Die „Buchoase“, vormals „Buchlese“, wird es bald nicht mehr geben. Foto: Merk

Nach fast 30 Jahren ist Schluss: Die Buchoase auf dem Marktplatz schließt. Inhaber Markus Blaurock sagt, warum dieser Schritt unausweichlich ist.

Damit verschwindet nicht nur ein langjähriger Einzelhändler aus der Innenstadt, sondern auch ein kultureller Ort, der für viele Menschen in der Region zur festen Anlaufstelle geworden ist. Die Entscheidung zur Schließung sei ihnen nicht leicht gefallen, sagen die Betreiber unserer Redaktion.

 

„Wir haben in den letzten Jahren mit viel Herzblut und Engagement gearbeitet“, sagt Inhaber Markus Blaurock.

Ausschlaggebend sei eine Vielzahl an strukturellen Hürden gewesen, die den Betrieb zunehmend erschwert hätten. Besonders die gestiegenen bürokratischen Anforderungen bereiteten kleinen Unternehmen immer größere Probleme.

„Dokumentationspflichten, Datenschutzauflagen, Meldeprozesse – das alles kostet viel Zeit und Geld. Für einen kleinen Betrieb wie unseren wird es unter diesen Bedingungen immer schwieriger, erfolgreich zu wirtschaften“, sagt Blaurock.

Fachkräftemangel ist auch ein Grund

Zudem sei die Suche nach qualifizierten und motivierten Mitarbeitern zunehmend zur Herausforderung geworden. Der Fachkräftemangel im Buchhandel mache sich auch in ländlichen Regionen wie Sulz deutlich bemerkbar. „Offene Stellen konnten wir über längere Zeit nicht zuverlässig besetzen. Das hat die täglichen Abläufe belastet und die langfristige Planung beeinträchtigt.“

Betrieb läuft regulär weiter

Die „Buchoase“ in Sulz wird zum 31. Juli ihren Betrieb einstellen. Bis dahin soll der Betrieb regulär weiterlaufen. In den letzten Monaten sind Ausverkaufsaktionen und Sonderangebote geplant. Noch vorhandene Gutscheine – auch jene aus der Zeit vor der Umbenennung von „Buchlese“ in „Buchoase“ – sollten bis spätestens 31. Juli eingelöst werden.

Die Buchhandlung besteht fast schon 30 Jahre. Vor der „Buchlese“ gab es dort die Buchhandlung Jacob. Deren Besitzer wollten sich damals auf das Verlagsgeschäft konzentrieren. Dafür reichte der Platz in der Sulzer Innenstadt nicht mehr aus.

Standorte in Schramberg bleiben bestehen

Die Standorte Schramberg und Dornhan, die früher unter dem gemeinsamen Namen „Buchlese“ liefen, sind laut Blaurock seit 2022 eigenständig und unabhängig. Die Sulzer Filiale trägt seither den Namen „Buchoase“.

Die Reaktionen der Kunden auf die Schließung seien gemischt. Viele zeigten Verständnis für die Entscheidung, bedauerten das bevorstehende Ende aber deutlich. In Sulz sei über die Jahre ein besonders enges Verhältnis zur Kundschaft gewachsen. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, das Vertrauen und die vielen persönlichen Begegnungen, die uns über die Jahre begleitet haben“, so Blaurock.

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Es beginne nun ein neuer Lebensabschnitt, und man verabschiede sich mit „einem wehmütigen, aber auch dankbaren Blick zurück“. Sicher sei jedoch: Die Leidenschaft für Bücher bleibe bestehen – auch über das Ende der Buchhandlung hinaus.