Zum 24. Mal öffnet der Eisenbahnkeller von Hans-Peter Storz in der Waldmössinger Straße 2 in Aichhalden in diesem Advent seine Pforten. Danach ist nach derzeitigem Stand Schluss, die Anlage wird nicht weiterbetrieben.
Mittlerweile singt Helene Fischer schon ein Weilchen auf der großen Bühne der Eisenbahnanlage von Hans-Peter Storz und Roland Weber. Und zum Zehnjährigen von „Atemlos“ sind es sicher auch ein paar Zuhörer und Zuschauer, die kommen werden.
An diesem Wochenende, 9./10. Dezember, öffnet Roland Weber zusammen mit einigen Helfern jeweils von 10 bis 18 Uhr nochmals die Anlage für die Öffentlichkeit und lässt die rund 30 Züge ihre Runden drehen. Wenn dann allerdings am Sonntag, 10. Dezember, um 18 Uhr der Schlüssel im Schloss herumgedreht wird, ist dann wahrscheinlich ein für alle Mal Schluss mit Eisenbahnfahrspaß im Storz’schen Keller für einen guten Zweck.
Nachfolger gesucht
Alter und Krankheit machen den Freunden, die einst gemeinsam diese Anlage betrieben haben, zu schaffen. Dazu kommt, dass der Techniker Weber mittlerweile in Dornstetten wohnt und halt auch ’ne Ecke weg ist. Zudem hat sich auch im Hause Storz niemand gefunden, der sich weiter für das Eisenbahn-Hobby interessiert, sagt Weber. Sollte sich allerdings ein Verein oder eine Interessengruppe finden, die die Bahn nicht nur weiter fahren lassen, sondern auch instand und fit halten will, könnte der Abbau vermieden werden, hofft Weber auf ein kleines Wunder.
„Rollende Landstraße“
Aber bis zu diesem Zeitpunkt können die Lokomotiven und Wagen noch einige Kilometer auf den Buckel bekommen an den beiden Adventswochenenden. Dafür legt sich Roland Weber auch gerade ins Zeug und ist dabei nach der Corona-Zwangspause wieder alles auf Vordermann zu bekommen. So soll auch neben den Eisenbahnen die „rollende Landstraße“ eine Verbindung des Car-Systems mit Straßenfahrzeugen und der Bahn wieder topfit funktionieren.
Euro-Dual im Einsatz
Wenn sich auch baulich auf der Anlage zur Vor-Corona-Zeit nichts verändert hat, bei den Zugkompositionen ist Weber dennoch up to date. So zieht das originalgetreue Modell einer Euro-Dual vom portugiesischen Modellbauer Sudexpress, im Original gebaut vom Schweizer Herstellers Stadler Rail, einen Kesselzug mit Ölwagen. Diese Lok mit Diesel- und Stromantrieb ausgestattet ist derzeit eine der stärksten Lokomotiven, die in Europa unterwegs ist
Neben Zügen mit originalgetreu vielen Waggons sind zudem auch kurze Regionakompositionen auf den Showstrecken im Gebirge und über Brücken unterwegs – die mit Aha-Effekt nach ihrem Verschwinden in einem der Tunnels ganz unerwartet an anderer Stelle wieder auf der Anlage erscheinen. Zudem gibt es viel Nebel und Rauch und nicht zuletzt auch ein Gewitter, das über die Modelllandschaft hereinbricht. Und wer weiß, das Roland Weber seit Jahren beim THW aktiv ist, findet dort auch eine Pionierbrücke, die modellgerecht passend von dem Hilfswerk gelegt wird.
Für „guten Zweck“
Der Eintritt beträgt fünf Euro für Erwachsene, 2,50 Euro für Kinder und für Familien maximal 15 Euro. Der Erlös wird wieder für einen „guten Zweck“ gespendet – mehrere tausend Euro sind so in den vergangenen Jahren schon zusammengekommen.
Daten zur Anlage
Maße:
40 Quadratmeter
Erbauer:
Roland Weber und Herbert Bertiller
Bauzeit des ersten Teils:
Beginn im Mai 1998, Eröffnung 1999
Bauzeit des zweiten Teils:
September 2004 bis 2019
System:
Dreileiter-Wechselstrom
Gleislänge:
290 Meter
Gleismaterial:
K-Gleis und im ersten Schattenbahnhof M-Gleis
Rollendes Material:
Märklin, Rocco, Sudexpress
Betrieb:
PC-gesteuert mit Software Win-Digipet
Besonderheiten:
Zwei Schattenbahnhöfe mit zusammen 20 Gleisen,
Anlagenthema:
Doppelgleisige Hauptstrecke, zwei eingleisige Nebenbahnstrecken, Hafenanlage, vier Durchgangsbahnhöfe, ein Hauptbahnhof, in dem sich zwei Hauptstrecken und die Nebenstrecken treffen sowie ein Kopfbahnhof an der Nebenstrecke.
Vorbild:
Kein konkretes, es sind Motive aus dem Schwarzwald, der Schweiz und Österreich erkennbar.