EHC-Stürmer Nikolas Linsenmaier trifft in Ravensburg. Foto:  

Es läuft ganz und gar nicht bei den Eishockey-Cracks des DEL2-Klubs EHC Freiburg. Die Wölfe verloren am Wochenende auswärts in Ravensburg und zu Hause gegen Regensburg.

Bereits am Freitag rutschte der EHCF auf den 14. und letzten Tabellenplatz ab. Es hängen düstere Wolken über dem Eisstadion an der Ensisheimer Straße.

 

Ravensburg Towerstars – EHC Freiburg 6:3 (1:0, 4:1, 1:2). Mit ziemlich voller Kapelle trat der EHC am Freitagabend in Oberschwaben bei den Ravensburg Towerstars an. Mit im Aufgebot stand an der Seite von Alex De Los Rios Förderlizenz-Verstärkung Colin Schlenker von den Adlern Mannheim. Für Patrik Cerveny, der angeschlagen aussetzen musste, startete Fabian Hegmann im Tor der Wölfe.

Im ersten Drittel waren die Hausherren die überlegene Mannschaft mit mehr Spielanteilen, taten sich aber bis zum Powerbreak schwer, in die gefährliche Zone vor Fabian Hegmann vorzudringen. Es bedurfte eines EHC-Abwehrfehlers, der es den Towerstars ermöglichte, mit 1:0 in Führung zu gehen. Nick Latta forcierte gegen Alex De Los Rios den Turnover, Mark Rassell schnappte sich die Scheibe und traf „unassisted“ per Handgelenkschuss zur Führung (17.).

Ergebnistechnisch sollte sich Drittel zwei äußerst schlecht entwickeln. Innerhalb von sieben Spielminuten gelangen den Towerstars vier Treffer zum zwischenzeitlichen 5:1. Dabei unterliefen den Wölfen zahlreiche Abwehrfehler, die Ravensburg gnadenlos und effizient bestrafte.

Immerhin konnte Kapitän Niko Linsenmaier in der 37. Spielminute im ersten und bis dahin einzigen Powerplay der Partie den 1:5-Anschluss markieren.

Gelang den Towerstars in Drittel zwei ein früher Treffer, so glückte dies im letzten Abschnitt dem EHC. Shawn O’Donnell erzielte aus dem Slot per Direktabnahme seinen ersten Saisontreffer nach nur 63 gespielten Sekunden.

In der Folge schwächte sich der EHC aber selbst, indem er bis zum Ende der Partie insgesamt neun Minuten mit einem Spieler weniger agieren musste. Tomas Schwamberger erhielt gar fünf Strafminuten (plus Spieldauer) für einen Stockschlag aufgebrummt. Immerhin: Fabian Ilestedt, beteiligt an allen drei Freiburger Treffern, erzielte in Unterzahl das 5:3. Ravensburg machte dann mit Tor sechs alles klar.

EHC Freiburg – Eisbären Regensburg 2:6 (1:3, 0:2, 1:1). Ohne den für ein Spiel gesperrten Tomas Schwamberger und weiterhin mit Fabian Hegmann an Stelle von Patrik Cerveny im Tor mussten die Wölfe am Sonntag auch das zweite Spiel an diesem Wochenende verloren geben. Und erneut entpuppte sich in der frühen Phase des Spiels die Defensive als Sorgenkind von Blau-Weiß-Rot, denn wieder kassierte man fünf Gegentreffer, bevor die Halbzeitmarke der Partie erreicht war.

Den Gegentreffern im ersten Drittel war dabei gemein, dass in allen drei Fällen die Wölfe ihrem Gegner zu viel Platz ließen: Beim Doppelschlag von David Morley (6./13.) war es einmal der Torschütze im Freiburger Slot, einmal sein Assistgeber in der neutralen Zone, denen das Rudel zu viel Raum gewährte. Der EHC hatte in diesem Eröffnungsabschnitt zwei Powerplays, in denen Nikolas Linsenmaier und Travis Ewanyk immer wieder am gegnerischen Torraum auffielen. Ein zählbarer Erfolg blieb allerdings lediglich Ewanyk im Fünf-gegen-Fünf als Antwort auf das 0:2 vorbehalten (1:2, 8.), woraufhin Regensburg allerdings knapp sechs Minuten später durch den plötzlich im Slot auftauchenden Pierre Preto den Zwischenstand von 1:3 nach 20 Minuten markierte.

Freiburg startete und beendete das zweite Drittel mit den besseren Spielanteilen, sah zwischendrin allerdings seinen Gegner die eingangs angedeuteten beiden weiteren Treffer zum 1:5 erzielen. Donát Peter am Torraum vor Fabian Hegmann (24.) und Samuel Payeur bei seinem erfolgreichen Versuch, einen springenden Puck unter Kontrolle zu bringen (28.), verstanden es erneut, den ihnen zugestandenen Platz im Freiburger Drittel in zählbaren Erfolg umzumünzen.

Unsicherheiten im Aufbau und teilweise harmlose Angriffsversuche, wie im dritten Powerplay von Blau-Weiß-Rot, das von punktuellen Schüssen von den Flügelpositionen aus geprägt war, verhinderten indes einen möglichen Comeback-Versuch der Wölfe.

So änderte auch ein kämpferischer Auftritt zu Beginn des letzten Drittels nichts an diesem Vier-Tore-Rückstand – im Gegenteil: eine kurze Sequenz zur Mitte dieses Schlussabschnitts versinnbildlichte diesen gebrauchten Abend für Blau-Weiß-Rot: Glaubte man mit einem Solo von Fabian Ilestedt einen Anschlusstreffer erzielt zu haben, so wurde dessen Volleytreffer einer springenden Scheibe, die er sich selber vorgelegt hatte, wegen hohen Stocks nicht anerkannt und stattdessen auf der anderen Seite des Eises von David Morley mit dessen Treffer zum Hattrick beantwortet (1:6, 52.).

Keine Minute später betrieb Christian Billich dann doch noch einmal Ergebniskosmetik (2:6, 53.) – die Weichen für die dritte Niederlage in Folge und fünfte in sechs Spielen waren zu diesem Zeitpunkt allerdings schon nahezu endgültig gelegt.