Vier Monate ist Svenja Fehrenbacher nun Inhaberin der „Bücherinsel“ in Sulz. Sie erzählt von ihren literarischen Plänen für 2026 und wie die junge Yumi ihr Leben bereichert.
Verfolgt man die Wirtschaftsnachrichten, klingen die Meldungen oftmals schlecht. So ist 2025 die Zahl der Insolvenzen laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle auf 17 604 gestiegen – rund fünf Prozent mehr als im Jahr der großen Finanzkrise 2009.
Ist die Lage für Selbstständige also schlecht? Eine, die das nicht so sieht, ist Svenja Fehrenbacher. Vor gut vier Monaten hatte sie sich mit der „Bücherinsel“ am Marktplatz in Sulz selbstständig gemacht – und den Schritt nicht bereut.
„Geduld mit sich haben“
„Man stellt sich einen eigenen Buchladen vielleicht einen Tick zu romantisch vor“, zieht sie eine erste Bilanz. Gebe es im Hintergrund schließlich auch eine Menge schriftlicher Sachen zu erledigen und auch die ganze Buchhaltung. Allerdings könne man sich auch ganz anders verwirklichen, seine Träume ausleben und kreativ sein, freut sie sich.
Und Fehrenbacher hält einen Tipp bereit. „Man darf Geduld mit sich haben – auch wenn man alles am liebsten so hätte, wie man es sich im Kopf vorstellt“, sagt sie. Viele der Ideen bräuchten schlichtweg Zeit, um sich zu entwickeln.
Lesungen im Laden
Doch dass sie so weit gekommen ist, sei nicht ihr allein zu verdanken, betont sie. Möglich gemacht hätten das auch das Team um ihre Mutter und Nadine Müller, die viele neue Gedanken einbrächten.„Es lohnt sich, an seine Träume ranzugehen und sie zu verwirklichen“, ist Fehrenbacher überzeugt. Sie sei sehr froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Schließlich habe er zur ersten Lesung im November geführt, bei der die Zuhörer Lutz Kniese und einer ungewöhnlichen Freundschaft zu einem Husky folgen konnten.
Krimis in Sulz
Doch das war nur der Anfang. „Für 2026 habe ich vier weitere Lesungen geplant“, verrät sie. Die erste – mit Gabi Kreher – werde am Mittwoch, 25. Februar, stattfinden. Die in Fischingen lebende Autorin ist durch ihre Bücher „Wehrstein“ und „Albtraumland“ bekannt.
Die darauffolgende Lesung solle das Genre der Krimis bedienen, skizziert die Inhaberin die nächsten Projekte. Die Schwerpunkte der letzten beiden Lesungen seien hingegen noch offen. Was jedoch für alle gelte: „Es ist wichtig, sich für die Lesungen anzumelden“, betont Fehrenbacher.
Wohlfühlort „Bücherinsel“
Eine Anmeldung sei auch bei einer weiteren – noch in Planung befindlichen – Veranstaltung nötig: der „Langen Nacht der Bücher“. Dabei solle die „Bücherinsel“ für zehn Personen bis 22 Uhr geöffnet sein, die bei bereitgestellten Snacks in aller Ruhe stöbern könnten.„Der Buchladen soll ein Ort des persönlichen Beisammenseins und des Austausches sein“, beschreibt sie ihre Vision des Ladens als Wohlfühlort. Ein kleinen Baustein dahin stelle etwa der Tagesspruch am Verkaufstresen dar, der die Kundschaft inspirieren und ihnen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern dürfe. „Just be“ – sei einfach – lautet das Motto des heutigen Tages.
Freude für viele Kinder
Freuen dürfen sich auch Fans der englischsprachigen Literatur. Denn kürzlich sei das Sortiment erweitert worden. „Young Adult, Fantasy, Krimis, aber auch Sachbücher“, zählt sie einige der nun erhältlichen Genres auf. Ein weiterer Punkt auf der Agenda sei der Ausbau der Kinderabteilung.Wobei sich Fehrenbacher auch im Rahmen der Aktion „Sulzer Weihnachtssterne“ für die Jüngsten stark machte. 163 Jungen und Mädchen im Alter zwischen drei Monaten und 15 Jahren aus bedürftigen Familien erhielten dabei spendenfinanzierte Gutscheine, die sie bei „Blass-Erlebniswelt“, „Stiehle Sport-Bike-Service“ und eben auch der „Bücherinsel“ eintauschen konnten.
Eine „Zypernpfote in Not“
„Ich finde es schön, wenn jedes Kind die gleichen Chancen auf ein Geschenk bekommt“, hält sie fest. Bücher können Mut machen und „das richtige Buch zur richtigen Zeit sogar Leben verändern“, findet Fehrenbacher.Und ein Leben konnte sie bereits verändern – und zwar das von Yumi. Die achteinhalb Monate alte Hündin kam über die Tierschutzorganisation „Zypernpfoten in Not“ von der geteilten Mittelmeerinsel an den Neckar. „Sie freut sich über jeden“, beschreibt ihre Besitzerin liebevoll das Naturell des Tieres. „Jetzt, wo ich den Buchladen habe, kann ich Yumi auch zur Arbeit mitnehmen, freut sie sich. Künftig können sich Besucher also nicht nur von neuen Büchern, sondern auch von einem lebensfrohen Vierbeiner begeistern lassen.