Schwenningens Goalie Marco Wölfl machte etliche Düsseldorfer Chancen zunichte. Foto: Häfner

Eishockey: Erst im Schlussdrittel kassieren die Schwenninger in Düsseldorf alle vier Tore.

Düsseldorfer EG – Wild Wings 4:0 (0:0, 0:0, 4:0). Da wäre – wieder einmal –­mehr drin gewesen. Bei der Düsseldorfer EG musste sich das DEL-Schlusslicht, die Schwenninger Wild Wings, mit 0:4 (0:0, 0:0, 0:4) geschlagen geben. Das Ergebnis fiel am Ende jedoch zu hoch aus.

Vier Powerplays ohne Ertrag – doch Rihards Bukarts hatte nach dem ersten Drittel trotzdem ein Lächeln auf den Lippen. "Wir müssen noch mehr Schüsse aufs Tor bringen", meinte der Schwenninger Stürmer. Tatsächlich blieben die Wild Wings in den ersten 20 Minuten in Überzahl zu ungefährlich.

Dabei hatte in Düsseldorf alles gut begonnen. Die Wild Wings kamen temporeich aufs Eis, nahmen das Heft in die Hand und hatten die Gastgeber im ersten Drittel im Griff. Die beste Möglichkeit hätte Marc El-Sayed in der 14. Minute haben können, wäre der Querpass zu ihm durchgekommen. Zunichte machte diese Aktion Düsseldorfs Jaedon Descheneau. Er hechtete dazwischen, rutschte auf dem Bauch in die Schussbahn und lenkte den Puck zur Seite ab.

Im zweiten Drittel glänzte Marco Wölfl. Der Schwenninger Keeper zeichnete sich mehrfach aus, parierte die starken Schüsse von Ken Andre Olimb und Carl Ridderwall. Der Druck der DEG wurde jedoch spürbar größer. "Wir brauchen jetzt nicht die schönen Spielzüge, sondern die dreckigen Tore", betonte deshalb auch Wild-Wings-Kapitän Simon Danner zu Beginn der zweiten Drittelpause.

Es sollte jedoch genau umgekehrt kommen – denn das "dreckige Tor" ging auf das Konto der Düsseldorfer. Auf der rechten Seite stoppte Dominik Bittner Jaedon Descheneau – doch dieser hatte gerade noch rechtzeitig auf Alexander Barta abgelegt. Batra steckte durch zu DEG-Topscorer Philip Gogulla, welcher alleine vor Goalie Wölfl stand. Und dann – das betonte der Keeper nach der Partie – ging alles ganz schnell. Gogulla zog ab, Wölfl griff nach rechts zum Puck. Gleichzeitig rauschte der Düsseldorfer in den Wild-Wings-Goalie, lenkte die Scheibe nochmals ab. Der Puck rutschte schließlich zwischen Wölfls Beinen hindurch ins Tor. Was nach einer Behinderung des Torhüters – bevor der Puck über der Linie war – aussah, sollte jedoch auch nach dem Videobeweis regulär bestehen bleiben: Die DEG führte mit 1:0.

Für die Schwenninger lief im Anschluss nicht mehr viel zusammen. In der 53. Minute erhöhte Lukas Laub, der frei zum Abschluss kam, auf 2:0. Zwei Minuten später traf John Herion auf Zuspiel von Patrick Buzas und Braden Pimm zum 3:0. Im anschließenden Powerplay – Benedikt Brückner musste für zwei Minuten in die Box – erhöhte Leon Niederberger auf 4:0.

Die Wild Wings waren sichtlich bedient. "Wir haben 40 Minuten lang gut mitgehalten und anstatt selbst zu treffen, bekommen wir so ein blödes Tor. Meiner Meinung nach habe ich die Scheibe, dann fährt der Düsseldorfer in mich rein und alle jubeln. Aber die Schiedsrichter werden das schon richtig entschieden haben", sagte Wölfl. "Es bringt nichts, die Köpfe hängen zu lassen", betonte er. "Wir müssen einfach weitermachen."

Tore: 1:0 Gogulla (44.), 2:0 Laub (53.), 3:0 Henrion (55.), 4:0 Niederberger (58.).

Schiedsrichter: Marc Iwert (Harsefeld), Lasse Kopitz (Berlin).

Zuschauer: 6685.

Wild Wings Geflüster

Der Charakter stimmt

Bei allen spielerischen Defiziten kann man den Wild Wings in diesen Tagen zumindest eines bescheinigen: Sie haben einen starken Charakter und geben nie auf. Siehe das 4:5 nach Verlängerung am Freitag daheim gegen Krefeld. Doch die Schwenninger konnten nach ihrem ersten Saisondreier gegen Iserlohn nicht optimal nachlegen. Der Rückstand in der DEL auf Platz zehn wächst bedenklich an. Dabei verzeichneten die Gastgeber mit dem 1:0 nach vier Minuten gegen Krefeld einen idealen Auftakt.

Ein Auf und Ab

"Doch mit dieser Führung haben wir uns zu sicher gefühlt. Wir waren im ersten Drittel läuferisch nicht mehr stark und haben es Krefeld zu einfach gemacht«, kritisierte Wild-Wings-Coach Pat Cortina. Psychologisch wichtig, so Cortina weiter, sei der 2:3-Anschlusstreffer im zweiten Abschnitt durch Marcel Kurth im Powerplay gewesen. "Die Mannschaft hat dann wieder an sich geglaubt und war im letzten Drittel auch das bessere Team. Die Jungs haben sich mit einer tollen Moral am Ende zumindest mit einem Punkt belohnt", bilanzierte Pat Cortina. Sein Krefelder Trainerkollege Brandon Reid sprach nach dem Spiel von einem Lernprozess für sein zum Saisonbeginn neuformiertes Team. "Wir haben ein sehr starkes erstes Drittel gespielt, dann aber im zweiten Abschnitt den Faden verloren. 20 gute Minuten reichen eben nicht, um drei Punkte zu holen."

Brückner muss zuschauen

Erstmals in dieser Saison hatten die Wild Wings ein personelles Luxusproblem. Ein überzähliger Spieler musste auf die Tribüne. Es traf – etwas überraschend – Verteidiger Benedikt Brückner. Pat Cortina wollte dieses Mal nicht mit sieben Verteidigern agieren.

  
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