Blick über Lörracher-Haagen Foto: Peter Ade

Neue Perspektive für die Nahversorgung in Lörrach-Haagen: Aldi kann sich laut Stadtverwaltung einen kleineren Markt auf dem Quelle-Areal vorstellen.

Die beiden Unternehmen haben für das Quelle-Gelände eine Neuordnung mit einem Supermarkt mit kleinen Geschäften als Mall sowie einem Lebensmitteldiscounter mit insgesamt 3200 Quadratmetern Verkaufsfläche angefragt, wie aus der Vorlage der Fachbereichsleiter „Stadtplanung“ Gerd Haasis und Alexander Nöltner für den Ortschaftsrat hervorgeht.

 

Donato Acocella, Inhaber des Büros „Dr. Acocella Stadt- und Regionalentwicklung“ mit Sitz in Lörrach, informierte den Gemeinderat Ende März nichtöffentlich über die Bewertung der Standortanfrage. Nachdem im April der Entwurf des Märkte und Zentrenkonzepts (MZK) im Gemeinderat öffentlich vorgestellt worden war, seien Edeka und Aldi die Ergebnisse der Standortbewertung mitgeteilt worden.

Stadt: In Lörrach herrscht Überversorgung

Bei einem Treffen von Verwaltungsspitze, Acocella sowie Vertretern der beiden Lebensmittelanbieter sei von Seiten der Stadt erklärt worden, „dass die Verbesserung der Nahversorgung und der städtebaulichen Situation im Bereich des Haagener Quelle-Areals ein wichtiges Ziel ist. Das vorgelegte Projekt ist aber auf Grund der erheblichen Dimension an Verkaufsflächen abzulehnen“.

In Lörrach herrsche bereits „quantitative Überversorgung“ im Lebensmittelbereich. Laut MZK-Fortschreibung seien quantitative Entwicklungsspielräume im Lebensmittelbereich nicht zu erwarten.

Lediglich zur Verbesserung der Nahversorgung sei die Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts in Haagen möglich. Aber: Das Vorhaben stehe im Widerspruch zum MZK, weil es auf Grund der Gesamtverkaufsfläche deutlich über die Nahversorgung von Haagen hinausgehe.

Darüber hinaus seien Doppelstandorte von Lebensmittelmärkten nicht zulässig, da sie einer möglichst flächendeckenden Nahversorgung entgegenstünden. Und: Auch die verkehrliche Situation im Bereich Eisenbahnstraße/Hauinger Straße sei für ein derartiges Großprojekt nicht geeignet

Acocella habe zudem deutlich gemacht, dass ein Vorhaben mit einem Edeka-Markt von 2000 Quadratmetern und einem Aldi von 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche – unabhängig vom MZK – auch vom Regierungspräsidium abgelehnt würde, weil dieses Vorhaben für die Nahversorgung deutlich überdimensioniert sei. „Dies war für die anwesenden Vertreter von Aldi und Edeka nachvollziehbar“, so die Fachbereichsleiter in der Vorlage wörtlich.

Stadt: Aldi zeigt Interesse an kleinerem Markt

Aber: Aldi sei weiterhin am Standort interessiert und könne sich grundsätzlich einen Lebensmittelmarkt in der Größenordnung von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche (bei städtebaulicher Einbindung auch mehr) vorstellen, heißt es.

Von städtischer Seite wurde deutlich gemacht, dass Voraussetzung für eine Weiterentwicklung zunächst eine Verständigung zwischen Aldi und dem Eigentümer des Areals sei.

Außerdem sollten frühzeitig potenzielle verkehrliche Konflikte geklärt werden. Angestrebt werde eine städtebauliche Aufwertung. Aldi stimme sich aktuell mit dem Eigentümer über eine mögliche Projektentwicklung ab und setze sich anschließend mit der Stadt in Verbindung.