Mitgliederzahlen haben sich in den letzten Jahren vervielfacht, die Jugendarbeit kommt inzwischen an ihre Kapazitätsgrenze: Am Eishockey-Standort tut sich wieder einiges.
Schöne Zeiten waren es einst im Eisstadion Polarion, als der ESC Bad Liebenzell mit seinen Black Hawks in der Regionalliga mitgemischt hatte: packendes Eishockey, gut gefüllte Zuschauerränge, Fangesänge. Dann jedoch meldete sich der 1988 gegründete Verein vom Spielbetrieb ab.
Eishocky wird im Polarion jedoch weiterhin gespielt. Zum einen von den Outlaws, der früheren Hobby-Mannschaft der Black Hawks. Und zum anderen von den Black Panthers. Unter diesem Namen spielte einst die frühere, von Kanadiern gegründete Mannschaft, der 1987 beinahe der Aufstieg in die 2. Liga gelungen wäre, den sie jedoch finanziell nicht stemmen konnte und somit in den Black Hawks aufging.
Mehr Nachfrage als Angebot
„Dem Eishockey in Bad Liebenzell geht es sehr gut. Wir haben mehr Nachfrage als Angebot“, beschreibt Niko Mäkipää, Vorsitzender des neuen EHC Black Black Panthers Bad Liebenzell, die Situation im Polarion. Knapp 60 Kinder und Jugendliche trainieren momentan bei seinem Verein – etwa viermal so viele wie noch vor fünf Jahren. „Wir stoßen mittlerweile an unsere Kapazitätsgrenze“, schmunzelt Mäkipää, der auch Trainer, Spieler und Schiedsrichter bei den Black Panthers ist.
Beide Liebenzeller Vereine nehmen aktuell an der 2022 gegründeten Hobby-Liga NFEC (Neckar-Fils-Eishockey-Cup) teil. Die Outlaws spielen dort in der zweiten von fünf Divisionen und haben die Saison am Wochenende auf dem vierten Tabellenplatz abgeschlossen. Die Black Panthers spielen eine Division tiefer und haben noch am 15. März (19.30 Uhr) ein letztes Heimspiel gegen das Hobby-Team der Pforzheim Bisons. „Das ist ein Spiel, das richtig Derby-Charakter hat“, weiß Mäkipää und freut sich: „Es kommen teilweise 200 bis 300 Zuschauer ins Polarion. Eine richtig gute Zuschauerkultur. In Bad Liebenzell ist eine riesige Energie. Man merkt, dass es ein starker Eishockey-Standort ist.“
Das Verhältnis zu den Outlaws beschreibt Mäkipää als „sehr gut“. Teilweise trainiere man sogar zusammen. „Es ist eine freundschaftliche Atmosphäre“, unterstreicht der Black-Panthers-Vorsitzende. Während die Outlaws den Fokus aber mehr auf die Erwachsenen legen, habe sein Verein klar die Jugendarbeit im Blick. „Gerade bei Kindern ist es wichtig, dass sie sich auf dem Eis wohlfühlen. Uns geht es in erster Linie weniger um Leistung bei Kindern unter 13 Jahren. Und wenn sich die Kinder wohlfühlen, dann ist das das beste Marketing und Fundament für Eishockey als Breitensport“, meint Mäkipää.
Für ambitionierte Kinder und Jugendliche gibt es die Möglichkeit, am Ligaspielbetrieb des Eissport-Verbandes Baden-Württemberg (EBW) teilzunehmen. Aktuell findet der Spielbetrieb in Spielgemeinschaften statt – unter anderem mit den Pforzheim Bisons. Mäkipää blickt voraus: „In den nächsten drei bis fünf Jahren ist es eher unwahrscheinlich, dass wir eigene, solitäre Jugendmannschaften in den EBW-Ligen haben. Dafür fehlt uns noch die Substanz und die Masse. Aber wir sind auf einem guten Weg.“
Ziel ist die Landesliga
Auch im Herrenbereich wird der Einstieg in den EBW-Spielbetrieb angestrebt – was allerdings noch länger dauern wird. Momentan liege der Altersdurchschnitt der Herren bei über 30 Jahren. Etwas anderes als die Teilnahme an einer Hobby-Liga, in der kein Vollkontakt erlaubt ist, sei aktuell nicht realistisch. Stattdessen wollen die Black Panthers aus der eigenen Jugend heraus eine Herren-Mannschaft für den regulären EBW-Spielbetrieb entwickeln. „Bad Liebenzell hat ein eigenständiges Team ohne Kooperationspartner und spielt in der Landesliga – das ist das Ziel und das muss auch unser Ziel sein. Aber das ist ein wirklich großes Ziel“, verdeutlicht Mäkipää und betont: „Ich wünsche mir, dass Eishockey in Bad Liebenzell weiter aufblüht.“