Die Bietigheim Steelers haben vor dem sechsten Spiel im Play-off-Halbfinale gegen die Kassel Huskies Trainer Alexander Dück freigestellt. Assistent Boris Blank übernimmt.
Die Bietigheim Steelers hatten als Aufsteiger in dieser DEL-2-Saison bisher nur für positive Schlagzeilen gesorgt. Ausgerechnet vor dem sechsten Play-off-Halbfinalspiel an diesem Sonntag (17 Uhr/Egetrans-Arena) gegen die Kassel Huskies kam es nun zu einem Paukenschlag: Am Samstag verkündete der Eishockey-Zweitligist die sofortige Freistellung von Trainer Alexander Dück.
Auf der Homepage hieß es am Samstag: „Die Bietigheim Steelers haben die Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Beginn an sehr ernst genommen. Nachdem dem Verein gestern die Informationen zum Strafbefehl bekannt geworden sind, hat die Geschäftsführung in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat und den Gesellschaftern entschieden, die sofortige Freistellung auszusprechen.“ Für den Verein habe „ein sicheres und respektvolles Umfeld“ oberste Priorität. Zu weiteren Details des Verfahrens wolle man sich nicht äußern.
Im Mai des vergangenen Jahres hatten mehrere Medien über die Vorwürfe gegen Alexander Dück berichtet. Der 45-Jährige soll zwei Physiotherapeutinnen sexuell belästigt haben. Nun hat das Amtsgericht Besigheim auf Erlass der Staatsanwaltschaft Heilbronn einen Strafbefehl gegen den Mann mit Wurzeln in Kasachstan erlassen. Die Reaktion des Vereins folgte am Samstag in Form der sofortigen Freistellung.
Keine Lizenz beantragt
Die Steelers spielen als Aufsteiger bisher eine hervorragende Saison. In der Best-of-seven-Serie lagen sie gegen die Kassel Huskies in der Halbfinalserie mit 2:3 zurück. Am Sonntag (17 Uhr) findet in Bietigheim das sechste Spiel statt. Ein mögliches siebtes wäre an diesem Dienstag (19.30 Uhr) in Kassel. Als erster Finalist stehen die Krefeld Pinguine bereits fest.
Eine Lizenz für die DEL haben die Steelers allerdings erst gar nicht beantragt. „Eine erste Deadline fürs Einreichen des Lizenzantrags war schon im Februar 2025. Da spielten wir noch in der Oberliga“, erklärt Steelers-Geschäftsführer Gregor Rustige. „Wir hätten es im Laufe dieser Saison noch mal machen können, aber das wäre ein brutaler finanzieller Aufwand gewesen. Wir wollten auch nicht größenwahnsinnig klingen, sondern uns vielmehr konsolidieren und in der zweiten Liga ankommen.“