Jonas Bielecki gibt Einblicke, wie es in seinem Eisenbahnwaggon mittlerweile aussieht. Foto: Bielecki

Der eigene Hobbyraum nimmt langsam Gestalt an. Die letzen Wochen über hat Jonas Bielecki in dem ausrangierten Waggon der Ostertalbahn viel gewerkelt. Vor allem die Hinterlassenschaften so mancher Tiere haben dem angehenden Elektroniker zu schaffen gemacht.

Das war ein Spektakel, als ein knapp 18 Tonnen schwerer Eisenbahnwaggon im November in Dornhan angeliefert und in einen Garten gestellt wurde. Initiator des Ganzen ist Jonas Bielecki, der sich einen Hobbyraum der anderen Art schaffen wollte. Doch wie ist es mit dem Projekt seither weitergegangen? Wir haben nachgefragt.

 

Ofen und Waschbecken

„Das Ausräumen des Wagens hat bisher zwar viel Spaß gemacht, war aber auch sehr anstrengend“, erklärt er. Die originale Innenausstattung der 50er-Jahre sei, da der Wagen bereits vor langer Zeit zu einem Bautruppführerwagen umgebaut worden war, nicht mehr vorhanden gewesen.

Bielecki erklärt, wie die Bauarbeiten um den Wagen bisher vorangeschritten sind. Foto: Bielecki

„Stattdessen bestand der Wagen aus vier Zimmern, teils mit Ofen, Waschbecken und Schränken sowie einem langen Gang“, beschreibt der 22-Jährige das Innere.

„Ein einmaliges Erlebnis“

Dort musste alles zersägt, getrennt und entsorgt werden, ebenso die alte Dämmung in den Wänden und Decken, alle Verkleidungen sowie die alten Strom-, Wasser- und Heizungsleitungen ausgebaut werden. „Aktuell bin ich am Rückbau des Bodens“, schildert Bielecki seine Arbeitsschritte.

Dabei war ein Großteil der Inneneinrichtung aufgrund des Alters und eingedrungenem Wasser so stark beschädigt, dass er nicht Angst haben musste, noch etwas kaputt zu machen. „Eine ganze Wand einzuschlagen war auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis“, erinnert er sich.

Wasser und Tiere

Tatkräftige Unterstützung hat er bei den Arbeiten sowohl von Freunden als auch seiner Familie erhalten. Allerdings stellen ihn die Fenster des Waggons vor ein großes Problem. „Bei diesem Modell sind die Fenster schon immer ein Schwachpunkt gewesen, so dass Wasser eingetreten ist“, erklärt er.

Zudem hätten Vandalen bei den Vorbesitzern viele der Scheiben eingeworfen, so dass es lange in den Wagen regnete. Dadurch sei der Boden an vielen Stellen morsch geworden, Tiere hätten sich einen Unterschlupf gesucht und dabei allerlei Dreck und Gestank hinterlassen.

Problem mit Isolierung

Doch wie mit den undichten oder eingeworfenen Fensterscheiben umgehen? „Die originalen Fensterrahmen passen zwar historisch und optisch perfekt zum Wagen, können aber leider nur Einscheibenglas aufnehmen“, beschreibt Bielecki sein Dilemma. Auch seien sie nur sehr schwer abzudichten.

Die Isolierung stellt eine weitere Herausforderung dar. „Insbesondere wärmetechnisch sind diese Fenster leider kaum noch sinnvoll verwendbar“, bilanziert er. Doch wünsche er sich, bis zum Frühling eine passende Lösung gefunden zu haben.

Wagen der Ostertalbahn

Dann, wenn es wärmer ist, könne es auch mit den Arbeiten am Äußeren so richtig losgehen. An manchen Stellen, etwa den Schweißarbeiten oder der neuen Dämmung wird er jedoch auf professionelle Hilfe angewiesen sein, überlegt der angehende Elektroniker.

Bielecki hatte den ausrangierten Waggon bei der Ostertalbahn im saarländischen Schwarzerden gekauft. Dieser wurde mit einem Lastzug der Spedition Kübler nach Dornhan transportiert und durch einen Kran auf die zuvor im Garten der Familie verlegten Schienen gehoben worden.