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Eishockey Fünf Sterne und einige Baustellen

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Schwenningen ist für Eishockey ein gutes Pflaster. Foto: Mete Morat

Fünf Sterne leuchten also wieder in Schwenningen. Doch trotz des höchsten Auszeichnung der Deutschen Eishockey Liga (DEL), des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) und der ESBG-Eishockeybetriebsgesellschaft (DEL2) ist die Stimmung bei den Verantwortlichen der Wild Wings Future gemischt. Der Abstieg der U20 in die DNL-Division III schmerzt, die Außendarstellung bereitet einige Sorgenfalten. Nachwuchschef Uwe Schlenker weiß, dass sich etwas verändern muss.

Herr Schlenker, Sie dürfen eine Schulnote für die Gesamtleistung der Wild Wings Future vergeben.

Darauf habe ich keine einfache Antwort, da muss ich differenzieren. Zunächst einmal ist es toll und eine große Auszeichnung, dass wir erneut mit fünf Sternen, also der höchsten Kategorie im deutschen Nachwuchs-Eishockey, ausgezeichnet wurden. In Sachen Infrastruktur und von den allgemeinen Voraussetzungen her sind wir also sehr gut aufgestellt. Sportlich verlief die Saison 2018/19 der gesamten Nachwuchsabteilung aber nur ausreichend.

Da denken Sie sicher vor allem an den Abstieg der U20 in die DNL-Division III.

Natürlich – dies war ein großer Rückschlag für uns. Das kann man nicht schönreden. Wir müssen nun genau analysieren, wie es dazu kommen konnte. Ein Grund ist sicher, dass uns vor der Saison mit Fabio Frick, Sofienne Bräuner, Christian Bauhof und Leon Meder vier Top-Spieler verlassen haben. Es ist zwar sehr positiv, dass diese den Sprung in den Profibereich geschafft haben. Doch diese Abgänge konnten wir mit externen Neuzugängen nicht kompensieren.

Und U20-Cheftrainer Wayne Hynes hat keine Fehler gemacht? Kritik aus dem Umfeld der Wild Wings Future war ja zu hören.

Ich denke, dass alle Verantwortlichen Fehler gemacht haben, auch wir Vorstände. Es gab seit 2012, als wir den "neuen Weg" begonnen haben, viele Veränderungen. Damals hatten wir zwei hauptamtliche Trainer, heute sind es vier. Das hat vieles verändert. Und wir haben es zuletzt nicht geschafft, dass alle Beteiligten mit einer Stimme sprechen, einfach einheitlich in Sachen Regeln, Außendarstellung oder Imagepflege auftreten. Die Trainer haben zu sehr auf "ihr" Team geschaut – und dies hat Reibungspunkte ergeben. Hier muss sich etwas verändern. Dies weiß auch Wayne Hynes.

Um welches Image geht es denn?

Wir müssen als Wild Wings Future selbstbewusster auftreten. Wir haben einen Etat von rund 600.000 Euro, dies kann wohl kaum ein anderer Verein aus der Region von sich behaupten. Wir sind also der Sport-Ausbildungsverein der Region. Und mit Boaz Bassen und Luis Benzing haben ja zwei Talente den Sprung zu den Wild Wings geschafft. Auch Kai Herpich, Marcel Kurth oder Neuzugang Alex Weiß haben in Schwenningen das Eishockey-Einmaleins erlernt. Dies zeigt, dass unsere Arbeit Früchte trägt. Aber klar ist, dass bei einem solchen Etat noch mehr herauskommen muss. Auch aus diesem Grund ist Mentaltrainer Matthias Fleig, der zudem im Sportbeirat sitzt, derzeit dabei, ein neues Konzept zur erstellen. Er ist bei den Nachwuchsspieler sehr beliebt, erhält von diesen viel Feedback. Es geht darum, Führungsqualität neu zu definieren, einheitliche Regeln aufzustellen oder die Zusammenarbeit zwischen den Trainern – und auch zwischen uns Vorständen – zu verbessern.

Also müssen sich die Trainer auf einen neuen Wind einstellen, mehr an einem Strang ziehen. Bleiben denn alle Coaches denn an Bord?

Karel Bauhof, der Coach der U15 und Ausbildungsleiter, hat gerade seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Luka Smolka, auch für die U13 zuständig, hat noch einen Vertrag – genauso wie Wayne Hynes, der U20-Trainer und Sportliche Leiter der Wild Wings Future. Und mit U17-Coach Alexander Dück sind wir in aussichtsreichen Verhandlungen.

Dieser hat mit der U17 in der Division I den Klassenerhalt geschafft.

Und dies war ein großer Erfolg. Ich hoffe sehr, dass Alex weiter bei uns bleibt. Die U17 ist enorm wichtig für uns, soll das Flaggschiff der Wild Wings Future werden. So ist es ja bei vielen anderen DEL-Klubs auch. Es ist zudem angedacht, dass starke U17-Talente vermehrt in der U20 Erfahrungen sammeln sollen. Und dies vielleicht doch in der DNL-Division II.

Die U20 ist doch abgestiegen.

Sportlich ist dies so. Aber wir haben beim DEB den Antrag gestellt, in der Division II bleiben zu dürfen. Dies ist für Fünf-Sterne-Klubs möglich. Nun müssen wir abwarten, wie dies bewertet wird.

Apropos Bewertung. Wie fällt Ihre Bilanz bei den jüngeren Jahrgängen aus?

Befriedigend. Bei der U15 hat man bei unserem U15-DEL-Cup gesehen, dass sich der Abstand zu den Top-Teams nicht verringert hat. Und dies muss unser Ziel sein. Positiv ist, dass wir bei der Laufschule selten einen so hohen Zulauf hatten. Dies liegt auch daran, dass wir hier sehr engagierte Trainer und Helfer haben. So haben uns die Wild-Wings-Spieler Simon Danner und Benedikt Brückner in diesem Bereich unterstützt. Brückner wird sogar das Sommertraining der Laufschule betreuen. Das ist toll.

Und wie ist allgemein die Zusammenarbeit mit den Wild Wings?

Gut. Aber ich hoffe, dass sich unter Trainer Paul Thompson, der ein offenes Ohr für den Nachwuchs hat, diese noch verbessert. Es wäre wichtig, dass sich auch einmal der Co-Trainer der Wild Wings um unsere Talente kümmert – oder die Nachwuchstrainer beim Training der Profis reinschnuppern. Der Austausch zwischen Wild Wings Future und Wild Wings sollte also noch intensiver werden. Mit Manager Jürgen Rumrich haben wir in dieser Sache schon gute Gespräche geführt.

Von großer Bedeutung für die Zukunft sind auch das Internat und die Umbaumaßnahmen an der Eishalle II in Schwenningen.

Ja – beide Infrastrukturmaßnahmen sind enorm wichtig. Übrigens – wir suchen noch einen hauptamtlichen Erzieher für unser Internat. Und in Sachen Eishalle II gehe ich davon aus, dass wir nach den Umbauarbeiten spätestens Anfang Oktober wieder Eis haben werden. Und dieses soll dann nie wieder abtauen. Wir haben dann sozusagen "ewiges Eis" in Schwenningen.

Dies können nur wenige DEL-Klubs von sich behaupten.

So ist es. Dies ist ein wichtiger Standortvorteil für uns. Diesen müssen wir aber auch nutzen.  

Die Fragen stellte Gunter Wiedemann.

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