Das Foto zeigt die Dampflok 78246 mit einem Personenzug nach Villingen vor dem Bahnbetriebswerk Rottweil am 17. April 1974. Die Dampflok befindet sich aktuell in Aufarbeitung der Eisenbahnfreunde und soll bis 2028 wieder unter Dampf stehen. Das Bahnbetriebswerk wird in den nächsten Monaten umgebaut. Foto: Rolf Schulze

Bei den Eisenbahnfreunden Zollernbahn (EFZ) ist der Blick fest auf die Landesgartenschau 2028 in Rottweil gerichtet. Die Großveranstaltung sieht der Verein als „riesige Chance“.

Ein wenig versteckt auf dem Bahnbetriebsgelände beim Bahnhof haben die Eisenbahnfreunde Zollernbahn ihr Domizil. Einmal im Jahr, wenn bei den „Dampftagen“ die historischen Stahlkolosse zu neuem Leben erwachen, und auf dem Gelände Eisenbahnnostalgie pur Einzug hält, dann sind hier hunderte Besucher – Familien, Eisenbahn- und Nostalgiefreunde, Fotografen und Interessierte anzutreffen, die die Eisenbahnromantik genießen.

 

Umso mehr freuen sich die Eisenbahnfreunde Zollernbahn, bereits jetzt auf die Landesgartenschau im Jahr 2028, denn mit ihrem Gelände liegen sie mitten im Kerngebiet der Schau. Hinzu kommt, dass die Eisenbahnfreunde 2028 auch ihr 55-jähriges Bestehen feiern, und da ist die Landesgartenschau „ein ganz besonderes Geschenk“, wie Pressesprecher Tobias Grabscheit mitteilt. „Dass wir dann mittendrin sind und nach der Renaturierung des Neckars auch direkt am Radweg liegen, das ist schon grandios“, freut er sich. Diese Chance möchten die Eisenbahnfreunde nutzen und auf den Verein aufmerksam machen – der immerhin gut 450 Mitglieder zählt – und seine Museumsbahnen zeigen, Sonderfahrten anbieten und mehr.

Übernahme seit November feste Sache

„Unsere Züge sind ja quasi fahrende Museen“, so Grabscheit weiter. Das Freigelände wird aber vermutlich nur an den Wochenenden zugänglich sein, dort soll es dann auch verstärkt Führungen geben.

Historisches Bahnbetriebswerk Rottweil Bereits seit 2018 haben Vertreter des Vereins und der Eisenbahn-Betriebsgesellschaft Neckar-Schwarzwald-Alb mbH (NeSA) mit der Deutschen Bahn AG über die Übernahme des Bahnbetriebswerks Rottweil inklusive Freifläche verhandelt. Im Januar vergangenen Jahres wurde gemeinsam mit der NeSA eine eigene gemeinnützige Gesellschaft gegründet – die „Historisches Bahnbetriebswerk Rottweil gGmbH“. Diese gGmbH ermöglicht es den Eisenbahnfreunden Zollernbahn nun gemeinnützig zu agieren, und Spenden für den Erhalt zu sammeln.

Renovierung Im November war es dann soweit und der Kauf konnte nach mehr als sieben Verhandlungsjahren in trockene Tücher gebracht und abgeschlossen werden. Somit besitzen die Eisenbahnfreunde Zollernbahn erstmals in ihrer Geschichte ein eigenes Domizil. „Es ist geplant den Standort sukzessive zu renovieren und auszubauen“, sagt Tobias Grabscheit mit Blick auf die historische Langhalle aus dem 19. Jahrhundert. „Die Langhalle ist noch aus der Zeit der Württembergischen Staatseisenbahn so um 1865“, informiert er. Man wolle die Langhalle jetzt wieder in die Zeit der 1960er-Jahre versetzen.

Langhalle als Ausstellungsfläche und Werkstatt

Derzeit sei man mit dem Denkmalamt in Abstimmungsgesprächen. Während der Landesgartenschau soll die Langhalle als Ausstellungsfläche dienen. Im Anschluss sollen die Räume als Unterstand und Werkstatt genutzt werden.

Sonderfahrten Während der Landesgartenschau spielen die Eisenbahnfreunde eine wichtige Rolle und wollen Sonderfahrten anbieten. Einen kleinen Vorgeschmack darauf bieten sie bereits ab April diesen Jahres an. Denn: Am Ostersonntag, 5. April, startet die nächste Erlebnisfahrt von Rottweil nach Hausach und zurück. Am Freitag, 1. Mai, gibt es eine große Alpenfahrt nach Garmisch-Partenkirchen. An Christi-Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai, steht eine Fahrt ins Nördlinger Ries auf dem Programm. Ziel ist das 5. Nördlinger Eisenbahnfest des Bayerischen Eisenbahnmuseums. Und am Sonntag, 7. Juni heißt es: „37 Tunnel unter Dampf“, wenn die Diesellok wieder nach Hausach startet.

Ausführliche Infos zu den Fahrten findet Eisenbahnfreunde und Interessierte auf der Internetseite www.eisenbahnfreunde-zollernbahn.de/