Ziel der Vorkaufssatzung ist, die Ansiedlung gleicher Gewerbe im Stadtkern zu verhindern. Wie es weitergeht, erklärte OB Diana Stöcker beim Weiler Wirtschaftstreffen.
In ihrer Rede beim Weiler Wirtschaftstreffen hat Oberbürgermeisterin Diana Stöcker vor Unternehmern und Gewerbetreibenden aus Weil am Rhein die jüngsten Entwicklungen im Bereich Wirtschaft zusammengefasst.
An erster Stelle nannte sie die Vorkaufssatzung. Diese hatte die Stadt für einen zentralen Bereich der Innenstadt im Februar vergangenen Jahres mit breiter Zustimmung des Gemeinderats erlassen.
Ziel dieser Satzung sei, die Häufung gleicher Gewerbe an der Hauptstraße im Abschnitt zwischen Schlaufen- und Sparkassenkreisel zu verhindern.
Um bei der künftigen Vermietung Einfluss nehmen zu können, hatte die Stadt bereits vor dem Erlass der Vorkaufssitzung das ehemalige Modehaus Ermuth erworben. Dieses wurde bis Ende vergangenen Jahres von Axel und Melanie Teubner geführt.
Leider habe man noch keinen passenden Mieter finden können, teilte OB Stöcker nun beim Wirtschaftstreffen mit, obwohl es bereits etliche Anfragen aus dem Gastronomie-Bereich gegeben haben, teilte die Oberbürgermeisterin nun mit.
900 Quadratmeter Ladenfläche auf drei Stockwerken
Beim „Ermuth“ handelt es sich um ein markantes, stadtbildprägendes Gebäude an der Hauptstraße. Die Verkaufsfläche des einstigen Modegeschäfts erstreckt sich über 900 Quadratmetern auf drei Stockwerken. Auf einer Annonce des Immobilienbüros Herzog im Schaufenster wir dafür eine Nettomiete von 12.500 Euro genannt, zu der noch die Nebenkosten hinzukämen.
Trotz der Fußläufigkeit zu den großen Einkaufscentern rund um den Europaplatz, zum Bahnhof und zur Tram hatten die bisherigen Mieter zuletzt über ausbleibende Kunden geklagt.
Stöcker hob in ihrer Rede hervor, dass Weil am Rhein mit seinen rund 31.000 Einwohnern von der Einkaufsfläche und der Markenvielfalt her aufgestellt sei wie eine Stadt mit 100.000 Einwohnern. Es gebe also bereits ein großes Angebot.
Märkte- und Zentrenkonzept vor der Fertigstellung
Um der Ansiedlung weiterer Händler im Stadtkern Struktur zu verleihen, wird derzeit das Weiler Märkte- und Zentrenkonzept überarbeitet. Dessen Fertigstellung sei in den letzten Zügen, so Stöcker.
Einkaufserlebnis bei „Hallowiil“
Wenn man Kunden persönlich frage, zähle für sie oft das Einkaufserlebnis. Dem habe die Stadt Genüge getan, indem sie an Halloween im Oktober das Einkaufs-Event „Hallowiil“ wieder aufleben ließ. Viele Geschäfte hätten die Gelegenheit genutzt, ihre Schaufenster „schaurig-schön“ zu schmücken.
Die Stadtverwaltung habe zudem damit begonnen, die Außengastronomie zu ordnen, um ein „stimmiges Stadtbild“ zu erzielen.
Stöcker erwähnte mit Blick auf laufende Projekte zudem die Weiterentwicklung des Lofo-Areals, wo sich die Firma Locat angesiedelt habe. Dort, in unmittelbarer Autobahnnähe, entstehe derzeit unter anderem eine Produktionshalle für dünnwandige Blechteile, die unter anderem beim Flugzeugbau eingesetzt werden.
Lofo-Areal: Bauarbeiten schreiten rasch voran
Die Bauarbeiten gingen in großen Schritten voran: Nachdem im September der Spatenstich erfolgt sei, stünden nun bereits das Dach und die Wände.
Auf dem angrenzenden Gewerbehof im Besitz des Immobilienunternehmers Wolfgang Würzburger würden sich demnächst ortsansässige Weiler Unternehmen ansiedeln.
„Mitten im Leben“ wird neu konzipiert
Als weiteren Meilenstein nannte Stöcker das Investorenprojekt „Mitten im Leben“, in dessen Rahmen entlang der Römerstraße vier Mehrfamilienhäuser mit rund 150 Wohnungen sowie ein Ärztezentrum geplant seien. Im Juni habe die Stadt zudem zum zweiten Mal die Weiler Ärzte zu einem „runden Tisch“ eingeladen, vermeldete sie.
Zuletzt richtete Stöcker in ihrer Rede das Augenmerk auf die schlechte Lage der kommunalen Finanzen im Allgemeinen. Die Kommunen schulterten ein Viertel der öffentlichen Ausgaben, dafür stünden ihnen aber nur rund ein Siebtel der Steuereinnahmen zu, kritisierte sie.