schlüsselspieler", hatte schon Pat Cortina im Vorfeld der Saison betont. Doch der finnische Verteidiger avancierte zum Pechvogel. Kalle Kaijomaa konnte nur 16 Spiele bestreiten, kam in diesen lediglich auf drei Assists.

L wie Leader. Einen großen Schritt in Sachen Führungsqualitäten machte der Franzose Anthony Rech, der mit 19 Toren bester Torschütze wurde. Spielführer Simon Danner stellte sich oft als Verteidiger in den Dienst der Mannschaft. Doch am Ende waren es vor allem Goalie Dustin Strahlmeier und Verteidiger Dominik Bittner, die auch nach den vielen Niederlagen klare Ansagen machten. Insgesamt gab es aber in Schwenningen zu viele "Indianer", zu wenige "Häuptlinge". Eine klare Hierarchie fehlte im Team.

M wie Mannschaft. Immer wieder betonten Spieler und Verantwortliche, dass der Charakter des Teams hervorragend sei. Doch letztendlich war auch schnell klar, dass die Qualität – gerade nach den vielen Verletzungen – nicht ausreichte, um konstant an das Leistungslimit zu gehen. Nach 52 Spieltagen lügt der Tabellenplatz nicht. Dies wissen auch Dustin Strahlmeier (Torwart), Mirko Sacher, Boaz Bassen, Dominik Bohac, Benedikt Brückner (alle Verteidigung), Markus Poukulla, Simon Danner und Julian Kornelli (Stürmer), die auch in der Saison 2019/20 das Trikot der Wild Wings tragen werden.

N wie Negativserie. Die Wings kassierten vom 16. September bis zum 18. Oktober elf Niederlagen in Folge. In fünf dieser Spiele erzielten die Schwenninger nicht einmal einen Treffer. Sie stellten damit ihren Negativstartrekord der DEL-Saison 2002/03 ein.

O wie Overtime. Los ging es am 14. September 2018 – mit einem umkämpften und hoffnungsvollen 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Nürnberg. Am 26. Oktober hieß es gegen Krefeld 4:5 nach der Overtime. Stark war dann der 4:3-Erfolg nach Verlängerung gegen Meister München (15. November). Auch in Düsseldorf nutzten die Schwenninger die Extrazeit zu einem 4:3-Sieg (20. Januar). Wenig später wurde Straubing mit 2:1 nach Verlängerung geschlagen (27. Januar). Schließlich gewannen die Schwenninger Wild Wings am 17. Februar mit 4:3 nach Verlängerung die Partie in Bremerhaven.

P wie Powerplay. Wie das Bullyverhalten – weiter eine große Schwäche der Neckarstädter. Schwenningen erzielte nur 23 Überzahltreffer, was eine Quote von 11,92 Prozent ergab. Nur Wolfsburg (11,74) war schlechter. Herausragend waren die 22,33 Prozent der Mannheimer Adler.

Q wie Qual der Wahl. Das Ziel von Pat Cortina und dann auch Paul Thompson war es, den Konkurrenzkampf immer aufrechtzuerhalten, also auch mal einen Spieler auf die Tribüne zu setzen. Doch die vielen Ausfälle machten beiden Übungsleitern hier oft einen Strich durch die Rechnung. War der Kader mal annähernd komplett, durften aber auch Spieler wie Stefano Giliati oder Marc El-Sayed die Spiele nur anschauen.

R wie Jürgen Rumrich. Der Manager war in dieser Saison im Umfeld der Wild Wings sehr umstritten. Der größte Kritikpunkt der Fans: Jürgen Rumrich habe ein zu kleines Netzwerk und habe sich bei den Spielerverpflichtungen zum Beispiel auch zu sehr vom finnischen Co-Trainer Petteri Väkiparta beeinflussen lassen. Ein Pluspunkt von ihm war allerdings die Vertragsverlängerung des umworbenen Dustin Strahlmeier.

S wie Strahlmeier. Der 26-jährige Schlussmann war auch in dieser Saison der große Rückhalt, zeigte konstante Leistungen. Bei 45 Einsätzen verzeichnete er eine Gegentrefferquote von (2,78 pro Spiel) und lag damit in der DEL-Rangliste der Torhüter auf Platz 5. Nach vielen Überlegungen verlängerte der Leistungsträger.

T wie Thompson. Am 7. November übernahm der Brite das Amt von Pat Cortina als Neuling in der DEL. Für viele Experten war der 53-Jährige ein völlig unbeschriebenes Blatt. Sein Debüt in Schwenningen verlief hervorragend. Mit 4:3 nach Verlängerung gelang ihm mit seinem neuen Team im Heimspiel gegen München gleich ein Sieg, zwei weitere in Folge sollten folgen. 16:19-Siege so lautete seine persönliche Bilanz am Ende. In der neuen Saison wird er zunächst daran gemessen, ob ihm der Neustart mit einer nach seiner Vorstellung zusammengestellten Mannschaft gelingt.

U wie Unterzahl. In diesem Punkt zählten die Wild Wings in der ersten Hälfte der Hauptrunde sogar zu den sechs besten Teams. Am Ende steht eine Quote von 82,97 Prozent – Platz acht.

V wie Verteidiger. Bester Verteidiger – von der Bilanz her – war Dominik Bittner mit zwei Toren und 14 Assists. Dahinter folgt gleich Mirko Sacher (2/13), dem in seiner Entwicklung wieder ein Schritt nach vorne gelang. Die Formkurven von Dominik Bohac, Kyle Sonnenburg und Jussi Timonen waren zu schwankend. In seiner Entwicklung stagnierte zweifellos der frühere Nationalspieler Benedikt Brückner. Kalle Kaijomaa, in der vergangenen Saison überzeugend, konnte verletzungsbedingt nur 16 Mal spielen.

W wie Wechselspiele. Vili Sopanen kam später (Ende November) und ging nach 17 Einsätzen (3 Tore/4 Assists) im Februar wieder früher. Auch sein Stürmerkollege Stefano Gilliati verließ die Schwenninger frühzeitig in Richtung Schweiz. Angreifer Julian Kornelli spielte 37 Mal für die Wild Wings und verzeichnete – der Spielpraxis zuliebe – dazu noch 20 Partien für Ravensburg.

X wie X-Chancen: Die schlechte Chancenverwertung war mit ein Grund für den letzten Platz. Besonders unter der Regie von Coach Pat Cortina war die niedrige Tor-Quote mit nur 21 Treffern in 15 Spielen extrem negativ. In insgesamt zehn Saisonpartien gelang dem Team jeweils gar kein Treffer.

Y wie Youngster. Die Schwenninger Eigengewächse Boaz Baasen (3) und Chris Bauhof (4) kamen insgesamt auf 7 Einsätze. Vom Kooperationspartner Ravensburg streiften Daniel Pfaffengut (2), Daniel Schwamberger (1) und Maximilian Kolb (1) das Wild-Wings-Trikot über.

Z wie Zuschauerbilanz: Mit 4000 im Schnitt hatten die Verantwortlichen vor der Saison kalkuliert. Am Ende wurden es nur 3576 Besucher pro Heimspiel.

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Cornelia Spitz

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