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Eishockey Bleiben die Lichter in den Eishallen aus?

Von
Foto: Nick Wass

Die Deutsche Eishockey-Liga will am 13. November in die neue Saison starten, möglichst mit Fans. Doch insgeheim denken die Klubs auch über das Worst-Case-Szenario nach: die komplette Absage der Runde 2020/21.

Steigende Corona-Infektionszahlen, im deutschen Profifußball sind bis mindestens Ende Oktober keine Zuschauer zugelassen, und es gibt unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern oder in Kommunen: Klar, dass sich die Verantwortlichen der DEL und der Klubs große Sorgen machen. Planungssicherheit sieht anders aus.

Kein langer Winterschlaf

Die DEL-Verantwortlichen spielen derzeit viele Szenarien durch. "Natürlich hoffen wir aber, dass die Runde – wie geplant – am 13. November mit Fans beginnt. Wir wissen, dass sich die Bedingungen in diesen Zeiten immer ändern können", weiß auch DEL-Sprecher Konstantin Krüger, welch große Bedeutung die Zuschauereinnahmen für die 14 Klubs haben. Ohne diese Etatsäule sei ein Spielbetrieb nicht denkbar. Was passiert aber, falls mittelfristig absehbar ist, dass keine Fans die Tore der Eishallen passieren dürfen? "Natürlich bereiten wir uns auch auf so ein Szenario vor", schließt Krüger in diesem Fall keine Alternative aus. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke betonte in dieser Woche ebenfalls, "dass wir nicht in einen sehr langen Winterschlaf gehen können und wollen". – "Es ist sehr wichtig, dass DEL-Eishockey auf dem Bildschirm bleibt", stellt auch Krüger noch einmal klar.

Steigerung von Worst Case

Eine Absage der kompletten Saison aus wirtschaftlichen Gründe sei übrigens zwar das "Worst-Case-Szenario". Doch es gibt wohl eine weitere schlimmere Variante für die DEL und ihre Klubs. Sollte die Runde beginnen können, und irgendwann danach käme noch einmal ein kompletter Lockdown, dann wäre dies wohl das Worst-Worst-Case-Szenario. In diesem Fall sei nicht nur der finanzielle Schaden noch höher.

Behörden entscheiden

Mitte September soll nun die Entscheidung fallen, ob, wann und unter welchen Voraussetzungen die Runde Mitte November starten kann. "Natürlich unter Einbeziehung der 14 Klubs", verweist Konstantin Krüger auch darauf, dass letztendlich die lokalen Behörden darüber entscheiden, ob und – wenn ja – wieviele Zuschauer zugelassen werden.

"Es könnte ja auch sein, dass in manchen Bundesländern Fans zugelassen werden, in anderen nicht", werden sich die DEL-Verantwortlichen auch noch mit dieser Möglichkeit beschäftigen.

Zuschauer "ein Muss"

Für Daniel Hopp, den Geschäftsführer der Adler Mannheim, sind Spiele in der DEL mit Zuschauern ein absolutes Muss. "Es wäre wirtschaftlich vielleicht zu Beginn der kommenden Saison kurz in ein paar Spielen überbrückbar, aber ohne Fans wird es allgemein nicht gehen. Das ist für alle Klubs finanziell überhaupt nicht tragbar."

Trend nach den Ferien

Ein zeitlicher Eckpunkt ist für den Mannheimer Macher das Ende der Sommerferien in Baden-Württemberg. "Anhand der dann herrschenden Fallzahlen kann man sicherlich schon einen Trend sehen." Weitere Prognosen, ob der Puck ab 13. November wieder läuft, hält Daniel Hopp zu diesem Zeitpunkt für unseriös.

52 Spiele in 142 Tagen

Übrigens – laut Rahmenterminkalender sollen die 52 Hauptrundenspiele ab dem 13. November bis zum 3. April 2021 durchgezogen werden. "Das ist schon ein sattes Programm", sagt Konstantin Krüger mit Blick auf die jeweils 52 Hauptrundenspiele der 14 Klubs innerhalb von 142 Tagen. "Für den Fall, dass uns aber die Pandemie hier einen Strich durch die Rechnung macht, haben wir auch Alternativmodelle in der Schublade", so der DEL-Sprecher. Den engen Spielplan hält Daniel Hopp durchaus für machbar, "wenn dann nichts mehr Größeres passiert". Pläne für eine eventuelle Komplett-Absage der neuen Saison haben die Adler (noch) nicht in der Schublade. "Ganz ehrlich, aber es wäre noch das kleinere Übel, statt die Saison ohne Zuschauer durchzuziehen." Einen Winter lang ohne Eishockey hält Daniel Hopp im schlimmsten Fall für machbar. "Aber in einem zweiten Jahr hätten wir alle Probleme im Sponsoring-Bereich."

Wild Wings denken positiv

Bei den Schwenninger Wild Wings wird weiterhin positiv gedacht. "Wir setzen darauf, dass wir im November mit Zuschauern beginnen können – wenn auch anfangs sicherlich nicht in vollen Hallen", betont Christoph Sandner, der Geschäftsführer. Ebenfalls angespannt sieht der frühere Profi zwar die Entwicklung der aktuellen Fallzahlen, "doch man darf das auch noch nicht dramatisieren. Wir arbeiten in Schwenningen weiterhin an unserem Hygienekonzept. Zu diesem Zeitpunkt bereits eine Vorhersage zu treffen, ob die Saison läuft oder nicht, halten wir für hypothetisch."

Christoph Sandner ist der gleichen Meinung wie Daniel Hopp, "dass wir alle höchstens ein paar wenige Spiele ohne Zuschauer wirtschaftlich verkraften können. Mehr ist sicherlich undenkbar."

Der Wild-Wings-Geschäftsführer glaubt ebenso, dass die Corona-Zuschüsse der Politik (geplant sind jeweils 800 000 Euro pro DEL-Klub) "so nicht reichen werden, wenn wir nicht in etwa die normalen Zuschauerzahlen verbuchen können".

Den sehr straffen Spielplan ab November hält Sandner hingegen für "machbar". Würde die neue Saison komplett abgesagt werden, sähe Christoph Sandner "relativ schnell einen beträchtlichen Schaden für das deutsche Eishockey. Ich kann mir das aber im Moment aber einfach nicht vorstellen."

Stimmige Konzepte wichtig

Auch bei den Augsburger Panthern ist man sich einig, dass der Saionetat mit anfänglichen Geisterspielen nicht zu stemmen ist. "Dies hätte auch negativen Einfluss auf diverse Werbeeinnahmen unserer Partner", betont Panther-Pressesprecher Stefan Esch. Die Augsburger Verantwortlichen setzen auf einen Saisonstart am 13. November vor Zuschauern, "doch eine wichtige Rolle werden dabei die einzelnen Hygienekonzepte an den 14 verschiedenen Standorten spielen".

Mit dem Konstrukt einer Absage der Saison wollen sich die Augsburger zu diesem Zeitpunkt noch nicht auseinandersetzen. "Wichtig ist, dass alle Klubs stimmige und genehmigungsfähige Abstimmungskonzepte erarbeiten", unterstreicht Stefan Esch.

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