Die Outlaws sind seit Sonntag amtierender Meister der DEHL. Foto: Biermayer

Mit 16:0 ließen die Liebenzeller im Finale gegen die Bandenmonster aus Eppelheim nichts anbrennen. Der Spaß steht in der Hobby-Liga im Vordergrund.

 
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Das Polarion war in der Vergangenheit ein Ort des großen Eishockey-Sports. Unter verschiedenen Namen traten die Liebenzeller Teams in unterschiedlichen Ligen an. Zeitweise schnupperte man sogar an der 2. Bundesliga. Zuletzt spielten die „Black Hawks“ in der Regionalliga. Seit 2012 gibt es aber keine Mannschaft mehr im offiziellen Liagbetrieb. „Finanzielle Gründe“, hätten zum Aus geführt, erklärt Kevin Zilla, der den „Outlaws“ heute vorsteht. Das ist das Hobby-Team, das die Eishockey-Fahne im Polarion weiter hoch hält.

Ein bisschen dieser großen Zeiten lebte nun wieder auf. Im Polarion trafen die „Outlaws“ des EC Bad Liebenzell auf die „Bandenmonster“ aus Eppelheim im Finale der DEHL - das steht für Deutsche Eishockey Hobby-Liga. Mehr als 300 Zuschauer kamen ins Eisstadion, wie schon bei den jüngsten Spielen. „Bad Liebenzell ist und bleibt eine Eishockey-Stadt“, freute sich Zilla.

Gegner ohne Chance

Und die „Outlaws“ stellten das sofort unter Beweis. Gleich zu Anfang des ersten Drittels machten sie Druck und belagerten fast durchgängig das Tor der Eppelheimer. Nach nicht einmal zwei Minuten erklang zum ersten Mal der Song 2 von Blur – die Torhymne der „Outlaws“. Max Kappler erzielte das erste Tor des Abends. Zum Ende des ersten Drittels führten die Liebenzeller bereits mit 5:0.

Anfang des zweiten Drittels kamen die Eppelheimer besser ins Spiel und damit auch zu Chancen. Nach und nach schwanden aber die Kräfte der personell geschwächten Bandenmonster – bis sie schließlich völlig einbrachen. Nach dem zweiten Drittel stand es 10:0. 14 Sekunden vor Ende setzte Mirko Paulus mit dem 16:0 den triumphalen Schlusspunkt. Ausgelassen feierten die Outlaws ihren Titel.

„Geil“, war Zillas erste Reaktion nach dem Spiel. Mit so einem überlegenen Sieg habe er nicht gerechnet, zumal man das Hinspiel 3:5 verloren haben. Die Zuschauer seien überragend gewesen, wie schon bei allen Heimspielen in der Saison. „Es ist nicht selbstverständlich, dass in einer Hobby-Liga so viele Leute kommen“, war er dankbar.

Spaß im Vordergrund

Es war die erste Spielzeit für die „Outlaws“ in der DEHL, welche von September bis März dauert. 52 aktive Spieler hat die Hobby-Mannschaft aktuell, die von Timo Zimmermann und Urgestein Peter Loncak gecoacht wird. Wobei am Spieltag dann immer so um die 20 Mann da seien, wie Zilla erklärt. Momentan seien insgesamt vier Teams, darunter noch zwei aus Wiesloch, in der Liga. Man spiele also sechs Mal pro Saison. Der Spaß stehe aber klar im Vordergrund, meinte Zilla. „Bewegung, Spaß und danach ein Bier“, sei das Motto. „In den Hobby-Ligen sind harte Checks verboten“, erzählte er. „Wir müssen ja alle am nächsten Tag arbeiten“, so Zilla mit einem Augenzwinkern. Der jüngste „Outlaw“ sei zwar gerade 18, der älteste aber schon über 60 Jahre alt. Trotzdem und wegen der guten Leistungen über die Saison hinweg, habe sie der sportliche Ehrgeiz dann schon noch gepackt.

Ein Wunsch

Die „Outlaws“ existierten als eine Art Ehemaligen-Mannschaft schon parallel zu den früheren Teams. Nachdem es die nicht mehr gab, traten sie die Nachfolge an. „Die Leute haben Bock, Eishockey zu sehen“, freute sich Zilla über die Zuschauerresonanz. Für die nächste Saison sei noch nicht klar, in welcher Liga man antrete. Einen Wunsch hatte Zilla aber: „Der Eishockey-Sport in Bad Liebenzell sollte nicht ganz verloren gehen.“