Die Schwenninger Christopher Fischer, Torschütze Troy Bourke und Mike Blunden (von links) bejubeln die wichtige 1:0-Führung. Foto: Sigwart

Eishockey: Schwenninger sorgen gegen München beim 2:0-Sieg für eine Überraschung. Mit Video

Wild Wings – München 2:0 (0:0, 1:0, 1:0). Große Überraschung am Sonntagabend in Schwenningen: Die Wild Wings haben den souveränen DEL-Spitzenreiter aus München mit 2:0 geschlagen.

Die Torschützen Troy Bourke und Mike Blunden, Torwart Dustin Strahlmeier sowie die gute Defensive waren die Schlüssel zum Erfolg.

81 Zähler, die beste Offensive der Liga, das effektivste Powerplay und das stabilste Unterzahlspiel der DEL, dazu die Nummer 1 in Sachen Bullyquote und Auswärtspunkten – viel klarer kann eine Favoritenrolle nicht verteilt sein. "Doch gegen die Top-Teams tun wir uns oft leichter", hoffte Angreifer Simon Danner auf einen Coup. Für den leicht verletzten Routinier stürmte Daniel Pfaffengut in der vierten Reihe.

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"Wir müssen gegen München von der Strafbank wegbleiben", sagte Verteidiger Christopher Fischer kurz vor dem Spielbeginn. Doch schon nach acht Sekunden saß Dylan Yeo in der Kühlbox. Die zweitschlechteste Unterzahlmannschaft der Klasse überstand nicht nur diese kritische Phase, sondern hatte durch Pat Cannone (4.) und Jordan Caron (5.) selbst erste Möglichkeiten. Die 3785 Zuschauer sahen im ersten Drittel eine insgesamt ausgeglichene Partie, in der sich gut abräumende Wild Wings sogar ein leichtes Chancenplus herausspielten. Die überraschend bullystarken Schwenninger hatten allerdings bei zwei Aluminiumtreffern des Tabellenführers auch etwas Glück.

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"Es läuft bisher gut", hoffte Stürmer Boaz Bassen, dass die Wild Wings dieses Niveau auch in den folgenden 40 Minuten abrufen konnten. Konnten sie. Doch die Bayern schalteten zunächst noch einen Gang hoch. Immer wieder stand so Torwart Dustin Strahlmeier im Mittelpunkt. Drei Minuten lang diskutierten die Schiedsrichter dann, ob die Scheibe nach intensivem Nachsetzen von Troy Bourke (33.) die Münchner Torlinie überstritten hatte. Dies war der Fall: Schwenningen – weiter besonders stark in Unterzahl – lag gegen das Top-Team nach zwei Dritteln nicht unverdient mit 1:0 vorne.

Stark war, wie Strahlmeier die knappe Führung gegen Philip Gogulla (44.) rettete. München drängte nun auf den Ausgleich, doch der Schwenninger Goalie war auch in der Folge der große Rückhalt. Der Spitzenreiter versuchte weiter alles, leistete sich dann aber die vierte Strafzeit. Troy Bourke sah Mike Blunden (56.), der den Puck zum umjubelten 2:0 in die Maschen jagte. Der überraschende Dreier war wenig später unter Dach und Fach. Strahlmeier feierte sein zweites Shutout in dieser Saison. Stehende Ovationen waren die Folge.

"Das war – gerade in Sachen Taktik – unser bisher bestes Spiel, seit ich hier Trainer bin. Ganz wichtig war der 1:0-Treffer. Zudem war unser Unterzahlspiel ganz stark", lobte Coach Niklas Sundblad seine Mannen für eine "tolle Teamleistung". Don Jackson, der Münchner Trainer, ärgerte sich, dass sein Team sechs Übezahlsituationen nicht genutzt hatte: "Deshalb – Gratulation an Schwenningen."

Tore: 1:0 Bourke (32:22), 2:0 Blunden (55:13/5:4).

Strafen: Wild Wings 12 – München 10.

Schiedsrichter: Sirko Hunnius (Berlin), Lasse Kopitz (Iserlohn).

Es fehlten bei den Wild Wings: Andreas Thuresson, Julian Kornelli, Simon Danner und Kai Herpich.

Zuschauer: 3785.

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