Ob der Müller-Markt in Alt-Weil eine Zukunft hat, ist weiterhin unklar. Die Kunden wollen „ihren“ Drogeriemarkt unbedingt erhalten.
Die Zukunft des Müller-Drogeriemarkts in Alt-Weil ist weiter unklar. Mitarbeiter und Kunden müssen deshalb auf noch unbestimmte Zeit mit der Unsicherheit leben, dass der Laden nahe des Berliner Platzes womöglich schließt. „Es gibt momentan noch nichts Neues“, erklärt Filialleiterin Edith Finkbeiner auf Anfrage unserer Zeitung.
So müssten Mitarbeiter wie Kunden damit umgehen, keine klare Perspektive zu haben. Vor allem die Bewohner Alt-Weils treibe die Situation um, dass „ihr“ Markt an der Hauptstraße 162 verschwinden könnte. Eine Kundin wolle sich über die Unterschriftenaktion hinaus etwas überlegen, „damit der Laden bleibt“, wie Finkbeiner berichtet.
Mit dem Schließen des Drogeriemarkts würde für die Menschen dieses Stadtteils eine wichtige Anlaufstelle in der Nahversorgung fehlen. Vor allem für ältere Bürger sei dieser günstig gelegen und werde auch von Bewohnern des Pflegeheims genutzt, die ihn als Ziel für Spaziergänge nutzten.
Dies wird auch an diesem Montagnachmittag in der Filiale sichtbar. Eine ältere Frau mit Rollator betrachtet gerade die Auslage draußen, während sich ein Senior mit Gehhilfe sich im Ladeninneren die Zeit für einen Einkaufsbummel nimmt. Für diese Menschen sei es künftig teils zu teuer, mit dem Bus in den rund einen Kilometer entfernten Markt in der Einkauf-Insel zu fahren, meint Finkbeiner.
Mögliche Schließung beschäftigt auch Oberbürgermeisterin
Auch Oberbürgermeisterin Diana Stöcker beschäftigt die mögliche Schließung der Filiale nahe des Berliner Platzes, wie sie auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Über den Branchenmix der Stadt zeigt sie sich wegen der möglichen Konzentration der Drogeriekette auf den Markt in der Einkauf-Insel unbesorgt.
„Die Auswirkungen auf die Stammkunden, allen voran derer, die nicht mehr so mobil sind, sind sicherlich um einiges höher“, stellt sie fest. Der Branchenmix von Weil entspreche gemäß des Märkte- und Zentrenkonzepts einer 100 000-Einwohner-Stadt.
Was sicher ist: Müller schließt derzeit bundesweit eine Reihe von Filialen und expandiert andererseits weiter, wie auf der Webseite bekannt gegeben wird. Dazu ist die Drogeriekette stetig auf der Suche nach neuen Standorten, die „unsere Anforderungen erfüllen“, heißt es weiter.
Dies seien eine 1A-Lage in einer Fußgängerzone mit Verkaufsflächen zwischen 1000 und 2500 Quadratmetern. Da ist der Altweiler Laden mit seinen 430 Quadratmetern Verkaufsfläche also schonmal raus.
Müller Alt-Weil steht seit Dezember zum Verkauf
Bereits seit Dezember steht der Drogeriemarkt an der Hauptstraße 162 zum Verkauf und zur Vermietung, getan hat sich offenbar seither nichts: die Anzeigen sind nach wie vor auf der Webseite von Rösch-Immobilien informiert. Im Vorfeld der Inserate hatte die Drogeriekette mit Hauptsitz in Ulm die Mitarbeiter der Filiale frühzeitig informiert.
Darauf, wer sich einmal anstatt des Drogeriemarkts ansiedeln könnte, hat die Stadt nur bedingt Einfluss, wie Stöcker auf Anfrage mitteilt: „Wir gehen aber auch gezielt auf Unternehmen zu, die an einer Ansiedlung interessiert sind.“ Zudem könne die Verwaltung Interessenten vermitteln, sofern es welche gebe. Aktuell seien Unternehmen aber generell mit einem neuen Standort eher zurückhaltend, stellt Stöcker fest.